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Angeborene Herzklappenfehler
Diagnose:
Herzklappenfehler. Bei rund zwei von 300 Neugeborenen in Deutschland steht schon
kurz nach der Geburt fest, dass ihre Herzklappen nicht richtig funktionieren.
Für die Eltern ist diese traurige Wahrheit natürlich erst einmal ein großer
Schock. Doch dank weiterentwickelter medizinischer Techniken bestehen heutzutage
meist gute Erfolgschancen, dass das Kind einmal ein nahezu normales Leben führen
kann. Nicht immer muss dabei unbedingt sofort mit einer Operation reagiert
werden: etwa ein Drittel der Klappenfehler lässt sich auch bei Kindern
medikamentös behandeln.
Ursachen für angeborene
Klappendefekte
Die
Ursachen für diese Fehler sind meist nicht bekannt. Alkohol- und
Drogenmissbrauch, Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Kortison) während der
Schwangerschaft wirken sich allgemein negativ auf die Entwicklung des Embryos
aus, können damit auch einen Herzklappenfehler verursachen. Ebenso spielt die
genetische Veranlagung eine Rolle.
Die häufigsten angeborenen
Herzklappenfehler
Am
häufigsten wird ein Fehler der Aortenklappe beobachtet, die das Ventil zwischen
Herzkammer und Blutkreislauf bildet. Normalerweise besteht sie aus drei Teilen
(wegen ihrer Form Taschen genannt). Bei dem angeborenen Herzfehler der
bicuspidalen Aortenklappe hat die Klappe aber nur zwei dieser Taschen. Das Herz
muss daher eine viele höhere Leistung aufbringen, um den Körper mit Blut zu
versorgen: Entweder die Klappe ist insgesamt nicht dicht, weil sie auf Grund der
fehlenden Tasche zu klein ausgebildet ist (Insuffizienz), meist sind jedoch zwei
Taschen miteinander verwachsen, so dass die Klappe sich nicht richtig öffnen
kann und dadurch der Blutdurchfluss erschwert wird (Stenose). Recht häufig sind
auch Fehler der Pulmonalklappe, dem Ventil zwischen rechter Herzkammer und
Lungenschlagader. Die Klappen der Vorhöfe sind dagegen nur selten von
angeborenen Fehlern betroffen.
Wann operiert werden sollte
Ist der
Herzklappenfehler so stark ausgebildet, dass eine Operation unumgänglich ist, so
gilt es abzuwägen, ob der Säugling dem Eingriff sofort unterzogen werden muss,
oder ob es möglich ist, dem kleinen Körper noch mehr Zeit zu lassen um sich zu
entwickeln. Dann kann im jugendlichen Alter operiert werden, wenn das Herz fast
schon ausgewachsen ist. Auch eine Operation im Säuglingsalter hat heute dank
weiterentwickelter medizinischer Techniken gute Erfolgschancen. Bei den
Operationen ist grundsätzlich alles möglich, was auch bei Erwachsenen machbar
ist: Rekonstruktionen, Transplantation künstlicher Herzklappen, bis hin zur
aufwendigen aber meist langfristig erfolgreichen Ross-Operation. Nach dem
Entwickler dieser Operationsmethode benannt, wird bei dieser Operationstechnik
die erkrankte Aortenklappe entnommen und durch die eigene Pulmonalklappe
ersetzt. Anstelle der Pulmonalklappe wird eine fremde menschliche Klappe
transplantiert. Die Methode eignet sich am besten für Kinder und junge
Erwachsene sowie junge Frauen mit Kinderwunsch.
Stand 2009
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