|
|
Zurück zur Themenübersicht |
Diagnostik bei Harnsteinen
Hintergründe
Harnsteine
können im gesamten Harntrakt entstehen. Abhängig von den Entstehungsorten wird
in Nieren-, Harnleiter- und Blasensteine unterschieden. Die Disposition zur
Steinbildung lässt sich häufig bereits in der Krankengeschichte erkennen. Die
Betroffenen haben meist eine familiäre Belastung, ungünstige
Ernährungsgewohnheiten, nehmen unter Umständen Medikamente ein, die eine
Steinbildung begünstigen. Manche Menschen leiden sogar unter einer speziellen
Stoffwechselstörung, die von ihrer Kindheit an zu einer Steinbildung führt (Cystinsteine).
Nur in seltenen Fällen werden Harnsteine durch Zufall gefunden, zum Beispiel bei
Routineschecks in einem Röntgenbild oder bei einer Ultraschalluntersuchung.
Häufiger leiden die Betroffenen unter wiederholten schmerzhaften Steinabgängen
und je nach Lage des Steines unterscheidet sich der Schmerz in Art und
Intensität:
Eine
Nierenkolik verursacht intensive, krampfartige Schmerzen, die in den Rücken
ausstrahlen. Die Ursache liegt an einem Stein, der aus dem relativ weiten
Nierenbecken in den nur 4 mm engen Harnleiter wandert. Manche Steine gehen
spontan ab, denn sie werden durch den Harnleiter in die Blase gepresst um mit
dem Urin ausgeschieden. Bleibt der Stein jedoch im Harnleiter stecken, so halten
die Koliken weiter an und die Niere staut sich durch die fortlaufende
Urinproduktion immer weiter auf. Das ist nicht nur äußerst schmerzhaft sondern
auch sehr gefährlich für die betroffene Niere: Sie kann durch den Druck
geschädigt werden und im schlimmsten Fall sogar ihre Funktion verlieren. Neben
den immer unerträglicher werdender Schmerzen können weitere Symptome auftreten,
wie blutroter Urin und Übelkeit. Kommt es zusätzlich noch zu einer Infektion
droht eine Urosepsis, eine Blutvergiftung, die mit Fieber, Schüttelfrost,
Abgeschlagenheit und Flankenschmerzen einhergeht. Dies ist ein absoluter Notfall
und erfordert schnellstmögliches ärztliches Eingreifen. Liegt der Harnstein
bereits im unteren Bereich des Harnleiters, kurz vor der Blase, entsteht in der
Regel ein stechender Schmerz in der Leistengegend. Auch hierbei besteht die
Gefahr des Urinrückstaus, der den Harnleiter und Nierenkelch um ein Vielfaches
erweitern kann.
Urinanalyse:
Die einfachste Methode ist die Harnuntersuchung. Mit Tests, wie dem
Urinschnelltest werden innerhalb von Minuten Infektionen des Harntraktes und
Blut im Urin nachgewiesen. Doch auch andere Parameter lassen einen ersten
Rückschluss auf die Steinentstehung zu: Zum Beispiel der pH-Wert des Urins.
Ist der Urin alkalisch (pH über 7,0) kann eine bakterielle Infektion der
ableitenden Harnwege dahinter stecken. Bakterien fördern die Bildung
phosphathaltiger Steine. Ein stark saurer Urin (pH unter 5,75) hingegen führt
zur Bildung eines Harnsäuresteins.
Blutuntersuchung: Über Bestimmung der Endprodukte
des Eiweißstoffwechsels Kreatinin und Harnstoff sind Rückschlüsse auf eine
Nierenerkrankung möglich. Je höher die Konzentrationen im Blutserum sind, desto
schlechter ist die Funktion der Niere.
Bei
Infektionen wird meist eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose)
beobachtet.
Steinlokalisation durch bildgebende
Verfahren:
Ausschlaggebend für die Therapie von Harnsteinen sind Lage, Größe sowie Anzahl
der Steine. Es eignen sich verschiedene diagnostische Verfahren, um einen Stein
exakt zu orten und eine mögliche Abflussstörung des Urins in der Niere durch
einen im Harnleiter sitzenden Stein festzustellen.
Sonographie: Im Ultraschall können z.B. Nierensteine und entzündliche
Veränderungen sichtbar gemacht werden. Auch ein möglicher Harnstau in der
Niere (verursacht durch einen Harnleiterstein) ist gut zu erkennen.
Röntgen und Ausscheidungsurographie:
Im
Röntgenbild lässt sich die Lage des Nieren- oder Harnleitersteines erkennen.
Entweder ist er schattengebend (bei vorhandenen Kalkablagerungen) oder
nicht-schattengebend. Wenn sich viel Gas im Darm befindet oder wenn sich der
Stein nicht eindeutig lokalisieren lässt, wird ein spezielles
Röntgenverfahren - die Ausscheidungsurographie durchgeführt. Der Patient
bekommt dafür ein jodhaltiges Kontrastmittel gespritzt. Mit dieser
Untersuchung lassen sich Steine ab zwei Millimeter aufspüren,
Nierenhohlräume, Harnwege und Blase sind viel deutlicher zu erkennen und die
Lage eines Steins kann nun genauer bestimmt werden.
Spiral-Computertomogramm:
Wenn in der Kontrastdarstellung kein Stein zu finden ist, muss der Verdacht
eines Tumors ausgeschlossen werden. Dann wird der Patient im sogenannten
Spiral-Computertomogramm untersucht. Durch die dreidimensionale
Bildauflösung des Körpers können „versteckte“ Steine und Tumore gefunden
werden.
Stand 2009
|
|
Zurück zur Themenübersicht |