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Trotz Urlaub nicht erholt? Burnout-Syndrom und seine Folgen.
Der lange Weg zum Burnout
Die
Ferienzeit ist vergangen, der Urlaub war erholsam und ruhig, alles scheint in
Ordnung. Nur eines hat sich nicht eingestellt: Die Kraft, sich den Aufgaben des
Alltags zu stellen. Allein der Gedanke daran wird zum Alptraum und der gleiche
Stress entwickelt sich wie vorher. Nichts hat sich geändert. Betroffene, die das
erleben, geraten in Panik, verlieren ihre Leistungsfähigkeit, werden immer öfter
krank und geraten in ein nicht enden wollendes Stimmungstief. Der Teufelskreis
hat begonnen.
Leer und ausgebrannt – Burnout
Das sind
nur einige Aspekte dessen, was heute unter dem Begriff „Burnout-Syndrom“
zusammengefasst wird. Übersetzt bedeutet Burnout „Ausgebrannt sein“ und erfasst
damit chronische Erschöpfungszustände, die länger als sechs Monate anhalten und
mit körperlichen Beschwerden einhergehen. Vielfach wird das Syndrom immer noch
als „Modeerscheining“ abgewiegelt. Ein Grund auch, warum man sich vorher bei der
Krankenkasse erkundigen sollte, welche Leistungen nach der Diagnose „Burnout“ im
Rahmen einer Therapie übernommen werden. Tatsache ist aber auch, dass dieser
Begriff einen Zustand beschreibt, der durch viele Symptome geprägt ist. Wie
viele Menschen vom Burnout-Syndrom betroffen sind, können auch Fachleute nicht
sagen. Beobachtungen zufolge trifft es wesentlich mehr Männer als Frauen, aber
alle haben ein gemeinsames „Profil“: Es sind Menschen, die sich außergewöhnlich
stark in ihrem Berufs- oder Privatleben engagieren. Das ist zunächst nichts
Nachteiliges und gesellschaftlich sogar sehr erwünscht. Das Problem aber ist:
Irgendwann geht die Relation der eigenen Leistungsfähigkeit verloren. Das
„schlechte Gewissen“ jagt zu immer weiteren Höchstleitungen – bis zur
Selbstaufgabe. Nicht selten folgt der totale Zusammenbruch: Beruf und Alltag
können nicht mehr bewältigt werden, Körper und Seele streiken. Dann ist nicht
nur medizinische, sondern auch professionelle psychologische Hilfe
lebenswichtig! Doch so weit muss es nicht kommen, denn ein „Burnout-Syndrom“
kündigt sich sehr früh an!
Erste Warnsignale
Früher
wurde dieses Syndrom in erster Linie Menschen in pflegenden Berufen
zugeschrieben oder als typische – wenn auch heimliche – Managerkrankheit
eingestuft. Heute gelten Spezialisten der IT-Branche ebenso gefährdet wie
Hausfrauen und (berufstätige) Mütter oder Angestellte und Beamte, die sich im
täglichen Kundenkontakt aufreiben. Zu hohe und widersprüchliche
Arbeitsanforderungen, überlange Arbeitszeiten und hoher Leistungsdruck,
verbunden mit zum Teil zu starken Freizeitaktivitäten, können zu
psychosomatischen Beschwerden wie chronischer Müdigkeit, Nervosität,
Schlafstörungen und Herz-Kreislauf- sowie Magenbeschwerden führen. Hinzukommen
oft Ängste, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, chronische Schmerzen, Hörsturz,
sexuelle Probleme.
Trotz enormer
Leistungsfähigkeit – keine Zufriedenheit.
Gerade der
eigene Wunsch und Wille, den Anforderungen gerecht zu werden und Leistung zu
zeigen, führt bei manchen direkt in die Sackgasse: Statt auf die Signale des
Körpers zu achten, powern sie noch mehr. Oft ist das tägliche Pensum nur mit
Mehrarbeit und hohem Einsatz zu bewältigen – erst recht, wer den Sprung nach
oben auf der Karriereleiter meistern will. Gleichzeitig nehmen die privaten
Kontakte ab oder verlieren an Bedeutung. Häufig folgt schleichend der innere
Rückzug in die Isolation. Was bleibt ist das Gefühl von Zeitdruck und des
Gehetztseins. Jede Aufgabe wird übernommen, auch wenn das Limit schon erreicht
ist und trotzdem plagt noch das schlechte Gewissen, weil sie nicht genug getan
oder an Aufgaben übernommen haben. Spätestens jetzt steht das soziale Umfeld auf
dem Prüfstein.
Trotz Ruhe –
keine Erholung.
Doch damit
nicht genug, die Lebensqualität geht stetig weiter nach unten: Mit der enormen
Leistungs- und Leidensbereitschaft verschlechtert sich die Fähigkeit, mit
auftretenden Misserfolgen und Enttäuschungen umzugehen. Wochenenden werden daher
zu regelrechten „Fluchtpunkten“, nur jetzt wird deutlich: Abschalten und
Erholung stellen sich nicht mehr ein. Schlafstörungen treten auf, führen zu
Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten am Tag. Das Immunsystem wird
geschwächt, chronische Erkrankungen oder Infekte sind die Folge. Manche Menschen
erleiden plötzlich in gewohnten Alltagsituationen Panikattacken. Mit dem Auto in
einer Baustelle auf der Autobahn unterwegs, selbst in Alltagsituationen im
Freundes- oder Kollegenkreis: Schweißausbruch, der Magen rebelliert, der Mund
ist ausgetrocknet, das Herz rast, das Gefühl, der Ohnmacht nahe zu sein, tritt
auf. Schließlich verändert sich der Mensch in seinem Wesen nachhaltig: Immer
öfter ist die Stimmung wechselhaft, schwankt zwischen abgeschlagen und depressiv
bis hin zu nervös reizbar oder aggressiv und zynisch. Die körperlichen und
psychischen Symptome können – je nach Veranlagung des Menschen – sehr
unterschiedlich ausfallen. Bleiben all diese Krankheitszeichen unbehandelt, kann
es zum völligen Zusammenbruch kommen, der einen Klinikaufenthalt unvermeidlich
macht.
Mögliche Ursachen
Über die
genauen Ursachen und Auslöser für das Burnout-Syndrom gibt es keine gesicherten
Erkenntnisse. Stressfaktoren im Beruf und Alltag spielen wahrscheinlich eine
große Rolle. Gerade Menschen, die mit einem hohen Anspruch in ihren Beruf
aufgehen, und im Laufe der Zeit erleben müssen, dass die tatsächlichen
Möglichkeiten etwas zu bewirken eher gering sind, leiden unter dieser
ernüchternden Erfahrung. Entscheidend kann natürlich auch sein, wie es um das
soziale Umfeld oder die eigene Persönlichkeitsstruktur steht, d.h. wie
Stress-Situationen bewältigt und kompensiert werden können.
Körperliche und seelische
Begleiterscheinungen:
De Symptome – körperlich und seelisch – können sehr unterschiedlich ausfallen.
Daher ist es für die Diagnosestellung wichtig, zunächst einmal mögliche
körperliche Ursachen und Krankheiten auszuschließen. Ein weiteres Problem ist
auch, dass Burnout für viele mit einem Tabu belegt ist. Den meisten Patienten -
insbesondere Männern - fällt es schwer, sich einer solchen Diagnose zu stellen.
Gerade im Berufsleben ist es häufig keine leichte Entscheidung zu sagen: „ich
schaffe es nicht mehr alleine und brauche Hilfe“. Bedeutet diese Entscheidung
doch vielfach zumindest den vorübergehenden Ausstieg aus dem Beruf, um eine
Behandlung vornehmen zu lassen. Auch aus dem öffentlichen Leben gibt es
zahlreiche Beispiele für Erkrankte, die dem beruflichen und öffentlichen Druck
nicht mehr standhalten konnten: Etwa der SPD-Politiker Mathias Platzeck, der
nach Hörsturz und Burnout 2006 an die Öffentlichkeit ging und im Berufsleben
kürzer trat, oder der Komiker Hape Kerkeling, die Sportler Sven Hannawald oder
Sebastian Deisler. Sie gelten als mutige Vorreiter, um die Krankheit Burnout aus
der Tabuzone zu rücken. Beispielhaft ist aber auch, dass die meisten Betroffenen
erst dann zum Arzt gehen, wenn sie selbst keinen Ausweg mehr wissen, und bereits
stark körperliche und seelische Probleme aufgetreten sind.
Zu den
psychischen Symptomen wie starke Erschöpfung, verlangsamtes Denken und teilweise
aggressive und zynische Impulse kommen ernstzunehmende körperliche Symptome
hinzu. Meist sind es Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit,
Verdauungsprobleme wie Verstopfung, Sodbrennen oder Blähungen. Häufig meldet
sich aber auch das Herz mit Beschwerden wie Bluthochdruck, Herzstolpern oder
–rasen. Bei manchen Menschen äußern sich die Beschwerden auch in sexuellen
Problemen, bis hin zu Impotenz. Aber auch der Hörsturz mit oder ohne
anschließenden Tinnitus (zeitweiliges oder dauerhaftes Ohrgeräusch) ist ein
Alarmsignal des Körpers. Erst dann, wenn der Alltag wegen starker körperlicher
und seelischer Symptome nicht mehr zu meistern ist, entschließen sich viele
Patienten, einen Arzt aufzusuchen.
Wichtig
ist, dass die gesamte Symptomatik erfasst und behandelt wird, und nicht an
einzelnen Krankheitszeichen – Symptomen – „herumgedoktert“ wird. Sonst können
Jahre vergehen, bis die richtige Diagnose Burnout-Syndrom gestellt ist und eine
umfassende Behandlung begonnen werden kann.
Diagnose: Annäherung in mehreren
Schritten
Das
Krankheitsbild des Burnout ist überaus vielfältig und hängt stark von der
Persönlichkeit des Betroffenen ab. Bei manchen Menschen stehen eher psychische
Symptome wie Zustände der Erschöpfung, der Depression oder Leistungsabfall im
Vordergrund, bei anderen körperliche Beschwerden wie Magen- und
Herz-Kreislaufprobleme oder Infektanfälligkeit. Es gehört sehr viel
Einfühlungsvermögen, Erfahrung und auch Zeit der Ärztin oder des Arztes dazu, zu
erkennen, dass es um mehr geht als nur um körperliche oder seelische
Beschwerden.
Die Liste
der somatischen, d.h. körperlichen Beschwerden, mit denen sich ein
Burnout-Syndrom verbinden kann, ist lang. Der erste Schritt ist daher auch die
Abklärung der jeweiligen körperlichen Beschwerden durch Laborbefunde von Blut
und Urin, gegebenenfalls durch EKG (Elektrokardiogramm, Untersuchung des Herzen)
oder EEG (Elektroenzephalogramm, Untersuchung der Hirnströme). Je nachdem,
welche Beschwerden vorliegen, ist eine Überweisung an einen Facharzt notwendig.
Beispielsweise erfordert ein akuter Hörsturz - mit oder ohne Tinnitus
– unter Umständen einen stationären Aufenthalt in einer ohrenärztlichen
Klinik. Mögliche Ursachen wie eine Entzündung oder Verletzung im Bereich des
Ohres, des Kiefers oder der Halswirbelsäule versucht der HNO-Arzt zu
diagnostizieren.
Burnout – oder was ist es nun … ?
In der
Medizin gibt es verschiedene Krankheitsbilder mit ähnlicher Symptomatik wie
Burnout: beispielsweise die so genannte Neurasthenie (Zustand anhaltender
übersteigerter Müdigkeit und Erschöpfung), das chronische Müdigkeitssyndrom
(Chronic Fatigue Syndrom, kurz CFS genannt, eine chronische Müdigkeit verbunden
mit körperlichen Beschwerden wie Halsschmerzen, die länger als sechs Monate
dauern) und das chemische Hypersensitivitätssyndrom (Multiple Chemische
Sensitivität, MCS). Das Burnout-Syndrom unterscheidet sich dadurch, dass die
begleitenden Grunderkrankungen nicht ursächlich bedingt sind, sondern im
Zusammenhang mit der totalen psychischen Erschöpfung zu sehen sind.
Häufig
werden aber bei Burnout zunächst nur die akuten körperlichen Beschwerden
therapiert. Für Patienten bedeutet das oftmals einen langen und frustrierenden
Weg durch viele Arztpraxen, ohne dass sich eine Verbesserung des Zustandes
einstellt. Aber selbst wenn die Krankheitszeichen vorübergehend gelindert
werden, wird auf Dauer nur dann eine wirkliche Verbesserung für den Patienten
eintreten, wenn er seine gesamte Situation überprüft und verändert. Nur wenn es
gelingt, die psychische Belastung zu verringern und sich wieder Entspannung zu
verschaffen, kann auch der Körper nachhaltig gesunden. Dazu ist häufig ein
Aufenthalt in einer Spezialklinik und eine Psychotherapie nötig.
Welche Rolle spielt Stress im Beruf
und im Privatleben?
Wichtig für
die Erkennung des Krankheitsbildes Burnout und eine anschließende Therapie ist
eine konkrete Analyse der eigenen Situation: Wie ist mein persönliches Umfeld
bestellt? Welche Rolle spielt mein Beruf? Könnten sich dort die eigentlichen
Auslöser für Bluthochdruck, Bandscheibenprobleme oder Magendrücken verbergen?
Stress und Depression beeinflussen nachweislich die Gesundheit immens. Bei
Depressionen produziert der Körper vermehrt Stresshormone wie Kortisol,
Adrenalin und Noradrenalin. Dadurch steigen Blutdruck, Blutzucker und
Blutfettwerte, was die Entwicklung einer Arteriosklerose begünstigt.
Andererseits kann sich das Tempo des Herzschlages während eines depressiven
Zustands schlechter an wechselnde Belastungen anpassen. All das zusammen erhöht
das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Der Arzt muss also
erkennen, ob die Faktoren aus dem Alltag des Patienten und die Beschwerden nicht
ein Hinweis sein können, dass ein Burnout-Syndrom vorliegt.
Wichtig
sind Strategien zur Stressbewältigung und zum Zeitmanagement, sowohl im Berufs-
als auch im Privatleben. Probleme sollten nicht verdrängt werden, gezieltes
Erlernen von Entspannungstechniken und regelmäßige Auszeiten sind wichtig, um
Burnout zu bekämpfen. Nur so wird sich auf Dauer wieder die altbekannte Kraft
und Ausdauer in Job und Alltag einstellen.
Burnout erkennen, vorbeugen und
behandeln
So
schwierig die genaue Eingrenzung der Symptome beim Burnout ist, genauso
schwierig ist die starre Festlegung einer wirksamen Therapie. Zur den
körperlichen und psychischen Symptomen gehören vor allem Erschöpfung,
Depression, Ängste, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Herz- und
Kreislaufprobleme, chronische Schmerzen, sexuelle Probleme, Tinnitus,
Hyperakusis, Hörstürze, Magen-Darm-Beschwerden sowie ein insgesamt geschwächtes
Immunsystem. Die Ärztin oder der Arzt wird einen individuellen Behandlungsplan
je nach Ausprägung der körperlichen und psychischen Symptome festlegen. Je nach
Fortschritt der Erkrankung kann auch eine mehrwöchige stationäre Behandlung
nötig sein. Dabei werden auch die körperlichen Symptome behandelt, wenn auch
nicht als isolierte Krankheit. Hinter all dem muss der Blick auf den ganzen
Menschen, auf das Gleichgewicht von Körper und Geist, gerichtet sein.
Seele und Körper in Gleichklang
bringen
In den
meisten Fällen stehen neben der Behandlung der vielfältigen somatischen, d.h.
körperlichen Beschwerden Methoden zum Stressabbau im Mittelpunkt einer Therapie
gegen das Burnout-Syndrom. Wirksame Entspannungsübungen bei Burnout sind z.B.
Meditation, autogenes Training, Atemübungen, Yoga-Übungen sowie Körperarbeit zur
Entspannung (z.B. Tai Chi und Chi Gong als ganzheitliches Gesundheitstraining).
Auch Elemente der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kommen zur
Anwendung, etwa Akupunktur oder Tuina, eine Kombination aus manueller Medizin
(z.B. Akupressur) und Massage. Auch Kunsttherapie hat sich zum Stressabbau
bewährt. In vielen Fällen ist allerdings eine Psychotherapie angezeigt. Sie
ermöglicht es, Erlebnisse aus der Vergangenheit bewusst zu bearbeiten und daraus
neue Handlungsstrategien zu entwickeln, um den Alltag besser zu bewältigen.
Mittlerweile wird auch häufig Hypnotherapie bei Burnout eingesetzt, eine
altbekannte Therapiemethode. Die Therapeutin oder der Therapeut versetzt den
Patient in einen Zustand der Trance, der es ihm ermöglicht, sich tief zu
entspannen. Durch diese Therapie soll sich das autonome Nervensystem
normalisieren, Denkblockaden gelöst, Blutgefäße entkrampft und Angstprozesse
unterbrochen werden.
Ziel all
dieser Therapien ist eine Veränderung der Lebensgewohnheit, der Weg „weg vom
Stress“ hin zu einer Strategie der Alltagsbewältigung „in aller Ruhe“. Die
erlernten Methoden des Stress-Abbaus sollten auch nach einer ambulanten oder
stationären Therapie weiter fortgeführt werden. Denn eine Therapie gegen Burnout
ist keine vorübergehende Intervention, sondern ein über lange Zeit nötiger
Prozess, um einen Rückfall zu vermeiden. Eine individuelle Checkliste hilft,
Warnzeichen zur erkennen und mit entsprechenden Verhaltensstrategien dagegen
anzusteuern.
Früh erkannt – Burnout gebannt
Rechtzeitige Vorbeugung ist auch bei Burnout die erfolgreichste Behandlung. Das
heißt: Frühzeichen eines beginnenden Burnout-Syndroms erkennen lernen und aktiv
etwas dagegen tun. Kernpunkt ist eine gründliche Analyse der eigenen Situation,
sowohl was berufliche als auch private Aspekte angeht (hoher Leistungs- und
Zeitdruck, Überengagement, hohe Arbeitsbelastung, aber auch Freizeit-Stress,
familiärer oder Beziehungs-Stress). Hilfe und Denkanstöße können Burnout-Tests
bieten, die auf Webseiten etwa von Kliniken oder Krankenkassen zu finden ist.
Lange bevor ein totaler Zusammenbruch unausweichlich ist, kann jeder Einzelne
versuchen, die Stressbelastung im Alltag und Beruf abzubauen und zu überlegen,
wie Dinge verändert werden können. Ansatzpunkte für eine Änderung des
Lebenswandels können sein: Wege hin zu einer gesunden Lebensweise möglichst ohne
Drogen und Rauschmittel, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige
Spaziergänge, hin- und wieder mal Abschalten, gute Musik hören, mit Freunden
etwas unternehmen; versuchen, im Beruf durch Zeitmanagement und
Prioritäten-Setzung überflüssige Arbeit zu vermeiden. Wichtige und anstrengende
Arbeiten sollten vormittags erledigt werden, wenn die meisten Menschen am
leistungsfähigsten sind, leichtere sollten Jobs in den Nachmittag gelegt werden.
Es sind häufig gerade diese so genannten kleinen Dinge des Alltags, die – über
Jahre ignoriert – zum völligen „Ausgebranntsein“ und zum Zusammenbruch führen
können; ein Zustand, aus dem man ohne professionelle Hilfe oder einen
Klinikaufenthalt nicht mehr herauskommt.
Stand 2009
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