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Krebs – Neue Methoden in der Krebstherapie

Krebs heute eine chronische Krankheit

Diagnose: Krebs. Rund 183.000 Männer und 175.000 Frauen in Deutschland bekommen jedes Jahr diese niederschmetternde Botschaft. Angst begleitet sie von nun an, Angst vor Schmerzen und vor dem Tod. Doch so dramatisch diese Diagnose ist, Hoffnung gibt es trotzdem. Denn dank neuer Therapieansätze sind die Überlebenschancen in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Einige Krebsarten gelten inzwischen als heilbar. Wichtig ist für fast jede Krebs eine möglichst frühzeitige Diagnose. Daher sind auch die verfeinerten Früherkennungsmaßnahmen eine enorme Verbesserung im Kampf gegen den Krebs. 

Noch zählt zur Standardtherapie die Operation, die Chemotherapie oder Hormone und die Bestrahlung. Gerade im Bereich von Operation und Bestrahlung gibt es eine spürbare Verbesserung für die Patienten, weil die OP-Methoden verfeinert werden konnten und Bestrahlungen gezielt und somit höher dosiert ablaufen. Dadurch wird gesundes Gewebe verschont, und die Heil- und Liegezeiten verkürzen sich enorm. Doch viele Patienten suchen Hilfe in weiteren Maßnahmen – auch komplementäre, also begleitende Tumortherapie genannt. In vielen Fällen eine sinnvolle Ergänzung der klassischen Therapie. Nicht zuletzt die Einbeziehung der Psyche im Rahmen der sogenannten Psychoonkologie bringt den Betroffenen Erleichterung und Entlastung im Umgang mit ihrer Erkrankung, was sich positiv auf den Heilungsverlauf auswirkt. Aber auch die klassische Schulmedizin steht nicht still.

Krebs - Die eigenen Zellen geraten außer Kontrolle

"Krebs" ist der Oberbegriff für eine Gruppe ganz unterschiedlicher Erkrankungen, die eines gemeinsam haben: die unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes. Diese Zellen verändern sich krankhaft und es entsteht ein Tumor. Bösartige Geschwülste zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich der normalen Wachstumskontrolle des Organismus entziehen. Denn eigentlich besitzt der menschliche Körper wirksame Mechanismen, solche Zellen zu vernichten. Krebszellen bauen jedoch rasch ein Verteidigungssystem auf. Die Folge: Die Immunabwehrzellen können nicht mehr andocken und sind unfähig, die entarteten Zellen zu bekämpfen. Dadurch können die Krebszellen sich ungebremst vermehren. Tumore entwickeln einen eigenen Stoffwechsel und bilden zur Versorgung ein eigenes System aus Blutgefäßen.

Das tückische am Krebs ist, dass sich einzelne Zellen vom Tumor lösen und im Körper wandern können. Dies geschieht entweder über das Lymphsystem oder über den Blutkreislauf. Werden die Krebszellen auf ihrer Reise nicht vom Immunsystem abgefangen, können sie sich in anderen Organen festsetzen und dort Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen, bilden.

Antikörper gegen Krebszellen

Bei der Immuntherapie werden Antikörper gegen Tumorzellen eingesetzt. Dabei handelt es sich um Eiweißstoffe der körpereigenen Immunabwehr, die bestimmte Strukturen auf der Oberfläche von kranken oder gesunden Zellen erkennen. Indem sie sich dort andocken können sie die Zerstörung der besetzten Zelle durch das Immunsystem einleiten oder das Zellwachstum hemmen. Es handelt sich dabei um sogenannte monoklonale Antikörper, die aufgrund ihrer Bauweise immer nur eine spezielle Zielstruktur der kranken Zelle erkennen, an die sie sich anhängen. Heutzutage können diese speziellen Antikörper durch gentechnologische Verfahren so produziert werden, dass sie von eigenen Antikörpern des menschlichen Immunsystems nicht mehr als fremd unterschieden. Es kommt also nicht zu Abwehrreaktionen, die den Patienten belasten. Außerdem hat diese Therapie den weiteren Vorteil, dass Antikörper gesunde Zellen verschonen.

Die Antikörper können entweder das Wachstumssignal bis hin zum Zelltod unterdrücken, das sonst die entartete Krebszelle zum unkontrollierten Wuchern veranlasst. Oder Antikörper lassen die kranken Zellen aushungern, indem sie die Blutversorgung unterbinden bzw. den Tumor hindern, die für weiteres Wachstum notwendigen neuen Blutgefäße zu bilden (Antiangiongenese). Ebenso können Antikörper mit einem Zellgift oder einer radioaktiven Substanz beladen werden: Auf diese Weise führt die Bindung an die Zielzelle gleichzeitig zum Tod der Krebszelle durch Strahlung.

Dieser medizinische Fortschritt hat die Behandlung von Patienten mit verschiedenen Tumorerkrankungen, wie Lungen-, Brust-, Darmkrebs, Leukämieformen oder malignen Lymphomen wirksamer und verträglicher gemacht.

Allerdings reagiert nicht jeder Patient auf Antikörper. Daher wird über die Erforschung der Gene zur Zeit versucht zu klären, ob bestimmte Genresistenzen dafür verantwortlich sind, dass es zu einem Wirkungsverlust oder gänzlichem Versagen der Therapie kommen kann. Gleichzeitig erhofft man sich von der Erforschung der Gene, dass sich die Therapien zukünftig geradezu maßschneidern lassen, um Wirksamkeit und Verträglichkeit einer individuellen Therapiekombination zu steigern. 

Stand 2009

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