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Ernährungstipps - Gesunde Ernährung senkt das Gallen- und Harnsteinrisiko

Die Entstehung von Gallensteinen ist zum Teil anlagebedingt, zum Teil ist sie abhängig von den Sexualhormonen und dem Lebensalter eines Menschen. Es gibt jedoch auch Faktoren, die durchaus beeinflussbar sind. In den Industrieländern spielen Ernährungsgewohnheiten die wichtigste Rolle bei der Gallensteinentstehung. Gallensteine, die durch zuviel Cholesterin gebildet werden, werden daher auch als ein Wohlstandsleiden bezeichnet. Wer sich davor schützen möchte, sollte ein paar einfache Grundsätze beachten:

Der wichtigste Grundsatz zur Vorbeugung von Gallensteinen heißt: Übergewicht vermeiden! Vorhandenes Übergewicht sollte langsam mit Hilfe einer ärztlich empfohlenen Diät zur Schonung der Leber und Galle normalisiert werden. Mittels fettreduzierender Maßnahmen und gemäßigter Zufuhr raffinierter Kohlenhydrate (z.B. Zucker und Weißmehl) kann das Erkrankungsrisiko gesenkt werden. Auch körperliche Bewegung ist wichtig. Die Gewichtsabnahme wird dadurch erleichtert und das Wohlfühlgewicht kann leichter gehalten werden. Durch gesunde Ernährung wird außerdem der Cholesterinspiegel im Blut gesenkt. Dadurch gelangt weniger Cholesterin in die Galle. Denn eine cholesterinübersättigte Gallenflüssigkeit begünstigt die Steinbildung in hohem Maße. Aus diesem Grund gilt der cholesterinarmen Kost besondere Achtung. Vorsicht also vor zuviel tierischen Fetten in Käse, Fleisch oder Wurstwaren. Pflanzliche Fette hingegen sind nahezu cholesterinfrei. Sie enthalten wenig gesättigte, dafür aber einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Essen Sie also lieber pflanzliche Margarine und verwenden Sie pflanzliche Öle zum Zubereiten von Speisen.

Eine Ernährungsumstellung muss nicht bedeuten, dass der Speiseplan eintönig wird. Frisches Gemüse und Salate, Obst der Saison und Vollkornprodukte sorgen für eine kalorienarme Kost. Ganz nebenbei werden dem Körper dadurch auch wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe zugeführt. Auch eine ballaststoffreiche Ernährung schützt vor Gallensteinen. Denn Ballaststoffe binden die Gallensäure bzw. das Cholesterin im Darm. So gelangen diese schädlichen Substanzen gar nicht erst über das Blut in die Leber. Das bewirkt, dass die Leber die benötigte Gallensäure durch einen höheren Cholesterinumsatz neu bilden muss. Ballaststoffe sind in allen Vollkornprodukten, wie z. B. Vollkornbrot, Reis und Nudeln enthalten, aber auch in frischem Obst, Salat und Gemüse. Die empfohlene Ballaststoffzufuhr beträgt ca. 30g pro Tag. Vorsicht vor Zucker und Süßigkeiten: Die in ihnen enthaltene Glukose bewirkt einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Das führt zur Insulinausschüttung und einer Senkung des Blutzuckerspiegels. Der Effekt ist ein erneutes Hungergefühl, der nur zum weiteren Naschen veranlasst. Achten Sie lieber vermehrt auf „Insulinlocker“. Dazu gehören ballaststoffreiche Nahrungsmittel, die Zucker in Form von Stärke enthalten und für ein länger andauerndes Sättigungsgefühl sorgen.

Regelmäßige Mahlzeiten sind wichtig, damit die Aktivität der Gallenblase - das kräftige Zusammenziehen zur Entleerung des Gallenschlamms – gesteigert wird. Der Kreislauf der Gallensäuren zwischen Darm und Leber wird beschleunigt, somit befindet sich der Selbstreinigungsprozess in voller Aktivität. Dieser Vorgang sollte möglichst nicht durch Fastenperioden unterbrochen werden. Geachtet werden sollte auch auf ein vollwertiges Frühstück, weil hierbei der Gallenschlick, der sich während der nächtlichen „Hungerphase“ gebildet hat, entleert wird. Durch die Zufuhr von Kaffee oder Alkohol („gallentreibende Substanzen“) kann es dazu kommen, dass nicht nur die Gallenflüssigkeit, sondern auch bereits vorhandenen Steine ausgetrieben werden. Verstopft der Stein den Gallengang, kommt es zu einer äußerst schmerzhafter Kolik. Alkohol sollte daher „in Maßen“ genossen werden (erlaubt sind z.B. 20-30ml Wein/Tag). Das trägt in hohem Maße dazu bei, den Cholesterinhaushalt in der Galle zu minimieren. Hilfreich sind auch Kräuter und Gewürze, die die Gallenproduktion anregen. Sie verdünnen die Gallenflüssigkeit und fördern somit die Entleerung der Galle. Empfehlenswert sind hierfür Schöllkraut, Schafgarbe oder Löwenzahn. Ein stark galletreibendes Gewürz ist zudem Curcuma, die Gelbwurz. Als Gallentees gelten Benedikten-, Löwenzahn- und Wermutkraut, Pfefferminzblätter und Mariendistelfrüchte.

Trinktipps für Harnsteinpatienten

Harnsteine entstehen immer dann im menschlichen Körper, wenn die Konzentration bestimmter Substanzen im Harn größer als deren Löslichkeit ist. Die am häufigsten vorkommenden Steine bestehen aus Kalziumverbindungen und aus Harnsäure. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um diesen Steinleiden vorzubeugen und auch Neubildungen zu verhindern. Die wichtigste Maßnahme besteht in einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr (2,5- 3 Liter/Tag). Durch viel Trinken wird eine starke Verdünnung des Harns erreicht, die eine Kristallisation von Salzen verhindert. Außerdem können bereits vorhandene Steine besser ausgespült werden. Allerdings ist für Harnsteinpatienten nicht alles Flüssige erlaubt, das schmeckt. Je nach Art des Steinleidens sollten bestimmte Trinkgewohnheiten bevorzugt werden:

Geeignete harnneutrale Getränke, die der Harnsteinpatient mit unbekannter Harnsteinart ohne Einschränkung zu sich nehmen darf, sind z.B. Quell- und Leitungswasser, Früchte- und Kräutertees, Harntees, mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte und Mineralwasser. Bei Mineralwasser muss darauf geachtet werden, dass der Kalziumgehalt möglichst unter 100 mg pro Liter liegt und auf keinen Fall 250 mg übersteigt. Der Natriumgehalt sollte nicht über 500 mg pro Liter liegen. In geringen Mengen geeignet sind Kaffee, schwarzer Tee, Milch, pure Fruchtsäfte und alkoholfreies Bier (1-2 Gläser am Tag). Völlig ungeeignete Getränke, die der Harnverdünnung entgegenwirken, sind alkoholische Getränke, konzentrierte Fruchtsäfte, zuckerhaltige Limonaden und Cola- Getränke. Kalziumoxalatstein-Patienten sollten auch auf einen hohen Magnesiumgehalt und Bikarbonat-Gehalt in Mineralwässern (HCO-3 über 1500mg/l) achten. Säfte von Zitrusfrüchten (Orangen-, Grapefruit-, Zitronen- etc.) sind für sie ebenfalls geeignet, da sie harnalkalisierend wirken. Pfefferminz- und Grüner Tee sollen wegen des hohen Oxalsäuregehaltes gemieden werden. Kalziumphosphatstein- Patienten sollten harnsäuernde Getränke zu sich nehmen (schwarzer Johannisbeersaft, Preiselbeersaft) und sulfatreiche (über 400mg/l) sowie hydrogenkarbonatarme (unter 1000mg/l) Mineralwässer. Säfte von Zitrusfrüchten sind für sie ungeeignet. Harnsäurestein- Patienten sollten säuernde Getränke, wie Johannisbeer- und Preiselbeersaft meiden.

Ernährungstipps für Harnsteinpatienten

Auch eine richtige Ernährungsweise kann die Entstehung von Harnsteinen entscheidend beeinflussen. Bei unbekannter Harnsteinart ist eine ausgewogene, vitaminreiche und vollwertige Kost empfehlenswert. Dadurch wird Übergewicht vermieden und bestehendes Übergewicht kann langsam minimiert werden. Wichtig ist, die Nahrung auf mehrere kleine Mahlzeiten zu verteilen (ca. 5 pro Tag), langsam zu essen und gut zu kauen. Zuzüglich sollten üppige Mahlzeiten in den Abendstunden gemieden werden. So wird der Körper nicht mit unnötigen Abbauprodukten belastet, die mit dem Harn ausgeschieden werden müssen und somit die Harnsteinbildung fördern. Der tägliche Speiseplan sollte individuell angepasst werden und reich an nährstoffhaltigen sowie energiearmen Lebensmitteln sein. Günstig ist eine ballaststoffreiche Kost: Vollkornprodukte und andere Getreideerzeugnisse, Kartoffeln. Gemüse und Salat sollten möglichst frisch und in Rohkostform verzehrt werden. Schonende Zubereitungen wie Dünsten oder Dämpfen eignen sich ebenfalls. Fertiggerichte und –suppen sollten grundsätzliche gemieden werden.

Die Kochsalzaufnahme ist bei unserer Ernährung allgemein zu hoch (12-15g/Tag, bei empfohlenen 6g). In vielen Fertiggerichten und Konserven ist zuviel davon enthalten. Aus diesem Grund sollten solche Speisen nicht mehr nachgesalzt werden. Auch sonst sollte sparsam mit Salz umgegangen werden. Denn eine vermehrte Salzaufnahme führt zu zunehmender Ausscheidung steinbildender Substanzen (Kalzium im Harn). Bei der Auswahl von Fetten und Ölen sind pflanzliche Fette und Öle (z.B. Raps- und Olivenöl) zu bevorzugen. Für eine gesunde Ernährungsweise ist eine tägliche Proteinzufuhr von 50-60g ausreichend. Abgedeckt wird dieser Grundbedarf durch Fleisch, Fisch, Wurstwaren, pflanzliche Proteine und Milchprodukte. Grundlegend sollten magere und schonend zubereitete Produkte bevorzugt werden. Es bietet sich an, ein- bis zweimal in der Woche Fisch zu verzehren und ein bis zwei fleischlose Tage einzuführen. Milch- und Milchprodukte wie Quark, Joghurt und Käse sollten gemieden werden, da sie die Säuresekretion des Magens anregen. Eine Zufuhr von Milchprodukten ist für Kalziumstein-Patienten wichtig, damit der Patient mit der ausreichenden Menge an Kalzium (600 –800 mg/Tag) versorgt wird. Die empfohlene Kalziummenge aus Milchprodukten beträgt 300 mg/Tag (enthalten in 250g Milch/ 125g Joghurt/ 30g Gouda/ 200g Speisequark). Ungünstig dagegen sind Zucker-Produkte in Form von Süßigkeiten, Limonaden und anderen raffinierten Kohlenhydraten. Diese Produkte begünstigen die Bildung kalziumhaltiger Harnsteine.

Kalziumoxalatstein-Patienten sollten auf Gemüse mit hohem Oxalatgehalt verzichten. Dazu zählen Spinat, Mangold, Rote Beete und Rhabarber. Bei den Gewürzen sind es Sauerampfer und Petersilie. Auch Nüsse sollen nur in geringen Mengen gegessen werden. Weiter gilt es, die empfohlene Menge an tierischem Eiweiß einzuhalten. Bei überwiegend vegetarischer Ernährung steigt der Säurewert des Harns schnell auf 6,2 an. Vorsicht ebenfalls vor Süßigkeiten und Knabbereien! Der Verzehr von Schokolade, Kakaoprodukten, Nüssen und Samen sollte aufgrund des hohen Oxalatgehaltes einschränkt werden. Harnsäurestein-Patienten müssen den Genuß so mancher Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen), Sojabohnen und Pilze ewinschränken. Sie enthalten höhere Mengen an Purinen. Auch Nahrungsmittel mit viel tierischem Eiweiß sind ungünstig. Dazu gehören Innereien  (Leber, Niere, Lunge, Herz, Hirn), Fleischextrakte, Fisch (Hering, Sardellen, Sardinen) und Hummer bzw. Krabben. Sie lassen den Harnsäurespiegel im Körper erheblich ansteigen. Deswegen sollten diese nur in kleinen Mengen verzehrt werden.

Stand 2009
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