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Biofeedback – neue Therapie für Schlaganfallpatienten

„Biofeedback“ heißt eine neues Verfahren, mit dem Patienten mit Lähmungen lernen können, die körpereigene Kontrolle über ausgefallene Bewegungsabläufe wieder zu erlangen.

Diese Therapieform soll insbesondere Patienten mit Schlaganfall und Querschnitts-lähmungen helfen, geschädigte Muskelgruppen zu trainieren, um so ausgefallene motorische Funktionen so weit wie möglich wiederzuerlangen. Gearbeitet wird mit einem Biofeedbackgerät, das bestimmte Körperfunktionen die normalerweise nicht bewusst wahrnehmbar sind für den Patienten auf einem Monitor sichtbar macht. Durch die Rückmeldung von körpereigenen Signalen kann der Patient die betroffenen Muskeln gezielt ansteuern und trainieren, von denen er vorher oft glaubte, er könne sie nicht mehr betätigen.

Vater der neuen Biofeedback-Therapie und Leiter des ersten deutschen Biofeedbackzentrums ist der amerikanische Psychologe Professor Bernhard Brucker, der die bereits bekannte Methode der Elektromyografie abänderte und mit einem Computerprogramm kombinierte. In den USA behandelte er bereits mehr als 8000 Kinder und Erwachsene mit dieser Therapieform. Nach eigenen Angaben wurde dabei bei über 90 Prozent der Patienten eine Verbesserung des Zustandes erreicht; eine völlige Wiederherstellung aller betroffenen Muskelgruppen ist jedoch selten.

Was genau ist Biofeedback?

Die Biofeedback-Therapie ist eine wissenschaftliche Methode und ein Trainingsprozess, durch den der Mensch die willentliche Kontrolle über bestimmte Körperfunktionen erlernen kann. “feedback“ ist die englische Bezeichnung für Rückmeldung und bezieht sich hier auf körpereigene Signale, die normalerweise nicht wahrnehmbar sind. Der Patient wird dabei mit Elektroden an einen Computer angeschlossen. Mittels Sensoren registriert das Biofeedbackgerät Körperfunktionen (z.B. Muskeltonus, Pulsfrequenz, Schweißsekretion, Atem etc.), die der Patient durch Befehle an sein Gehirn ausgelöst hat. Ein Monitorbild macht die Impulse in den Muskeln in Kurvenform sichtbar. Das Gerät liefert so Informationen über das eigene Körperinnenleben. Der Patient erkennt, dass seine Befehle wirklich noch an den geschädigten Muskeln ankommen und diese noch betätigt werden können. Therapeut und Patient können durch die audiovisuelle Rückkopplung gezielt daran arbeiten, bestimmte Körper- und Muskelfunktionen zu beeinflussen und wieder zu aktivieren. Die direkte Rückmeldung wirkt dabei auch motivierend auf den Betroffenen, die ausgefallenen Bewegungsabläufe weiter zu trainieren. Lähmungserscheinungen und Spastiken können so gemildert werden, die Muskeln werden gestärkt.

Die Behandlung ist schmerzfrei und kann bis zu 20 Sitzungen dauern. Danach wird die neu erlangte Bewegungsfreiheit weiter durch Krankengymnastik trainiert.

Wann ist die Biofeedback-Therapie generell geeignet?

· bei Lähmungen nach einem Schlaganfall
· bei spastischer Lähmung
· nach Schädel-Hirn-Trauma
· bei Kopf- und Rückenschmerzen
· bei Inkontinenz
· bei Bluthochdruck
· bei Tinnitus
· bei Epilepsie
· bei psychischen Erkrankungen mit starken körperlichen Reaktionen (z.B. Panik-Attacken)

Welche weiteren Vorraussetzungen sind notwendig für eine Erfolg versprechende Biofeedback-Therapie und gibt es Nebenwirkungen?

Von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Biofeedback-Therapie ist, dass der Patient aktiv an seiner Krankheitsbewältigung teilnimmt. Die Behandlungen erfordern ein hohes Maß an Konzentration und aktiver Arbeit des Patienten, auch über die Therapiestunden hinaus. Die Methode sollte in ein übergeordnetes Therapiekonzept eingebunden werden. Regelmäßige krankengymnastische Übungen, eine begleitende Ergotherapie oder logopädische Übungen sind notwendig, um die neu erlangte Körperkontrolle weiter zu trainieren und die betroffenen Muskeln zu stärken. Patienten mit größeren psychiatrischen Störungen sollten bei der Anwendung dieser Methode vorsichtig sein, denn es kann manchmal zu Wahnvorstellungen und anderen unerwünschten Effekten führen. Ansonsten sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Welche Kosten fallen für eine Biofeedback-Therapie an?

Die Behandlungskosten von um die €100 pro Sitzung zahlen die Patienten in der Regel selbst. Bis auf einige Privatkassen gibt es keine Erstattung der Therapiekosten.

Stand 2009

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