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Osteopathie
Was ist
Osteopathie?
Die
Osteopathie ist eine Behandlungsmethode, bei der ein Therapeut durch spezielle
Handgriffe die Funktionsfähigkeit des Knochengerüstes wieder herzustellen
versucht. Begründet wurde diese Alternative zur Schulmedizin schon vor rund 150
Jahren in den USA. Inzwischen zählt die Osteopathie auch in zahlreichen
europäischen Ländern zu den allgemein anerkannten Formen der Medizin, wobei sie
sich als sanftes, ganzheitliches Heilungsprinzip versteht.
Die wohl
auffälligste Besonderheit der Osteopathie ist auch heute noch, dass weder mit
Instrumenten noch mit Medikamenten gearbeitet wird. Der Therapeut benutzt
lediglich seine Hände, mit denen er während der Untersuchung in den Körper des
Patienten „hineinhorcht“ und auch im Laufe der Behandlung rein manuell die
gefundenen Problemfelder „löst“. Wörtlich übersetzt bedeutet Osteopathie
„Knochenleiden“. Doch obwohl diese Therapieform die Wirbelsäule als
Ausgangspunkt vieler Erkrankungen betrachtet, geht ihr Behandlungsfeld weit über
das Knochengerüst des Menschen hinaus. Dahinter steht die Auffassung, dass die
Wirbelsäule nicht nur für den Knochen- und Muskelapparat des Körpers wichtig
ist, sondern sie beeinflusst auch das Nervensystem und die inneren Organe.
Die vier
Prinzipien der Osteopathie
Der Körper
ist eine ganzheitliche Einheit aus Körper, Geist und Seele
Die
Osteopathie sieht nicht nur den physischen Körper als eine Einheit von
Bewegungsapparat und inneren Organen, sondern bindet in diese Gesamtheit auch
Geist und Seele mit ein. Hierdurch wird deutlich, dass eine akute Krankheit
seine Ursprünge in einem völlig anderen Gebiet dieser Einheit haben kann. Eine
schmerzende Schulter kann demnach ihre Ursache auch in nicht bewältigter
Stressbelastung haben.
Der Körper
ist imstande, sich selbst zu regulieren, zu heilen und gesund zu halten
Normalerweise ist ein Mensch in der Lage, störende Einflüsse wie etwa Stress,
Verletzungen oder Krankheitserreger selbst zu neutralisieren. Dies kann ganz
unterschiedlich geschehen: Sport und gezielte Entspannung etwa hilft, seelische
Anspannungen abzubauen. Der Körper hat sehr effektive Selbstheilungskräfte:
kleine Wunden heilen meist von selbst und auch Fremdkörper, wie Bakterien und
Viren werden vom Körper bekämpft. Der Osteopath ist darum bemüht, diese oft
gestörten Selbstheilungskräfte wieder zu aktivieren und dadurch eine ganz
natürliche Heilung zu erreichen.
Struktur
und Funktion beeinflussen einander wechselseitig
Die
Osteopathie trennt die „Körperstrukturen“, wie etwa Knochen, Muskeln, Organe,
Nerven oder Körperflüssigkeiten, von den „Funktionen“ wie etwa Durchblutung oder
Verdauung. Struktur und Funktion beeinflussen sich gegenseitig und müssen daher
stets gemeinsam betrachtet werden. So kann eine willkürliche Veränderung der
Funktion (z.B. langanhaltende Fehlbelastung der Schulter) die Struktur verändern
(z.B. Kalkeinlagerungen bilden), während eine Veränderung der Körperstrukturen
(z.B. durch einen Unfall) die Funktion beeinträchtigen wird.
Eine
osteopathische Behandlung folgt den ersten drei Prinzipien
Der
Behandlung geht eine intensive Untersuchung voraus. Fundament ist dabei eine
genaue Kenntnis der Krankengeschichte, durch die der Osteopath auch Einblick in
die psychische Verfassung des Patienten erhält. Er braucht aber auch genaue
Kenntnisse über den menschlichen Körperaufbau und Stoffwechsel. Während der
Behandlung tastet er den Patienten ab. Er ‚horcht’ in den Körper hinein,
beobachtet aber auch genau Bewegungsabläufe und erkennt kleinste Störungen.
Diese Beobachtungen bewertet er anhand seiner Kenntnisse der Ganzheitlichkeit
des menschlichen Körpers. Liegen die Beschwerden in Funktionsstörungen der
Wirbelsäule, so wendet der Osteopath Techniken der manuellen Therapie an, um
Blockaden zu lösen: Durch gezielten Händedruck können Schmerzpunkte gelöst,
Bänder und Muskeln mobilisiert werden. Osteopathen sind meist auch zugleich
Physiotherapeuten, daher können sie auch andere Therapieformen empfehlen und
einleiten. Ein erfahrener Osteopath kennt seine Grenzen und weiß, bei welchen
Krankheitsbilder er den Patienten zu Orthopäden schickt.
Und wer
zahlt die Behandlung?
Von den
gesetzlichen Krankenkassen wird eine osteopathische Behandlung nicht bezahlt,
wobei Einzelfälle dazu ermutigen, zumindest vorher nachzufragen. Private Kassen
übernehmen in der Regel die vollen Behandlungskosten. Wie hoch diese sind, ist
schwer zu vereinheitlichen, da Dauer und Preise der Behandlung sich stark nach
dem Status und Ausbildungsstandard des Therapeuten richten.
Ist
Osteopath gleich Osteopath?
Der
Begriff „Osteopath“ ist in Deutschland bislang nicht gesetzlich geschützt. Daher
kann sich im Grunde jeder Arzt, Heilpraktiker oder Physiotherapeut nach einem
Wochenendkurs oder dem Lesen eines Buches Osteopath nennen. Aus diesem Grund
sollte man sich an Therapeuten halten, die anerkannte Ausbildungsgänge und
Diplome in Deutschland oder anderen osteopathisch ausbildenden Ländern
absolviert haben.
Folgende Verbände bilden Ärzte in Osteopathie aus und versenden in der Regel
auch Therapeutenlisten:
-
DAAO (Deutsch-Amerikanische Akademie für
Osteopathie)
-
DAOM (Deutsche Akademie
für Ostheopatische Medizin)
-
DGOM (Deutsche Gesellschaft für
Osteopathische Medizin)
-
ÄMM (Ärztegesellschaft
für Manuelle Medizin)
-
VOD (Verband der Osteopathen
Deutschlands)
Stand 2009
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