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Blutkrebs - Hilfe zur Selbsthilfe bei Nebenwirkungen Begleiterscheinungen der Chemotherapie – was kann man tun

Medikamente gegen ...

Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Emesis). Das sind typische Begleiterscheinungen einer Chemotherapie, die sowohl während wie auch nach der Einnahme der Zytostatika (Medikamente, die das Wachstum von Tumorzellen hemmen) auftreten können. Da sie das Befinden sehr stark beeinträchtigen, können sie auch den Erfolg der Therapie beeinflussen. Daher ist es sinnvoll, mit dem Arzt über diese Beschwerden zu sprechen. Denn es ist möglich, diesen Kreislauf zu unterbrechen. Serotonin, ein körpereigener Botenstoff, spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Übelkeit und Erbrechen, weil er das Brechzentrum im Gehirn aktiviert. Dieser natürliche Mechanismus ist eigentlich lebensnotwendig. Bei gefährlichen Infektionen oder Vergiftungen zum Beispiel, wenn schädliche Giftstoffe oder Krankheitserreger auf diesem Wege schnell wieder aus dem Körper ausgeschieden werden.

Aber durch die Schädigung der Darmzellen während einer Chemotherapie wird Serotonin freigesetzt und löst eine Art Fehlalarm aus: Das Brechzentrum wird permanent aktiviert, ohne dass Krankheitserreger oder giftige Substanzen existieren. Dagegen gibt es Medikamente, so genannte Antiemetika, die als Gegenspieler des Serotonin (Serotoninantagonisten) den auslösenden Botenstoff blockieren.

Alternativ...

Auch die Natur hält für diese Beschwerden eine Pflanze bereit: Ingwer. Der weiß-gelbe Wurzelstock enthält verschiedene ätherische Öle wie zum Beispiel Gingerole, die ähnlich wirken wie ein Serotoninantagonist. Wer sich nicht aus frischem Ingwer einen Tee kochen möchte, erhält auch Ingwertabletten in der Apotheke.

Weitere Tipps gegen Übelkeit und Erbrechen:

Hilfe bei Entzündungen der Schleimhäute

Ein weiteres Problem während einer Chemotherapie sind Schleimhautveränderungen des gesamten Verdauungstraktes vom Mund bis zum After. Denn gerade diese normalerweise schnell nachwachsenden Zellen der Schleimhaut sind von der Chemotherapie betroffen. Dadurch kommt es zu Entzündungen und Geschwüren, die Bauchkrämpfe und Durchfälle sowie die ständige Gefahr von Infektionen durch Krankheitserreger mit sich bringen. Mit Hilfe einiger Regeln können Sie die Beschwerden aber unter Kontrolle halten:

Der Verlust der Haare

Da die Haarzellen genau wie Schleimhautzellen und Knochenzellen auf eine schnelle Zellteilung angewiesen sind, werden sie ebenfalls von den Zytostatika der Chemotherapie angegriffen. Die Folge: Haarausfall, der meist nur das Kopfhaar betrifft. Aber auch Schambehaarung, Augenbrauen, Bart und die übrige Körperbehaarung können betroffen sein. In der Regel setzt der Verlust nach dem zweiten Behandlungszyklus der Chemotherapie ein. Etwa drei bis sechs Monate nach Behandlungsabschluss setzt das normale Wachstum der Haare wieder vollständig ein.

Für Frauen bedeutet sie häufig einen Verlust der Weiblichkeit, der - wenn auch zeitlich begrenzt – gerade in dieser schweren Lebensphase eine zusätzliche psychische Belastung mit sich bringt. Eine bedeutsame Rolle fällt hier dem sozialen Umfeld zu, das an dieser Stelle mit Feingefühl viel auffangen kann. Allein schon Beratung und Unterstützung zu leisten bei der Entscheidung, ob für diese Zeit eine Perücke oder andere Formen von Kopfbedeckungen richtig sind, hilft häufig. Suchen Sie gemeinsam einen Friseur auf, der die Haare kurz schneidet, um die Übergangsphase, in der oft ganze Büschel ausfallen, zu erleichtern. Probieren Sie Mützen und Tücher aus, einschließlich sämtlicher Farben, Materialien und Wickeltechniken, die Sie in Modezeitschriften oder Afro-Shops finden können.

Stand 2009

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