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Antikörpertherapie – was verbirgt sich dahinter?
Bei dieser
Therapie geht es um eine medikamentöse Behandlung, die vor
allem in Kombination mit einer Chemotherapie Erfolg verspricht. Denn sie
zerstört nach einer intensiven Behandlung mit Zytostatika eventuell überlebende
Leukämiezellen und eignet sich damit zur Vermeidung eines Rezidives
(Leukämierückbildung). Die Antikörper führen zu einer deutlichen
Wirkungsverstärkung der Chemotherapie.
Die
sogenannten monoklonalen Antikörper gelangen über das Blut- und Lymphsystem
direkt an die Tumorzellen. Was die körpereigenen Abwehrzellen nicht schaffen,
gelingt den gentechnisch hergestellten Antikörpern: Nur sie sind in der Lage,
die Oberflächenstrukture der Krebszellen zu erkennen (Antigene) und sich damit
an die Krebszellen zu binden. Dort lösen sie eine Immunreaktion aus und
sensibilisieren die Krebszellen gegen Chemotherapie.
Unterschiedliche Antikörper für
unterschiedliche Leukämieformen
Antikörper
werden heute überwiegend eingesetzt bei: Akuter Lymphatischer Leukämie ALL,
Akuter Myeloischer Leukämie AML und Lymphomen, wie auch dem Plasmozytom - einer
Tumorerkrankung, die zu den niedrigmalignen(niedrigbösartigen)
Non-Hodgkin-Lymphomen NHL gehört. Seit 2005 laufen Studien über den Einsatz von
Antikörpern auch bei der Chronisch Lymphatische Leukämie CLL. Bislang galt hier
die therapeutische Devise: „watch and wait“ (beobachten und zuwarten), um später
rein symptomatisch, also palliativ (krankheitsmildernd) zu behandelnd.
Die
Antikörpertherapie mit dem Wirkstoff Anti-CD20 (oder
Rituximab) erfolgt entweder als Infusion in Kombination mit einer
Chemotherapie oder in seltenen Fällen auch als Monotherapie. Rituximab richtet
sich speziell gegen Erkrankungen der
B-Lymphozyten. Ein
weiterer Wirkstoff mit dem Namen Alemtuzumab ist auf das
Oberflächenmerkmal CD 52 der
B-
und T-Lymphozyten
ausgerichtet. Beide Wirkstoffe werden bei der Chronisch Lymphatischer Leukämie
CLL eingesetzt.
Eine
weitere Therapiemöglichkeit besteht darin, den Antikörper als Transportmittel
für Radioaktivität zu nutzen. Mit dem Wirkstoff
Zevalin wird das
radioaktive Element Yttrium direkt in krankes Gewebes geschleust, weitgehend
ohne gesundes Gewebe zu belasten. Diese Methode stellt bei Patienten mit
B-Zell-Lymphomen
eine Therapieoption dar, wenn sie bereits erfolglos konventionell behandelt
worden sind. Vorausgesetzt, ihr Knochenmark ist nicht durch andere Therapien
schon zu stark geschädigt.
Es bleibt
nach wie vor ein Restrisiko, dass auch bei diesem Verfahren gesunde Zellen von
den Antikörpern geschädigt werden können. Typische Nebenwirkungen für eine
Antikörpertherapie sind grippeähnliche Beschwerden sowie
mögliche allergische Reaktionen gegen das Fremdeiweiß. Es besteht die Gefahr
einer Autoimmunerkrankung, denn der Wirkmechanismus der
Antikörper beruht darauf, einer Art Immunreaktion auszulösen, wie sie bei der
Abwehr von Krankheitserregern auftritt.
Wirkungslos
bleibt eine Antikörpertherapie, wenn nicht genügend Antikörper an den Tumor
gelangen, weil nur eine unzureichende Blutversorgung des Tumors besteht. Dann
können die Antikörper nicht an den Krebszellen andocken und ihre Wirkung
entfalten. Selbst wenn Antikörper die Chemo- und Strahlensensibilität der
Krebszellen erhöht: Die Nebenwirkungen dieser aggressiven Behandlungsformen
werden dadurch nicht geringer. Immerhin erhöht die Antikörpertherapie offenbar
die Überlebenschancen im Vergleich zu alleinigen Chemotherapien.
Stand 2009
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