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Herzrhythmusstörungen und Bewegung

Wie belastbar ist ein rhythmusgestörtes Herz?

Die Belastbarkeit des Herzens ist in erster Linie von der Art der Erkrankung und der durchgeführten Behandlung abhängig. Je stabiler das Herz schlägt und je besser es trainiert wird, desto größer ist die Leistung, die es erbringen kann.

Belastung und Schrittmacher / Defibrillator – schließt sich nicht aus

Bei Patienten mit implantierten Herzschrittmachern oder Defibrillatoren sind meist nur wenige Einschränkungen bei der Arbeit und dem Sport notwendig, viele Sportarten sind möglich. Wohldosierte körperliche Betätigung baut den Stress ab und hat eine positive Wirkung auf Herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel. Weiterhin dient es zur psychischen Stabilisierung, indem die Patienten die Angst vor Herz-Kreislauf-Störungen verlieren und lernen, ihre Belastungsfähigkeit besser einzuschätzen.

Beim Sport ist die erlaubte Intensität des Trainings von der Herzbelastbarkeit abhängig. Diese Belastbarkeit ist individuell unterschiedlich. Sie wird in Watt angegeben und bezeichnet die Leistung, die beschwerdefrei und ohne Risiko auf dem Fahrradergometer erbracht werden kann. Sie sollte auf das Körpergewicht bezogen werden, da das Tragen des Körpergewichts allein bereits eine Leistung für das Herz darstellt.

Ausdauertraining ist gefragt!

Bei einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und bei Extrasystolen sind prinzipiell Ausdauersportarten wie Wandern, Jogging, Radfahren, Ergometertraining und Gymnastik besonders gut für das körperliche Training. Schwimmen ist nur ein sehr bedingt geeigneter Sport für Herzpatienten. Beim Schwimmen steigen Stresshormone an und begünstigen Herzrhythmusstörungen. Weiterhin werden durch den Wasserdruck Gefäße komprimiert, was dazu führt, dass vermehrt Blut in den Brustkorb gedrückt wird.

Regelmäßig Pulskontrolle

Die Belastung bei der Arbeit oder beim Sport sollte nur so stark sein, dass der Puls nicht zu stark ansteigt. Je nach Erkrankung kann der Arzt einen Rahmen für die maximale Pulshöhe (zum Beispiel 95-105) geben. Auch bei gutem Befinden sollte diese individuell festgelegte Schwelle nicht überschritten werden. Beim Auftreten von Beschwerden muss die Belastung sofort unterbrochen werden. Sinkt die Pulsfrequenz bei gleich bleibender Belastung, kann die Intensität gesteigert und so langsam der Trainingszustand verbessert werden.

Ein Herz für Sport - Herzsportgruppen

Um eine sorgfältige Betreuung der Patienten während sportlicher Betätigung zu sichern und um die Motivation zum Sport langfristig aufrecht zu erhalten, haben sich Herzsportgruppen gebildet. Dort wird unter fachkundiger Anleitung und Überwachung ein Sportprogramm gestaltet, das speziell auf die Belange der herzkranken Patienten zugeschnitten ist.

Der Ablauf der Übungseinheit ist abwechslungsreich. In der Aufwärmphase werden gymnastische Übungen gemacht, dann folgt meist eine Belastungsphase mit Übungen zur Förderung der Koordination, Geschicklichkeit und Kondition. Dazwischen liegen stets Entspannungsübungen und aktive Erholung. Auch Gruppen- oder Mannschaftsspiele stehen auf dem Plan. Belastungskontrollen, in Form von Pulskontrollen, sind während des Sportes besonders wichtig. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 6000 ambulante Herzsportgruppen, die meist Sportvereinen angegliedert sind.

Stand 2009

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