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Biofeedback – Körperprozesse bewusst wahrnehmen und beeinflussen
Die
Biofeedback-Therapie ist ein Trainingsprozess, durch den ein Mensch die
willentliche Beeinflussung bestimmter Körperfunktionen erlernen kann.
„Biofeedback“ heißt dabei nichts anderes als die Rückmeldung körpereigener
Signale, die normalerweise unbewusst ablaufen. Beim Biofeedback-Verfahren werden
solche Körperprozesse mit Hilfe eines Computerprogramms optisch oder akustisch
wahrnehmbar gemacht. Diese bewusste Wahrnehmung soll es dem Patienten
ermöglichen, diese Körperprozesse zu beeinflussen.
Für das
Training wird der Patient mit Elektroden verkabelt an einen Computer
angeschlossen. Mittels Sensoren registriert das Biofeedbackgerät
Körperfunktionen wie Muskeltonus, Pulsfrequenz, Schweißsekretion oder Atem, die
der Patient durch Befehle an sein Gehirn auslöst. Ein Monitorbild macht diese
abgegebenen Impulse dann in Form von Kurven sichtbar.
Das Gerät
liefert also Informationen über das eigene Körperinnenleben. Die Erfahrung,
körperliche Vorgänge bis zu einem gewissen Grad beeinflussen zu können, stärkt
dabei das Selbstvertrauen des Patienten und gibt Trainingsimpulse.
Schlaganfallpatienten zum Beispiel können dadurch erkennen, dass wirklich noch
Nervenreize an geschädigten Muskeln ankommen. Therapeut und Patient können dann
gezielt daran arbeiten, ausgefallene Bewegungsabläufe zu trainieren und so weit
wie möglich wiederzuerlangen. Bis zu 20 Therapiestunden sind in der Regel nötig,
um Erfolge festzustellen.
Wann wird Biofeedback angewendet?
Biofeedback
hat viele Anwendungsgebiete. Es dient zur Unterstützung von
Entspannungstechniken oder psychologischen Behandlungen, wird aber auch als
eigenständige Therapie von Erkrankungen eingesetzt, insbesondere bei:
Lähmungen nach einem Schlaganfall
spastischer Lähmung
Bewegungsstörungen
chronischen Rückenschmerzen
Kopfschmerzen
Blasen
– oder Darmschwäche
Bluthochdruck
Herzrhythmusstörungen
Asthma
chronischem Tinnitus
Epilepsie
psychischen Erkrankungen mit starken körperlichen Reaktionen (z.B. Panik
Attacken)
Studien zur Wirksamkeit
Biofeedback
ist eine wissenschaftlich fundierte Methode. Es gilt als bewiesen, dass es eine
enge Beziehung zwischen seelisch-mentalen und körperlichen Prozessen gibt. Wie
dieses Zusammenwirken genau funktioniert, ist allerdings noch nicht endgültig
geklärt. Mittlerweile existieren zudem zahlreiche kontrollierte Studien, die die
Wirksamkeit einer Biofeedback-Therapie bei einigen Erkrankungen belegen. Demnach
ist Biofeedback etwa bei Inkontinenz, Schwächen des Schließmuskels, kindlicher
Migräne, Arthritis, Bewegungseinschränkungen nach Schlaganfall und Epilepsie als
ergänzende Behandlungsmethode geeignet.
Von
zentraler Bedeutung für den Erfolg einer Biofeedback-Therapie ist jedoch immer,
dass der Patient aktiv an seiner Krankheitsbewältigung teilnimmt. Die
Behandlungen erfordern ein hohes Maß an Konzentration und Arbeit, auch über die
Therapiestunden hinaus. Zudem sollte die Methode in ein übergeordnetes
Therapiekonzept eingebunden werden. Dazu zählen bei einigen Krankheitsbildern
etwa krankengymnastische Übungen oder eine begleitende Ergotherapie.
Die
Behandlungskosten von um die €100 pro Therapiestunde müssen Patienten in der
Regel selbst bezahlen. Bis auf einige Privatkassen gibt es derzeit keine
Erstattung der Therapiekosten.
Stand 2009
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