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Herzrhythmusstörungen und Bewegung
Wie belastbar ist ein rhythmusgestörtes Herz?
Die Belastbarkeit des Herzens ist in erster Linie von der
Art der Erkrankung und der durchgeführten Behandlung abhängig. Je stabiler das
Herz schlägt und je besser es trainiert wird, desto größer ist die Leistung, die
es erbringen kann.
Belastung und Schrittmacher / Defibrillator –
schließt sich nicht aus
Bei Patienten mit implantierten Herzschrittmachern oder
Defibrillatoren sind meist nur wenige Einschränkungen bei der Arbeit und dem
Sport notwendig, viele Sportarten sind möglich.
Wohldosierte körperliche Betätigung baut den Stress ab und hat eine
positive Wirkung auf Herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel. Weiterhin dient
es zur psychischen Stabilisierung, indem die Patienten die Angst vor
Herz-Kreislauf-Störungen verlieren und lernen, ihre Belastungsfähigkeit besser
einzuschätzen.
Beim Sport ist die erlaubte Intensität des Trainings von
der Herzbelastbarkeit abhängig. Diese Belastbarkeit ist individuell
unterschiedlich. Sie wird in Watt angegeben und bezeichnet die Leistung, die
beschwerdefrei und ohne Risiko auf dem Fahrradergometer erbracht werden kann.
Sie sollte auf das Körpergewicht bezogen werden, da das Tragen des
Körpergewichts allein bereits eine Leistung für das Herz darstellt.
Normales Gehen entspricht etwa 25-50 Watt
Treppensteigen und Radfahren etwa 75 –100 Watt und
Joggen 150 Watt
Ausdauertraining ist gefragt!
Bei einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
und bei Extrasystolen sind prinzipiell Ausdauersportarten wie
Wandern, Jogging, Radfahren, Ergometertraining und Gymnastik besonders gut für
das körperliche Training. Schwimmen ist nur ein sehr bedingt geeigneter Sport
für Herzpatienten. Beim Schwimmen steigen Stresshormone an und begünstigen
Herzrhythmusstörungen. Weiterhin werden durch den Wasserdruck Gefäße
komprimiert, was dazu führt, dass vermehrt Blut in den Brustkorb gedrückt wird.
Nur bei Patienten, deren Herz eine Belastung von 1,5
Watt pro kg Körpergewicht aushält, kommt auch Schwimmen als Sport in Frage.
Regelmäßig Pulskontrolle
Die Belastung bei der Arbeit oder beim Sport sollte nur so
stark sein, dass der Puls nicht zu stark ansteigt. Je nach Erkrankung kann der
Arzt einen Rahmen für die maximale Pulshöhe (zum Beispiel 95-105)
geben. Auch bei gutem Befinden sollte diese individuell festgelegte Schwelle
nicht überschritten werden. Beim Auftreten von Beschwerden muss die Belastung
sofort unterbrochen werden. Sinkt die Pulsfrequenz bei gleich bleibender
Belastung, kann die Intensität gesteigert und so langsam der Trainingszustand
verbessert werden.
Ein Herz für Sport - Herzsportgruppen
Um eine sorgfältige Betreuung der Patienten während
sportlicher Betätigung zu sichern und um die Motivation zum Sport langfristig
aufrecht zu erhalten, haben sich Herzsportgruppen gebildet. Dort wird unter
fachkundiger Anleitung und Überwachung ein Sportprogramm gestaltet, das speziell
auf die Belange der herzkranken Patienten zugeschnitten ist.
Gering belastbare Patienten (Belastbarkeit
geringer als 75 Watt, bzw. weniger als 1 Watt/kg Körpergewicht)
haben die Möglichkeit mit Gymnastik die körperliche Beweglichkeit zu
verbessern, um das Herz durch energiesparende Bewegungen zu entlasten.
Sind die Patienten stärker belastbar (Belastbarkeit
mindestens 75 Watt, bzw. 1 Watt/kg Körpergewicht), können in den
Gruppen durch Radfahren, Laufen, Spiele u.a. ihre Ausdauer trainieren.
Der Ablauf der Übungseinheit ist abwechslungsreich. In der
Aufwärmphase werden gymnastische Übungen gemacht, dann folgt meist eine
Belastungsphase mit Übungen zur Förderung der Koordination, Geschicklichkeit und
Kondition. Dazwischen liegen stets Entspannungsübungen und aktive Erholung. Auch
Gruppen- oder Mannschaftsspiele stehen auf dem Plan. Belastungskontrollen, in
Form von Pulskontrollen, sind während des Sportes besonders wichtig.
Derzeit gibt es in Deutschland etwa 6000 ambulante Herzsportgruppen, die
meist Sportvereinen angegliedert sind.
Stand 2009
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