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Hautkrebs
Die Anzahl
der Neuerkrankungen bei Hautkrebs steigt innerhalb der hellhäutigen
Weltbevölkerung seit einigen Jahren dramatisch an. Allein in Deutschland sind es
laut Robert-Koch-Institut jährlich ca. 14.900 Menschen, die neu an Malignen
Melanomen (schwarzer Hautkrebs) im Bereich der Haut erkranken. Damit hat sich
die Anzahl seit den 1980iger Jahren verdreifacht. Frauen weisen bei niedriger
Sterblichkeit ein höheres Vorkommen – vor allem in jüngeren Jahren – als Männer
auf. Als größter Risikofaktor gilt das Sonnenlicht: Wer jahrelang seine Haut
ungeschützt der UV- Strahlung der Sonne ausgesetzt hat, ist besonders gefährdet.
Ein massiver Sonnenbrand heilt zwar meist oberflächlich ab, hinterlässt aber
bleibende Schäden in den tieferen Hautschichten. Dass immer mehr Menschen an
Hautkrebs erkranken, führen Ärzte unter anderem auf ein verändertes
Freizeitverhalten zurück, aber auch auf verstärkte Aufmerksamkeit und
Früherkennung. Besonders bei Kindern ist der Schutz vor der Sonne enorm wichtig,
da gerade in der empfindlichen Kinderhaut schnell Veränderungen des Erbguts
auftreten können, die schwerwiegende Spätfolgen haben können.
Weitere
Risikofaktoren sind eine familiäre Vorbelastung, heller Hauttyp und gehäuftes
Vorkommen von Pigmentmalen auf der Haut. Der Einfluss von Medikamenten,
Chemikalien und Schwangerschaft werden zur Zeit diskutiert.
Im Bereich
der Haut gibt es viele verschiedene Krebsarten, denn jede Zellart, die in der
Haut vorkommt, kann sich zu einer Tumorzelle verändern. So können Tumore unter
anderem von Nervenzellen, Gefäßzellen oder auch Fettzellen ausgehen. Die
häufigsten Tumorarten der Haut entstehen jedoch aus der Hornschicht der Haut und
aus den pigmentbildenden Zellen.
Schwarzer Hautkrebs (Malignes
Melanom)
Der
schwarze Hautkrebs oder Malignes Melanom ist die aggressivste Form, da sie meist
sehr früh bereits Metastasen bildet. Sie entsteht aus den Pigmentzellen der
Haut, den Melanozyten. Ein Melanom kann am ganzen Körper vorkommen: an Rücken,
Bauch oder Gliedmaßen, aber in seltenen Fällen auch an schlecht einsehbaren
Körperstellen wie unterhalb eines Nagels, in den Zwischenzehenräumen oder an den
Schleimhäuten. Als Hauptrisiko gelten heftige, mit Sonnenbrand einhergehende
Sonneneinwirkungen vor allem in der Kinder- und Jugendzeit. Je weiter sich der
Krebs in die Tiefe ausbreitet, desto gefährlicher ist er. Ist es sogar schon zu
einer Absiedlung von Tumorzellen gekommen, ist die Erkrankung nur noch in
seltenen Fällen heilbar und kann durch therapeutische Behandlungen nur noch
verzögert werden.
Heller Hautkrebs:
Plattenepithelkarzinom und Basalzellkarzinom
Tumoren,
die von Basalzellen der Epidermis ausgehen heißen Basalzellkarzinom, die von
Stachelzellen ausgehenden Tumore bezeichnet man als
Plattenepithelkarzinome.
Basalzellkarzinome
Das
Basalzellkarzinom ist der häufigste Hautkrebs bei hellhäutigen Menschen.
Langjährige UV-Bestrahlung, selten auch Kontakt mit Arsen (früher beim Weinanbau
und zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt) und radioaktive Strahlung
kommen als Auslöser für diese Art von Krebserkrankung in Frage. Das
Basalzellkarzinom entsteht in etwa 80 Prozent der Fälle am Kopf oder Hals, meist
an der Nase oder im Lidwinkel. Zunächst ist nur ein kleines Knötchen mit feinen
Äderchen zu sehen, dann bildet sich der Tumor mit einem Rand aus kleinen
Knötchen. Oft entstehen Wunden, die nur sehr schlecht abheilen. Treten
Basalzellkarzinome am Rumpf auf, werden sie oft mit Ekzemen verwechselt. Da
Basalzellkarzinome nicht metastasieren, sind sie in über 95 Prozent der Fälle
heilbar. Bei starker Ausbreitung kann es jedoch zu lebensbedrohlichen Zuständen
kommen, zum Beispiel zu einer Meningitis, wenn der Tumor in die Schädelknochen
einwächst.
Plattenepithelkarzinom
Das
Plattenepithelkarzinom, früher auch Spinaliom genannt, ist der zweithäufigste
Hautkrebs. Auch hier ist das Auftreten gekoppelt an langjährige
Sonneneinwirkung. Chemische Risikofaktoren sind Arsen und Teer. Patienten mit
reduziertem Abwehrsystem, sei es durch Medikamente oder Krankheit, haben ein
größeres Erkrankungsrisiko. Dieser Tumor tritt vorwiegend an ungeschützten
Körperteilen wie den Armen und Händen und vor allem an den sogenannten
Sonnenterassen – Gesicht, Glatze und Ohren - auf. Das Plattenepithelkarzinom
kann metastasieren und sollte früh entfernt werden, denn nur vor einer
Metastasierung sind die Heilungschancen noch gut. Tumore in der Genitalregion
oder im Mund haben grundsätzlich eine schlechtere Prognose als die übrigen
Formen des Plattenepithelkarzinoms. Eine frühe Diagnose verbessert die
Heilungschancen von Hautkrebs erheblich.
Bei all
diesen Arten von Hautkrebs ist es wichtig, ihn so früh wie möglich zu erkennen.
Denn nur bei Tumoren im Frühstadium bestehen gute Heilungschancen. Im Falle
einer Früherkennung liegen die Möglichkeiten einer vollständigen Heilung beim
Melanom bei 70 Prozent, beim Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom sogar
über 95 Prozent. Jeder sollte
deshalb regelmäßig seinen Körper untersuchen, um Hautveränderungen sofort vom
Arzt überprüfen zu lassen. Wer viele Muttermale hat, hat ein erhöhtes Risiko an
dem schwarzen Hautkrebs zu erkranken. Eine Änderung in der Farbe, aber auch
Jucken, Blutungen und schlecht heilende Wunden sind ein Warnsignal.
ABCD-Regel
Die
ABCD-Regel wird von den Ärzten zur Beurteilung von Muttermalen herangezogen und
kann auch vom Laien zu Hause angewendet werden:
A – steht für Asymmetrie
Ein
gutartiges Muttermal ist rund oder oval, bei unregelmäßigen Formen ist Vorsicht
geboten.
B – steht für Begrenzung
Ein
normales Muttermal sollte klar abgegrenzt sein und glatte Ränder haben. Zackige
oder ausgefranst Ränder können auf Hautkrebs hindeuten.
C- steht für Colour, die Farbe
Bei
Melanomen ist die Farbe meist unregelmäßig, mal heller, mal dunkler.
D – steht für Durchmesser
Ist das Mal
größer als fünf Millimeter, etwa die Dicke eines Bleistifts, sollte es besonders
gut beobachtet werden.
Kamera-Computer-System
Eine
Weiterentwicklung der ABCD-Regel ist ein Kamera-Computersystem, das ein Bild von
dem zu untersuchenden Hautareal macht, es in den Computer einliest und die Daten
analysiert. Bei dieser Analyse werden nicht nur die vier Parameter der
ABCD-Regel, sondern mehr als 50 weitere Vergleichsdaten geprüft. Die
gespeicherten Daten können auch zum Vergleich bei erneuten Untersuchungen
dienen, um eine Veränderung des Muttermals einfacher feststellen zu können.
Auflichtmikroskopie (Epilumineszenz)
Bei der
Auflichtmikroskopie wird ein Öl auf die betroffene Haut gegeben, das bewirkt,
dass die Hornschicht der Haut transparent wird. Dann betrachtet der Arzt die
Haut durch ein spezielles Mikroskop, das sogenannte Dermatoskop, und kann die
Strukturen der Haut so deutlich erkennen und beurteilen.
Probebiopsie
Kann bei
einer Hautveränderung nicht sicher beurteilt werden, ob es sich um eine
gutartige oder bösartige Veränderung handelt, wird eine Probebiopsie
durchgeführt. Dazu wird eine Gewebeprobe entnommen, die in einem histologischem
Labor untersucht wird.
Photodynamische
Behandlung/Diagnostik
Das
ursprünglich als Behandlungsmethode entwickelte photodynamische Verfahren wird
heute auch zur Frühdiagnostik eingesetzt. Eine Spezialcreme wird aufgetragen,
die die Tumorzellen anregt, den körpereigenen Farbstoff Porphyrin zu bilden.
Dieses Porphyrin beginnt unter einer Schwarzlichtlampe in der betroffenen
Hautstelle zu leuchten. So kann der Arzt die erkrankten Zellen erkennen und
gezielt entfernen.
Hochauflösender Ultraschall
Mit dem
hochauflösenden Ultraschall wird die Tiefendicke einer Hautveränderung gemessen.
So kann das geeignete Behandlungsverfahren gewählt oder im Vorfeld einer
Operation der notwendige Sicherheitsabstandes ermittelt werden.
Behandlungsverfahren bei Haukrebs
Operative
Entfernung und mikrographisch kontrollierte Chirurgie
Bei einer
Operation muss der Tumor mit einem Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe
vollständig entfernt werden. Oft wird dabei ein mikrographisch kontrolliertes
Verfahren eingesetzt. Dabei wird schon während der Operation das Randgewebe
mikroskopisch auf etwaig zurückgebliebene Tumorzellen geprüft.
Strahlentherapie
Bei der
Strahlentherapie werden die Tumorzellen durch Energie zum Absterben gebracht.
Das im Bestrahlungsgebiet liegende gesunde Gewebe wird, so gut es geht, mit
Blenden geschützt. Auf gesunde Zellen wirken die Strahlen ebenso wie auf die
Tumorzellen, doch können sich die gesunden Zellen besser nach
Strahleneinwirkungen regenerieren. Trotzdem kann es auch zu Nebenwirkungen
kommen, die sich meist in Haarausfall, Durchfall und Übelkeit zeigen.
Chemotherapie
Bei
metastasierten Tumoren wird auch die Chemotherapie durchgeführt. Dabei werden
Zytostatika eingesetzt, die das Zellwachstum verhindern sollen. Tumorzellen sind
von diesem Effekt besonders betroffen, da sie schneller wachsen als gesunde
Zellen. Die Anwendung findet systemisch statt, das heißt, die Wirkung stellt
sich im ganzen Körper ein. Dadurch kommt es häufig zu Nebenwirkungen, von denen
besonders die Schleimhäute, Blutzellen und Haare betroffen sind.
Photodynamische Therapie
Die
Zerstörung der entarteten Zellen durch Licht kann bei Basalzellkarzinomen und
der Krebsvorstufe des Spinalioms helfen. Auf die betroffenen Hautstellen wird
dabei eine Creme aufgetragen und danach mit Rotlicht bestrahlt. Durch die Creme
wird in den Tumorzellen der körpereigene Farbstoff Porphyrin gebildet. Dies ist
ein Stoff, der bei einer Bestrahlung mit Rotlicht aggressiven Sauerstoff bildet.
Dieser aggressive Sauerstoff führt zum Absterben der kranken Zellen. Das gesunde
Gewebe wird geschont, da der Lichtsensibilisator dort keine Porphyrin-Bildung
auslöst. Die Behandlung zeigt gute kosmetische Erfolge.
Immun-Creme
Eine Creme
mit dem Wirkstoff Imiqiumod wird zur Behandlung von Basalzellkarzinomen und
Plattenepithelkarzinomen eingesetzt. Die Creme aktiviert das Immunsystem der
Haut, es kommt zu einer Entzündungsreaktion, bei der auch die Tumorzellen
absterben. Bisher ist die Creme in Deutschland jedoch noch nicht zur Behandlung
von Hautkrebs zugelassen.
Antikörpertherapie
Im Zentrum der
Melanomforschung stehen insbesondere Immuntherapien, die das Immunsystem gegen
die Krebszellen aktivieren sollen, sowie Wirkstoffe in Form sogenannter
monoklonaler Antikörper, die sich gezielt gegen Tumorzellen richten und dabei
gesunde Zellen verschonen. Dieses Verfahren wird auch bei anderen Krebsarten
bereits erfolgreich eingesetzt.
Wie Sie sich vor Hautkrebs schützen
können:
Intensive Sonnenbäder sollten generell vermieden werden, vor allem in der
Mittagszeit
Schützen Sie Ihre Haut durch Sonnencremes und mit Textilien. Langärmelige
Kleidung ist auch im Sommer sinnvoll
Schützen Sie Ihre Kinder vor der Sonne
Benutzen Sie beim Baden wasserfeste Sonnencreme und tragen sie
gegebenenfalls ein T-Shirt, um sich vor einem Sonnenbrand beim Baden zu
schützen
Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren gesamten Körper auf Hautveränderungen
Stand 2009
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