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Tipps
Leben mit dem künstlichen Gelenk
Mit einem
künstlichen Gelenk lässt sich sehr gut leben. Doch gerade in der ersten Zeit
nach der Operation muss es noch geschont werden. Besorgen sie sich Hilfe für den
Haushalt, beim Einkaufen oder anderen alltäglichen Handgriffen. Vergessen sie
besonders in den ersten Monaten nicht ihre Mobilitätsübungen!
Tipps, wie das künstliche Gelenk
geschont wird:
Vermeiden
sie Stauchungen, starke Drehbewegungen, überkreuzte Beinstellungen. Alles das
kann eine Luxation (= Ausrenkung) der Hüftprothese verursachen. Das operierte
Gelenk sollte immer nur so stark belastet werden, wie der Arzt oder
Physiotherapeut dies erlaubt.
Beim
Sitzen sollte das Knie immer niedriger als die Hüfte sein bzw. das Knie darf
nicht mehr als 90 Grad gebeugt werden.
Die
Beine sollten beim Sitzen, liegen oder Stehen nicht über Kreuz geschlagen
werden. Beine beim Sitzen immer etwas auseinander stellen und darauf zu
achten, dass die Füße beim Stehen nicht nach innen zeigen.
Beim
Aufstehen zuerst an die Stuhlkante vorrutschen. Das operierte Bein
vorschieben, sich vom Sitz abdrücken und das Gewicht auf das gesunde Bein
verlagern.
Beim
Treppensteigen ist immer das gesunde Bein zuerst aufsetzen. Beim
Abwärtsgehen genau umgekehrt.
Bei
Seitenlage im Bett sollten Hüftprothesenträger stets ein Kissen zwischen die
Beine legen.
Jede
Hüftbeugung über 90 Grad muss vermieden werden. Wer alleine ist, sollte sich
für das Anziehen von Schuhen und Strümpfen, oder Aufheben von Gegenständen
entsprechende Hilfsmittel besorgen.
Starke
Gelenkbelastungen wie schnelles Laufen, Springen etc. vermeiden.
Lasten,
die mehr als 20 Prozent des eigenen Körpergewichts ausmachen, dürfen nicht
getragen werden. Knieprothesenträger sollten versuchen, einen Rucksack zu
benutzen, um das Gewicht gleichmäßig zu verteilen.
Stabile, flache Schuhe, die einen guten Halt geben, sind zu empfehlen.
Weiche Sohlen federn zusätzlich den Schritt ab und schonen damit das Gelenk.
Schwere
Gartenarbeiten, das Steigen auf Leitern oder Herumrutschen auf Knien ist für
alles Kunstgelenkträger Tabu.
Jeden
Tag sollten mindestens 200 Schritte gegangen werden.
Der geeignete Sport
Laufen/Walking/Wandern:
Bei einem ökonomischen Laufstil, also keine zu übertriebenen Laufbewegungen, die
die Muskulatur ermüden, ist diese Sportart geeignet. Günstig ist flacher weicher
Boden (kein Asphalt), bei Bergwandern ist der Aufstieg besser geeignet als der
Abstieg.
Schwimmen:
Ebenfalls gut geeignet, weil viele Muskelgruppen gleichzeitig kontrolliert
werden. Knieprothesenträger sollten nur die Kraulbewegungen für die Beinarbeit
verwenden, da das gelenkschonender ist.
Radfahren:
Ist ebenfalls gut geeignet, da die Muskulatur gleichmäßig beansprucht wird.
Jedoch: starke Steigungen vermeiden. Geeignet ist das Training auf dem
Heimtrainer, da sich der Widerstand optimal einstellen lässt.
Skilanglauf: Ist nur bedingt geeignet. Extreme
Steigungen und Gefälle sollten vermieden werden. Empfehlenswert ist die Fahrt
auf einer gespurten Loipe – sonst besteht Sturzgefahr.
Alpiner
Skilauf, Sprungdisziplinen oder Ballsportarten wie Fußball, Handball oder
Volleyball vermeiden. Nur routinierte Skifahrer dürfen diesen Sport weiter
durchführen, sollten aber Buckelpisten und Tiefschnee vermeiden. Ähnliches gilt
beim Golfen. Ein geübter Golfspieler kann sicher kontrollierter (und damit
schonender) bewegen als ein Anfänger. Bedingt geeignet ist Tennis. Wer nicht
darauf verzichten kann, sollte auf weichen Bodenbelag zu achten. Ähnlich verhält
es sich mit dem Reiten. Nur erfahrene Reiter können ihren Reitstil so umstellen,
dass die Gelenke so wenig wie möglich belastet werden. Doch sollte man eher
darauf verzichten, denn die Sturzgefahr ist zu groß.
Endoprothesenpass
Prothesen
können bei den Sicherheitskontrollen wie z.B. am Flughafen Alarm auslösen. In
solchen Fällen sollte immer ein spezieller Prothesenträgerausweis mitgeführt
werden. Er enthält Informationen zum künstlichen Gelenk, Notizmöglichkeiten für
Nachsorgetermine und bietet rasche Informationen für den nachbehandelnden Arzt,
den Krankengymnasten und Physiotherapeuten.
Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen
Regelmäßige
Nachuntersuchungen sind wichtig. Der Arzt überprüft den Sitz und die Funktion
des neuen Gelenkes. Probleme wie eine Prothesenlockerung können rechtzeitig
erkannt und behandelt werden.
Stand 2009
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