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Tipps für eine gesunde Schilddrüse

Einige Schilddrüsenerkrankungen lassen sich nicht vermeiden, die meisten aber schon! Nichts ist etwa so überflüssig wie ein Jodmangelkropf. Denn mit der richtigen Ernährung oder substituierenden Tabletten lässt sich der „Jodnot“ leicht begegnen. Wer seinen Jodbedarf ein wenig im Auge behält, kann Mangelerscheinungen und deren Folgen vermeiden.

Lernen Sie Ihren Jodbedarf kennen

Vor allem in Familien, in denen Kröpfe vorkommen, sollte auf eine ausreichende tägliche Jodzufuhr geachtet werden. Nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beträgt der tägliche Jodbedarf eines Erwachsenen 180 bis 200 Mikrogramm (1.000.000 µg = 1 Gramm). Er ist jedoch in den verschiedenen Lebensphasen und Alterstufen unterschiedlich:

-          Den höchsten Jodbedarf haben schwangere und stillende Frauen mit etwa 260 Mikrogramm pro Tag. Denn Ungeborene und Babys benötigen für ihre Entwicklung viel von dem Spurenelement.

-          Säuglinge brauchen täglichen zwischen 40 und 80 Mikrogramm Jod.

-          Bei Kindern unter sechs Jahren liegt der Jodbedarf zwischen 100 und 120 Mikrogramm pro Tag, bei Schulkindern zwischen 140 und 200 Mikrogramm pro Tag.

-          Auch Jugendliche in der Pubertät haben mit 200 Mikrogramm pro Tag einen hohen Jodbedarf.

-          Erwachsene sollten täglich zwischen 180 und 200 Mikrogramm Jod zu sich nehmen, Frauen in den Wechseljahren eher 200 Mikrogramm pro Tag.

Jod substituieren– sofern Sie gesund sind!

So wichtig Jod für einen gesunden Menschen ist, problematisch ist die Jodzufuhr, wenn die Schilddrüse bereits erkrankt ist. Menschen mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Hashimoto oder Morbus Basedow) sollten unter allen Umständen Jod vermeiden. Wobei das Jod in der Nahung weniger problematisch ist, als das, was zusätzlich eingenommen wird (etwa in Form von Tabletten und jodiertem Speisesalz). Bevor Sie also Jod zuführen, sollten Sie wissen, ob Ihre Schilddrüse gesund ist. Wenn eine Autoimmunerkrankung in der Familie vorliegt, sollte ebenfalls die Nahrungsergänzung mit Jod vermieden werden. Fragen Sie Ihren Arzt, damit Sie sicher sind, dass Sie keinen Schaden nehmen!

Wenn Sie gesund sind...

Eine bewährte Methode, mit der Nahrung mehr Jod aufzunehmen, ist die Verwendung von jodiertem Speisesalz. Dieses Kochsalz enthält künstlich zugefügtes Kaliumjodid und ist mittlerweile überall im Lebensmittelhandel erhältlich. Auch Nahrungsmittelhersteller, Gaststätten oder Großküchen sind dazu übergegangen, ihre Speisen mit Jodsalz zu würzen. Beim Kauf von Backwaren, Fleischwaren, Milchprodukten oder Fertigprodukten lohnt es sich daher, auf die Zutatenliste zu schauen. Bei einigen Produkten wird die Verwendung auch durch ein Jodsiegel gekennzeichnet. Bei unverpackten Produkten kann der Bäcker, Metzger oder aber der Koch in der Kantine Auskunft geben. Für einen Tagesbedarf von etwa 200 Mikrogramm Jod müssten allerdings täglich etwa zehn Gramm jodiertes Salz zu sich genommen werden. Das ist aber viel zu viel. Denn ein zu hoher Salzverbrauch ist gesundheitsschädigend. Salz fördert Wasseranlagerungen im Körper (Ödeme) und kann die Nieren schädigen sowie Bluthochdruck begünstigen. Über Jodsalz alleine kann die Jodversorgung daher nicht gewährleistet werden.

Lebensmittel mit hohem Jodgehalt

Jod ist in unserer Nahrung heute meist Mangelware. Denn die Gletscher der Eiszeit haben dieses lebenswichtige Spurenelement vor langer Zeit aus dem Boden gewaschen und in die Meere geschwemmt. Zu den jodhaltigsten Nahrungsmitteln gehören daher Seefische und Meeresfrüchte. Mindestens einmal, besser jedoch zweimal pro Woche sollten sie als natürliche Jodlieferanten auf den Speiseplan stehen. Allerdings gibt es auch bei den Meerestieren Unterschiede im Jodgehalt. Zu den jodreichsten gehören der Schellfisch, der Seelachs und die Scholle. Aber auch Garnelen, Kabeljau, Miesmuscheln und Hummer enthalten vergleichsweise viel von dem Spurenelement. Auch der regelmäßige Verzehr von Milchprodukten und Eiern ist gut für die tägliche Jodzufuhr. In Gemüse und Obst ist hingegen kaum Jod enthalten. Gerade strenge Vegetarier laufen daher Gefahr, durch ihre rein pflanzliche Ernährung einen Jodmangel zu bekommen. Zu Gemüsen mit dem höchsten Jodgehalt gehören Champignons, Brokkoli, Grünkohl, Spinat und Möhren. Wer wenig oder gar kein Fisch und Fleisch isst und eventuell sogar auf Milch und Eier verzichtet, sollte an eine Einnahme von Jodtabletten als Nahrungsergänzung denken.

Jodergänzung durch Tabletten

Eine einfache Möglichkeit, einem Jodmangel vorzubeugen, ist die Einnahme von Jodtabletten. Sie sind nicht verschreibungspflichtig und sehr gut verträglich. Allergien sind nicht zu erwarten. Vor dem Beginn der Einnahme sollte aber vorsichtshalber ein Arzt um Rat gefragt werden. Denn es gibt Gründe, die gegen eine Einnahme von Jodtabletten sprechen wie beispielsweise eine Überfunktion der Schilddrüse. Auch eine Überdosierung ist zu vermeiden. Empfohlen wird die Jodsubstitution insbesondere in extremen Jodmangelgebieten, in Familien mit gehäuftem Kropfvorkommen und für streng vegetarisch lebende Menschen. Auch Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit empfehlen Ärzte Jodtabletten zur Nahrungsergänzung. Denn ein Jodmangel kann dem Kind jetzt sehr schaden. Es kann in der körperlichen und geistigen Entwicklung zurückbleiben und nach der Geburt Folgeschäden erleiden. Durch eine ausreichende Jodzufuhr, insbesondere ab der zwölften Schwangerschaftswoche, kann diesen Fehlentwicklungen aber effektiv entgegengewirkt werden. "Flaschenkinder" sind in der Regel ausreichend mit Jod versorgt, da Babymilch und –breiprodukte mit dem Spurenelement Jod angereichert sind.

Aber Achtung: Jod nicht bei bekannten Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder Basedow verwenden. Lassen Sie sich immer erst untersuchen!

Stand 2009

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