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Zähne - Funktion und Aufbau
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Ästhetik pur - Der Aufbau eines
gesunden Gebisses
Ein schönes
Lächeln mit gesunden Zähnen ist ein Garant für Sympathie, dass ist bekannt. Aber
es kommt nicht nur auf die Schönheit der Zähne an, sondern auch auf ihre
Funktion. Sie sind es, die Einfluss nehmen auf die Gesamtgesundheit des
Menschen. Dieses Wissen führt bei vielen Zahnmedizinern zu einem erklärten
Behandlungsziel, das auf eine einfache Formel gebracht wurde: 80 / 20. Das
heißt, das mit 80 Jahren noch 20 gesunde eigene Zähne erhalten sein sollten.
Ein gesundes Gebiss besteht bei einem Erwachsenen aus 32 Zähnen. Die teilen sich
auf in acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Prämolare (vordere Mahlzähne mit
einer zweihöckrigen Krone) und 12 Molare (die großen Backenzähne mit einer 4 bis
5-höckrigen Krone) zusammen. Sie sind durch starke Wurzeln im Oberkiefer- und
Unterkieferknochen verankert. Was wir beim Betrachtes eines Zahnes nur sehen ist
die Zahnkrone. Der Zahnhals liegt geschützt in der Mundschleimhaut und ist
normalerweise unserer Sicht entzogen. Die Zahnwurzeln sind nach Belastung der
Zähne sehr unterschiedlich: Schneidezähne besitzen eine einfache Wurzel,
Backenzähne besitzen meist zwei – im Oberkiefer sogar drei Wurzeln.
Ein Zahn besteht gleich aus mehreren Schichten: Dem Zahnschmelz, der sich zu 95
Prozent aus Mineralien zusammensetzt und den Zahn vor äußeren Einflüssen und vor
Abrieb schützt. Darunter liegt das Dentin, auch Zahnbein genannt. Das Dentin
umschließt den Zahn von der Krone bis zum Wurzelbereich. Das Dentin ist in
seiner Struktur weicher als der Zahnschmelz. Im Übergangsbereich von Zahnkrone
zur Wurzel befindet sich ein mineralisiertes Bindegewebe. Es hat keine Nerven
oder Gefäße und gehört zum Zahnhalteapparat, dem Parodont. Zum Zahnhalteapparat
gehören auch der Knochen, das Bindegewebe und die Schleimhaut. Daß ein Zahn ein
lebendiges Gebilde ist zeigt sich daran, dass im Kern des Zahnes die sogenannte
Pulpa sitzt. Sie besteht aus Zellen, Blutgefäßen und Nervenfasern und erstreckt
sich von Krone bis Wurzel. Ist der Zahn gesund, reagiert er empfindlich auf
äußere Reize wie Kälte oder Wärme.
Ein gesundes Gebiss ist wichtig für die Verdauung
Zähne sind wahre Werkzeuge. Damit wird die Nahrung zerbissen, zerrissen und
zermalmt und so für die Verdauung vorbereitet. Ist ein Gebiss nicht vollständig
oder verhindern Schmerzen ein vernünftiges Kauen, dann wird die Nahrung nur
unvollständig zerkleinert und durchgespeichelt. Magen-Darm-Störungen können die
Folge sein, bis hin zu einer Mangelernährung bei vollständigem Zahnverlust. Denn
Gebissträger haben oft Probleme, frische Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse zu
essen, was langfristig dazu führt, dass die Vitamin- und Mineralstoffversorgung
des Körpers nicht mehr gewährleistet ist.
Schluckbeschwerden in Folge von fehlenden Zähnen
Fehlende Zähne, aber auch eine schlechte Zahnersatzversorgung führt auf Dauer
gesehen zu einer verminderte Speichelproduktion, die wiederum zu
Schluckstörungen führen kann. Normalerweise produziert der Körper täglich ca.
ein bis 1,5 Liter Speichel. Er sorgt dafür, dass aus der zerkleinerten Nahrung
ein gleitfähiger Speisebrei wird. Fehlt Speichel, kann der Speisebrei nur
verzögert transportiert werden. Gerade ältere Menschen leiden verstärkt unter
Schluckstörungen, medizinisch Dysphagie genannt. Sie neigen dazu, sich zu
verschlucken und das kann gefährlich werden. Die Nahrung gelangt dann nicht in
den Magen sondern in die Bronchien. Die Folge kann eine Lungenentzündung sein.
Speichel – ein besonderes Sekret
Speichel dient nicht nur der Anfeuchtung der Nahrung. In ihm ist auch ein Enzym
enthalten, die alpha-Amylase, die komplexe Kohlenhydrate wie beispielsweise
Stärke spaltet, damit die Nahrung leichter verdaulich wird. Eine weitere Aufgabe
des Speichels ist die Reinigung der Zähne und die Neutralisation von Säuren z.
B. aus Fruchtsäften. Und das ist besonders für die Kariesprophylaxe sehr
wichtig.
Gebissveränderungen mit schmerzhaften Folgen
Die Zähne gehören medizinisch-anatomisch gesehen zum Skelett, denn sie sind fest
mit dem Kiefer verbunden. In einem gesunden Gebiss steht jeder Zahn in
bestimmten Kontakt zu seinem gegenüberliegenden Zahn. In der Regel stützen sich
die Höcker der Zähne auf ca. drei Kontakte ab. So werden die Zähne bei
Belastung, wie dem Kauen, gleichmäßig und vor allem senkrecht belastet. So wird
die Kaukraft gleichmäßig auf den umliegenden Knochen verteilt. Wird nun der
Kontakt zum Gegenzahn gestört oder verändert, beispielsweise durch Karies,
Füllungen oder den Verlust eines Zahnes, dann hat das weit reichende Folgen:
Auf die Muskulatur ... Der Kiefer versucht alle Veränderungen
auszugleichen und nach kurzer Zeit werden auch zuvor richtig belastete Zähne
falsch belastet. Die Folgen sind weitreichend: Knochentaschen können sich
bilden, gegenüberliegende Zähne lockern sich oder die Zahnhälse können
geschädigt werden. Wird also nicht für Zahnersatz gesorgt, ist der weitere
Verlust von Zähnen vorprogrammiert.
Auf das Kiefergelenk ...Durch Fehlbelastungen kann auch der
Kiefergelenkknorpel gequetscht und dauerhaft nachhaltig schädigen werden. Seine
Lage verändert sich und die Bewegungsabläufe werden gestört. Es kommt zum
Knacken im Kiefergelenk oder zu Entzündungen (Capsulitis).
Auf das Skelettsystem ...Eine falsche Belastung kann sich bis
in die Wirbelsäule auswirken. Die Kaumuskulatur im Kiefer ist relativ kurz aber
sehr stark um eine gute Hebelwirkung zu haben. Werden die Muskeln auf einer
Kieferseite nun falsch belastet oder verkürzen sie sich, dann kompensiert das
der Körper automatisch und auch die Muskeln der anderen Seite werden verkürzt,
um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Durch diese Muskelverkürzungen kann es
zu Verdrehungen an der Wirbelsäule kommen. Abweichungen von ca. 1 mm im Bereich
der Bisslage haben in Tierexperimenten zu Kompensationen im Bereich der
Wirbelsäule von bis zu einem cm geführt. Das Becken gerät in Schieflage,
Schmerzen im Rücken und an der Hüfte sind die Folge.
Entzündungen an den Zähnen können lebensgefährlich werden
Ist ein Zahn von Karies befallen, dann können die Bakterien bis ins Zahninnere
zur Zahnwurzel vordringen. Die kariesauslösenden Bakterien zerstören die
Zahnsubstanz und wandern bis zur Zahnwurzel. Entsteht an der Wurzel nun eine
Entzündung, dann dehnen sich die Gefäße aus und drücken auf den Nerv, Schmerzen
entstehen. Wird nicht rechtzeitig eingegriffen, wandert die Entzündung über den
Kieferknochen bis ins Weichteilgewebe. Ein Abszess kann entstehen. Doch damit
nicht genug: Infizierte Zähne können rheumatische Erkrankungen auslösen. Im
ungünstigsten Fall wandern die Bakterien über die Blutbahn ins Herz und
verursachen eine Herzinnenhautentzündung – Endokarditis genannt.
Stand 2009
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