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Meniskusimplantate
Wenn der Meniskus reißt...
...passiert
das in wenigen Augenblicken. Meist reicht ein Sturz, ein Schlag, ein kurzer
massiver Druck auf das Kniegelenk. In der Regel sind Sportunfälle die Ursache
dafür, dass der Meniskus reißt und nicht immer wird dieser Schaden sofort
entdeckt. Ein Problem ist: Auf lange Sicht ist ein eine Arthrose
vorprogrammiert, die sich meist ab dem 40. Lebensjahr bemerkbar macht.
Normalerweise hält das Knie eine Menge aus: Es kann kurzeitig mit bis zu 1,5
Tonnen belastet werden, denn das Kniegelenk gehört zu den komplexesten Gelenken
des Körpers. Es funktioniert wie eine Art flexibles Scharnier, das bei größter
Stabilität gleichzeitig Vorwärtsbewegungen und leichte Seitwärtsdrehungen
ermöglicht. Doch bei falschen Bewegungen, aber auch angeborenen Kniefehlern, wie
beispielsweise einer Kniescheibenverschiebung, kann es ebenfalls zu
schmerzhaften Abnutzungserscheinungen kommen und auch das äußert sich häufig in
einem Meniskusschaden.
Mensiken - Stoßdämpfer der Natur
Die
Menisken (Innen- und Außenmeniskus) sitzen zwischen den Knochen des Ober- und
Unterschenkels im Knie. Menisken sind Knorpelscheiben, die relativ weich sind,
vergleichbar mit der Konsistenz eines Weingummis. Sie führen und unterstützen
zusammen mit den Bändern die Bewegungen des Kniegelenks. Der Bandapparat sorgt
zudem noch für eine effektive Fixierung, damit das Knie nicht seitlich
wegrutschen kann. Die Menisken haben die Aufgabe, jeden Stoß beim Gehen zu
dämpfen, damit die Knochen nicht aufeinander prallen. Sie sorgen auch dafür,
dass die Last, die das Knie zu tragen hat, so optimal verteilt wird, dass die
Knochenenden nicht aufeinander reiben. Schäden entstehen dadurch, dass der
Meniskus zwischen den Gelenken regelrecht "geknetet" wird. Durch dieses "kneten"
entstehen viele kleine Risse, die sich eines Tages zu einem großen Riss
verbinden.
Früh
entdeckt und möglichst in einem Alter unter 30 Jahren, können solche Risse noch
genäht werden. Je älter der Mensch ist, desto „verbrauchter“ ist der Meniskus
und in der Regel wird er dann einfach entfernt. Das hat den Vorteil, dass die
Betroffenen zunächst keine Kniebeschwerden mehr haben. Da aber dadurch die
physiologische Pufferzone des Knies verloren geht, ist auch hier eine
Kniegelenksarthrose auf lange Sicht wahrscheinlich.
Collagenpflaster für die Mensiken
Mitte der
80er-Jahre begann der amerikanischer Orthopäde Dr. Richard Steadman den Versuch,
aus biologischem Material einen künstlichen Meniskus nachzubilden. Diesen wollte
er als Platzhalter an Stelle des geschädigten Meniskus einsetzen. Aus diesen
Überlegungen hat sich das Collagen-Meniskus-Teilimplantat entwickelt: kurz CMI
genannt. Das Prinzip des CMI sieht folgendermaßen aus: Das Grundgerüst besteht
aus einem schwammartigen Collagen, das vom Körper nach einigen Monaten abgebaut
wird. In dieser Zeit wachsen Knorpelzellen in das Gewebe ein und meniskusartiges
Gewebe bildet sich aus.
Ein Problem
aber ist: es kommt nicht in jedem Fall zu einer Neubildung: Beobachtungen
zufolge kann bei etwa 2/3 der Patienten ein Meniskusregenerat nachgewiesen
werden, bei etwa einem Drittel nicht. Histologisch gesehen, also von den
Zelleigenschaften her, entspricht der „neue“ Meniskus dem alten Meniskus in
weitgehenden Anteilen. Jedoch wird mehr Faserknorpel nachgewiesen, als fester
„hyaliner“ Knorpel. Ärzte können bislang nur vermuten, dass dieser Faserknorpel
weitgehend so belastbar ist wie der körpereigene Meniskus. Noch ist das
Verfahren zu jung, so das die Wissenschaftler keine abschließende Beurteilung
abgeben können.
OP in Vollnarkose
Für das CMI
gibt es keine Altersbeschränkung. Da die Operation in Vollnarkose durchgeführt
wird, müssen die allgemeinen Risiken einer Operation bedacht werden. Zuerst wird
der verletzte Teil des Meniskus entfernt. Dann wird das an diesen Teil des
früheren Meniskus angepasste Kollagenimplantat arthroskopisch in das Knie
eingeführt und dort an den Meniskusrest angenäht.
Lange Rehabilitationszeit!
Die
Nachbehandlung ist sehr wichtig. Acht Wochen lang darf das Knie nicht belastet
werden und es muss eine stabilisierende Gelenkschiene getragen werden. Nach ca.
drei Monaten beginnt langsam wieder das Bewegungstraining. Erst nach zirka acht
Monaten ist das Knie wieder voll belastbar – allerdings mit der Einschränkung,
dass starke Druck- und Stoßbelastungen zukünftig gemieden werden müssen.
Für wen ist das CMI geeignet – und
wer zahlt?
Bei
Betroffenen mit einer ausgeprägten Arthrose ist der Erfolg dieser Behandlung
nicht zu garantieren. Durch den fehlenden Knorpel kann das Implantat zu schnell
zerrieben werden, so dass neues Meniskusgewebe erst gar nicht entsteht.
Grundsätzlich ist das Collagen-Meniskus-Teilimplantat keine Kassenleistung.
Bislang wurde eine Kostenübernahme von Seiten der Krankenkassen nur in
Einzelfällen gewährt.
Stand 2009
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