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Umckaloabo

Winterzeit- Erkältungszeit!

Der Hals schmerzt, die Nase läuft, Husten kratzt in der Kehle. Der Körper kämpft gegen die vielen Erreger an, Fieber lässt Kopf und Glieder schmerzen. Statistisch gesehen trifft es jeden mindestens zwei bis drei mal im Jahr.

Was genau macht uns krank?

Nicht nur die kalten Temperaturen machen krank! Tatsache ist, dass sich im Winter große Menschenmengen überwiegend in geschlossenen Räumen aufhalten und dadurch die Übertragungswege direkter sind. Durch sogenannte Tröpfcheninfektion werden Erkältungsviren übertragen und sie befallen zuerst die oberen Atemwege. Ist das Immunsystem geschwächt, haben sie ideale Bedingungen, sich im Körper ungestört auszubreiten.

Viren...

gehören zu den kleinsten Krankheitserregern und sind genaugenommen keine eigenständigen Lebewesen, denn sie können sich ohne Wirtszelle nicht vermehren Viren bestehen nur aus Erbinformationen, die in eine Hülle verpackt sind. Gelangen die Viren in die Atemwege, dringen sie in die Zellen ein (Wirtszelle) und geben ihre DNA in den Zellkern der Wirtszelle ab. So zwingen sie praktisch die Wirtszelle dazu, neue Viren zu produzieren. Bricht die Zellwand der Wirtszelle auf, gelangen die neuen Viren nach außen und suchen sich ihrerseits sofort wieder eine neue Zelle. Der Zyklus beginnt wieder von vorne. Das Problem ist: Das menschlichen Immunsystem hat es schwer, gegen eine virale Infektion vorzugehen, da sich die Viren im Körper vermehren und nicht artfremd erscheinen. Virusinfektionen können einen schleichenden Verlauf nehmen, oder akut auftreten.

Zuerst nur Schnupfen und dann die Erkältung...

Oft reagiert der Körper zuerst nur mit vermehrtem Sekretfluss von Nasen- und Rachenschleimhaut (Schnupfen). Kommen dann noch Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, leichter Husten, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und Unwohlsein erhöhte Temperaturen hinzu, so spricht man von einer Erkältung.

Erkältung – banaler Infekt oder ernstzunehmende Grippe?

Die Erkältung wird häufig von Ärzten zunächst als banaler Infekt bezeichnet. Je nachdem wie aktiv oder geschwächt das Immunsystem ist, kann sich die Infektion auf die Nasennebenhöhlen oder Bronchien ausbreiten. Besonders häufig verursachen sogenannte Rhinoviren (Rhino =Nase) derartige Symptome, die je nach der Region des betroffenen Atemwegssystems eingeteilt werden:

· Ist die Nase betroffen: Symptom Schnupfen (Rhinitis)

· Ist der Hals betroffen: Symptom Halsschmerzen (Pharyngitis)

· Treten Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Fieber gleichzeitig auf, wird von einem grippalen Infekt gesprochen.

Selbstdiagnose - Selbsttherapie

Treten die ersten Symptome auf, versorgen sich die meisten Menschen direkt in der Apotheke mit Medikamenten, denn die Kassen zahlen für sogenannte Bagatellerkrankungen nicht mehr. Die Auswahl an Mitteln ist groß und es fällt vielen Menschen schwer, die richtige Wahl zu treffen. Doch der Trend geht eindeutig hin zu Naturheilprodukten.

Trendsetter - Umckaloabo

Umckaloabo ist ein Extrakt, der aus der Wurzelknolle einer lilafarbenen Geranienart in Südafrika, der Kapland-Pergonie (Pelargonium sidoides), gewonnen wird. Früher war die Pflanze nur über die Wildsammlung erhältlich. Seit kurzem wird sie auf Plantagen in Südafrika angebaut.

Nach Europa kam diese Pflanze schon 1897, nachdem ein Engländer namens Charles Henry Stevens an Tuberkulose erkrankte und von einem Zulu-Medizinmann mit dem Wurzelextrakt dieser Pflanze behandelt und geheilt wurde. Stevens führte das Wurzelpulver zur Behandlung der Tuberkulose in England ein und ganz Europa folgte seinem Beispiel. Der Name "Umckaloabo" ist nicht - wie von Stevens ursprünglich angenommen - der Pflanzenname, sonders bedeutet in Zulusprache "schwerer Husten".

Erst Mitte der Zwanziger Jahre geriet die Pflanze durch die Entwicklung synthetischer Medikamente in Vergessenheit: Nun offensichtlich wiederentdeckt und neu zugelassen wird Umckaloabo aufgrund seiner vielfältigen Eigenschaften besonders gerne bei Erkältungskrankheiten von Ärzten und Apothekern empfohlen. Zu beachten ist aber, dass Umckaloabo sich aus Wirkstoffen wie Cumarin, Phenol, Kieselerde, Kalzium zusammensetzt und unter Umständen die Blutgerinnung beeinflussen kann. Deshalb ist Vorsicht geboten bei

· Patienten, die Blutgerinnungsstörungen haben oder in einer Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten sind. Sie sollten Umckaloabo nicht - oder erst nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen. Das gilt auch für Menschen mit Leber- und Nierenerkrankungen.

· Schwangerschaft und Stillzeit. Umckaloabo sollte nicht eingenommen werden, da es noch nicht genügend Erfahrungen / Studien gibt, die eine mögliche Gefährdung grundsätzlich ausschließen.

Die Wirksamkeit von Umckaloabo ist unter Experten umstritten. Trotzdem berichten Patienten von einer Besserung der Erkältungssymptome.

Naturheilmittel = Allheilmittel?

Die Werbung verspricht viel – aber auch Naturarzneimittel haben ihre Grenzen. Gegen schwere Infektionen kann selbst die Natur mit ihren Heilkräften nicht viel ausrichten. Verändert sich der Infekt bei einer Selbstmedikation nach drei bis vier Tagen nicht, oder wird stärker, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Es kann sich um hartnäckige Viren oder um eine sogenannte Suprainfektion mit Bakterien handeln, die unter Umständen diese unerkannten Erreger über den Blutweg „verschleppen“ und zum Beispiel das Herz schädigen (Endokarditits). Darum kann es nötig sein, einen Abstrich der Schleimhäute vorzunehmen, um einen spezifischen Erregernachweis zu erhalten. So müssen bakterielle Besiedelungen mit Streptokokken (eitrige Angina oder Mandelentzündung) mit Antibiotika behandelt werden!

Jede noch so natürliche Droge wird zum „Gift“, wenn sie falsch angewendet wird!

Grundsätzlich gilt: Bei der Selbstmedikation mit Phytopharmaka (Behandlung mit pflanzlichen Produkten) muss der Betroffene wichtige Dinge beachten:

Bestehen zum Beispiel Vorerkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Allergien oder besteht eine Suchtgefährdung durch Alkohol?

Wie alt ist der Betroffene? Naturheilmittel können zum Teil für Kinder ungeeignet sein und es muss bei ihnen besonders auf die richtige Dosierung geachtet werden.

Menschen können sich mit einem Naturarzneimittel auch ein Allergen zufügen und unerwartet allergische Reaktionen erleiden.

„Phyto...“ bedeutet nicht, dass die Einnahme grundsätzlich unbedenklich ist! Auch Naturarzneimittel können potente Wirkstoffe haben, die Neben- und Wechselwirkungen verursachen.

Großmutters Hausmittel eine Alternative zu Apothekenprodukten?

Tatsache ist, dass altbekannte Hausmittel oft genauso wirksam sind wie gekaufte Phytopharmaka – und den Vorteil haben, dass sie auch noch kostengünstig sind! Tipp: Der Zwiebelhustensaft. Zwiebeln werden eine antibakterielle, stärkende, schleimlösende und harntreibende Wirkung nachgesagt und sollen sehr gut helfen.

Rezept – nicht für Diabetiker geeignet -:

500gr. Zwiebeln schälen, zerkleinern und gemeinsam mit 30 gr. Kandiszucker in eine Topf gegeben, mit 1 Liter Wasser erhitzen und ca. 3 Stunden bei kleiner Hitze ziehen lassen. Danach die Masse durch ein Sieb geben und erkalten lassen und abschließend 80 gr. Honig hinzufügen. Den Hustensaft in einer dunkler, verschließbarer Flasche aufheben. Bei akuten Husten sollten über den Tag verteilt bis zu 5 Esslöffel leicht erwärmter Zwiebelhustensaft eingenommen werden.

Vorbeugung durch Stärkung des Immunsystems:

Sich vor einer Erkältung zu schützen ist nicht leicht. Das Immunsystem zu stärken ist die beste Vorkehrung, um eine Erkältung gut und schnell zu überstehen. Zum Beispiel durch

·  ausgewogene Ernährung: Vitamin A, B und C dürfen auf keinen Fall auf dem Winterspeiseplan fehlen. Enthalten sind diese Vitamine in Zitrusfrüchten, Zwiebeln, Möhren, Paprika und allen Arten von Kohl.

· Tägliche Bewegung an der frischen Luft.

· Temperaturreize und Kreislauftraining durch Saunagänge oder Wechselfußbäder. Sie stärken das Immunsystem und regen den Kreislauf an.

· Ebenso sinnvoll zur Vorbeugung einer Erkältung sind Atemübungen und Nasenspülungen mit Salzlösungen.

· Auch eine pflanzliche Immunstimulation ist hilfreich, jedoch nach Aussagen der Ärzte nur als „Stoßtherapie“ im Sinne einer Kur und nicht als Dauertherapie!

Fazit

Sind die ersten Symptome einer Erkältung zu spüren, sollte eine qualifizierten Beratung gesucht werden (Arzt / Apotheker), bevor selbst behandelt wird. Je früher die Symptome bekämpft werden, desto erfolgreicher können Naturheilmittel wirken. Ist jedoch nach drei bis vier Tagen keine Besserung eingetreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um ernsthaftere Erkrankungen auszuschließen. Auch ein Zwiebelhustensaft aus Großmutters Heilmittelküche kann die Genesung positiv beeinflussen.

Ein Sprichwort besagt: Unbehandelt dauert eine Erkältung sieben Tage, behandelt eine Woche!

Alles Gute!

Stand 2009

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