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Künstliche Gelenke - Hüfte

Das Hüftgelenk ist nicht unverwüstlich

Das Hüftgelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers und ermöglicht die Bewegung zwischen Bein und Rumpf. Dabei ist es täglich extremen Anforderungen ausgesetzt. Schon bei einem Körpergewicht von etwa 70 kg kommt es beim Gehen in der Hüfte zu Druckkräften, die mehr als das Doppelte des eigenen Körpergewichts ausmachen. Diese enorme Belastung lässt das Hüftgelenk auf Dauer verschleißen. Eine Arthrose ist oft die Folge. Neben dem natürlichen Alterungsprozess sind auch sport- oder unfallbedingte Verletzungen, Fehlstellung der Beine (X- oder O-Beine) und starkes Übergewicht Ursachen für den Hüftschaden.

Aufbau des Hüftgelenks

Die Hüfte ist ein Kugelgelenk, das den Oberschenkelknochen und das Becken miteinander verbindet. Das Becken besitzt auf jeder Seite eine pfannenförmige Vertiefung, die so genannte Hüftgelenkspfanne. In ihr ist der kugelförmige Kopf des Oberschenkelknochens eingebettet. Pfanne und Hüftkopf bilden das Gelenk. Diese Konstruktion ermöglicht es, dass sich das Bein weit nach vorn, nach hinten und zur Seite bewegen lässt. Damit diese Rotation reibungslos verlaufen kann, ist die Gelenkpfanne mit einer glatten Knorpelschicht überzogen. Sie ist der Puffer zwischen den beiden Knochen. Eine Kapsel aus kräftigen Bändern umschließt das Gelenk und stabilisiert es. Das Gelenk erhält somit die nötige Festigkeit, um das Gewicht des Oberkörpers zu tragen, und zugleich die nötige Elastizität, um den einwirkenden Bewegungskräften standzuhalten.

Der langsame Verschleiß - Hüftgelenksarthose

Stellen sich Bewegungsschmerzen an der Hüfte ein, die später auch in Ruhe auftreten, deutet dies auf eine Hüftgelenksarthrose hin. Dieser Verschleiß des Hüftgelenks, auch Cox-Arthrose (von lat. Coxa = Hüfte) genannt, ist im fortgeschrittenen Stadium der häufigste Grund für die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks. Ist der Gelenkknorpel intakt, bedeckt er die Gleitflächen des Gelenks vollständig. Damit die Bewegung möglichst reibungslos vor sich geht, produziert die Gelenkinnenhaut eine Flüssigkeit (Synovia), die den Knorpel ernährt und zugleich gleitfähig macht. Bei jeder Bewegung wird diese Gelenkflüssigkeit gleichmäßig im Gelenk verteilt, so dass alle Oberflächen erreicht werden. Darum ist auch die regelmäßige Bewegung so wichtig für Funktion und Erhalt der Gelenke. Kommt es zu einem Abbau oder gar zur vollständigen Zerstörung des Gelenkknorpels, reiben die beiden Knochen schließlich ungeschützt aneinander. Dieser Verschleiß ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch zu Steifigkeit und Instabilität des Gelenks führen. Darum ist im fortgeschrittenen Stadium meist auch die Beweglichkeit stark eingeschränkt.

Wann wird eine Hüftgelenksprothese notwendig?

Hat die Arthrose die Knorpelmasse zerstört und sogar schon die knöchernen Strukturen des Hüftgelenks angegriffen, ist dieser Prozess nicht mehr rückgängig zu machen. Jedoch können die schmerzhaften Symptome gebessert und das weitere Fortschreiten der Erkrankung beeinflusst werden. Bei beginnenden Hüftbeschwerden helfen in vielen Fällen noch konservative Maßnahmen. Hierzu gehören schmerzlindernde Medikamente und krankengymnastische Übungen. Unter Umständen werden entzündungshemmende Wirkstoffe direkt in das Hüftgelenk gespritzt. Unter Umständen ist es eine Gewichtsreduktion ratsamen, da Übergewicht eine erhebliche Zusatzbelastung für das Gelenk bedeutet. Zeigen alle diese Maßnahmen keinen Erfolg, wird unter bestimmten Voraussetzungen, vor allem bei jüngeren Menschen, zunächst eine gelenkerhaltende Operation durchgeführt. Dabei wird die Belastungszone im Gelenk durch eine Umstellung des Hüftkopfes verändert.

Sind auch die schonenden operativen Maßnahmen erschöpft, wird die Implantation eines künstliches Hüftgelenks in Frage kommen. Dank moderner Operationstechniken und Prothesenmaterialien können solche Eingriffe heute bis ins fortgeschrittene Alter durchgeführt werden. Insbesondere für ältere Patienten mit starken Schmerzen und erheblicher Einsteifung ist ein künstliches Gelenk oft der letzte Ausweg, um Schmerzen zu lindern und die Bewegungsfähigkeit zu sichern.

Stand 2009

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