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Ernährung bei Diabetes – Das A & O einer langanhaltenden Gesundheit
Die
Grundlage jeder Behandlung bei Typ-2-Diabetes ist die richtige Ernährung. Bis zu
80 Prozent aller
Menschen mit Typ-2 Diabetes würden keine
Medikamente benötigen, wenn sie ihre Ernährung rechtzeitig umstellen würden.
Angestrebt werden sollte eine vollwertige Mischkost. Das richtige Essen und
Trinken soll zu einer Optimierung des Blutzuckers beitragen und die
Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen und für diabetische
Folgeerkrankungen mindern. Die Ziele der Ernährungstherapie müssen dabei aber an
die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Diabetesbetroffenen angepasst
werden. Zu den Zielen gehören eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und
Wohlbefinden, normale Blutzuckerwerte, ein normales Körpergewicht, aber auch
normale Blutdruckwerte, normale Blutfettwerte und die Vermeidung von
Folgeerkrankungen. Jeder Diabetesbetroffene mit Übergewicht sollte als erste
wichtige Behandlungsmaßnahme abnehmen. Das bedeutet konkret: weniger Kalorien
und zugleich Steigerung der körperlichen Aktivität. Bereits ein Gewichtsverlust
von wenigen Kilogramm kann den Blutzuckerspiegel normalisieren. Außerdem wird
das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt.
Vollwertige Ernährung
Als
vollwertige Ernährung bezeichnet man eine Kostform, die alle für Gesundheit und
Leistungsfähigkeit notwendigen Nährstoffe in verwertbarer Form und richtiger
Menge enthält. Dabei werden drei Hauptnährstoffe unterschieden:
Eiweiß:
Eine gesunde Ernährung sollte eine ausgewogene Mischung von pflanzlichem und
tierischem Eiweiß enthalten. Empfohlen wird, täglich nicht mehr als 0,7 bis 0,9
g Eiweiß pro Kg Körpergewicht zu essen. Ein Zuviel an Eiweiß bedeutet eine
Mehrbelastung der Nieren. Bei beginnender Nierenerkrankung sollte die tägliche
Zufuhr reduziert werden. Pflanzliches Eiweiß ist in Kartoffeln, Hülsenfrüchten
und Getreide enthalten. Tierisches Eiweiß findet sich in Fleisch, Wurst, Eiern,
Milch und Milchprodukten.
Fett:
Sehr fettreiche Produkte sollten gegen fettarme Produkte ausgetauscht und
reduziert werden. Durch eine bewusste Auswahl bzw. Reduzierung von fetthaltigen
Lebensmitteln lässt sich eine ganze Menge Energie einsparen und ganz nebenbei
Gewicht abnehmen. Besonders sollte auf versteckte Fette geachtet werden in
Fertigprodukten, Back- und Süßwaren. Tierische Fette enthalten in der Regel eine
ungünstige Zusammensetzung an Fettsäuren. Günstiger sind pflanzliche Fette, z.B.
hochwertige Margarinesorten und Öle, die einfach und mehrfach ungesättigte
Fettsäuren enthalten.
Kohlenhydrate: Kohlenhydrathaltige Lebensmittel
wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Reis, Getreideprodukte sollten der
Hauptbestandteil unseres Essens sein (mindestens 50 Prozent). Sie sind reich an
Ballaststoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Kohlenhydrathaltige Lebensmittel
werden im Magen-Darm-Trakt zu einfachen Zuckern abgebaut und gehen dann weiter
in das Blut; steigern direkt den Blutzucke. Manche Nahrungsmittel bzw. Speisen
werden schnell, andere langsam abgebaut. In der Folge steigt auch der Blutzucker
schnell bzw. langsam an, wobei individuelle Unterschiede möglich sind.
Lebensmittel, die den Blutzucker langsam ansteigen lassen, sollten daher
bevorzugt werden, z. B. Hülsenfrüchte, Hafer, Nudeln, Vollkornreis und frische
Früchte. Auch Vollkornprodukte sollten Verwendung finden, da sie die tägliche
Ballaststoffversorgung sichern. Ballaststoffe sind nahezu unverdaulich. Trotzdem
sind sie nicht nutzlos, sondern füllen z. B. den Magen und verzögern die
Magenentleerung, quellen im Darm und regen die Darmtätigkeit an.
Umgang mit Zucker und Süßstoffen
Fruchtzucker und andere energiehaltige Zuckeraustauschstoffe, wie z. B. Isomalt,
Maltit oder Sorbit, bringen Diabetesbetroffenen keinen wesentlichen Vorteil
gegenüber der Verwendung von Haushaltszucker und werden deshalb nicht mehr
empfohlen. Normaler Zucker (Saccharose) kann in Maßen verzehrt werden, aber
nicht als Süßungsmittel in Getränken. Getränke mit hohem Zuckergehalt können zur
Behandlung von Unterzuckerungen verwendet werden. Süßstoffe sind kalorienfrei
und eignen sich daher besonders, wenn bei zu hohem Körpergewicht auf die
Kalorienzahl geachtet werden muss. In der Diabetesschulung lernen Sie, was für
Sie persönlich sinnvoll ist und was nicht. Wie bei der Allgemeinbevölkerung
sollte die Aufnahme von Zucker ca. 20 - 40 g pro Tag nicht übersteigen.
Was sind Broteinheiten (BE)?
Kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel können nur mit Hilfe von Insulin als Glukose
und damit als Energie für den Körper verfügbar gemacht werden. Dabei müssen
Menschen mit insulinbedürftigem Diabetes die Kohlenhydrat- und die Insulinmenge
aufeinander abstimmen. Auch bei Einnahme von Medikamenten, die die
Insulinproduktion anregen (Sulfonylharnstoffe) müssen Kohlenhydrate über den Tag
verteilt gegessen werden, damit es nicht zu Unterzuckerungen kommt. Die Menge
der kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittel kann mit Hilfe von Broteinheiten (BE)
oder Kohlenhydrateinheiten (KE) abgeschätzt werden. Eine BE oder KE entsprechen
ca. 10-12g Kohlenhydrate. Die hierfür benötigten Austauschtabellen sind im
Buchhandel und während der Diabetes-Schulung erhältlich. Wer seine individuelle
Insulinmenge pro BE kennt, kann seine Kost variabler gestalten.
Getränke und Alkohol
Es sollten
pro Tag ca. zwei Liter Flüssigkeit getrunken werden. Gut geeignet sind
kalorienarme Getränke wie (Mineral)wasser, Kräuter- und Früchtetees. Kaffee und
schwarzer Tee sollte nur in Maßen genossen werden. Fruchtsäfte lassen den
Blutzucker schnell ansteigen und sind deshalb meist nicht als Durstlöscher
geeignet. Die Vorsichtsmaßnahmen für den Alkoholkonsum, die für die
Allgemeinbevölkerung Gültigkeit haben, gelten ebenso für Menschen mit Diabetes.
Alkohol ist zudem auch ein erheblicher Energielieferant (1 g = 7,1 Kcal),
fördert die Bildung von Körperfett und kann zu erhöhten Blutdruckwerten führen.
Er kann sich nachhaltig auf die Blutzuckerregulation auswirken und erhebliche
Unterzuckungen auslösen. Wichtig: Wenn Diabetiker Insulin spritzen, sollte zu
alkoholischen Getränken kohlenhydrathaltige Lebensmittel gegessen werden.
Spezielle Lebensmittel für
Diabetesbetroffene
Viele
Produkte, die derzeit als "für Diabetiker geeignet" deklariert werden, enthalten
große Fett- und Energiemengen und sind häufig teurer als normale Lebensmittel.
Angaben wie "Geeignet für Diabetiker" oder einfach der Hinweis "Light" allein
genügen nicht, um ein gutes Produkt für Diabetiker auszuweisen. Auf
„Diabetikerprodukte“ sollte besser verzichtet werden, um sich stattdessen
vollwertig zu ernähren.
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