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Abnehmen - aber wie?
Alle Jahre wieder "Das Thema": Wie nehme ich schnell und effektiv ab?!
Immer zur Frühlingszeit, beginnt für viele Menschen eine
wahre Leidenssaison. Die Medien propagieren den gesunden, schlanken Typ und über
die Hälfte der Bundesbürger eifert diesem Ideal nach. Die Hürden, die dicken
Menschen gestellt werden, fangen meist schon im Kindesalter an. Statistiken
belegen, dass bereits jedes vierte Kind, das in die Schule kommt, zu dick ist.
"Dicke" Kinder werden häufig "dicke" Jugendliche und diese wiederum "dicke"
Erwachsene. Fettleibigkeit und Übergewicht sind die häufigste chronische
Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. 52,9 Prozent der Männer sind
übergewichtig, 22,5 Prozent leiden unter krankhafter Fettleibigkeit. Bei den
Frauen haben 35,6 Prozent Übergewicht, 23,3 Prozent sind adipös.
Dicke Menschen müssen nicht nur mit dem
Vorurteil leben, faul und träge zu sein, sie müssen auch soziologische Nachteile
bei der Arbeitssuche oder bei der Partnersuche wegstecken. Kein Wunder also,
dass das Thema Diät sprichwörtlich noch nicht „gegessen“ ist.
Aber, wie verliert man(n) oder Frau gesund und langfristig an Gewicht?
Und ab wann wird von Übergewicht gesprochen?
Die BMI-Formel errechnet das Gewicht aus Körpergewicht und
Körperlänge (Body-Mass-Index), z.B. bei einem Gewicht von 60 Kg und einer Größe
von 1,65 cm
Gewicht (60) dividiert durch Größe² (1,65 x 1,65) = 22 BMI
Bei Normalgewichtigen liegt der BMI zwischen 18 und 25. Bei einem BMI über 25
liegt ein Übergewicht vor. Ab 30 BMI wird dringend zu einer Gewichtsreduktion
geraten.
Durch Übergewicht fördert man die Entstehung von Risikofaktoren:
Die Liste der Erkrankungen, die heute im Zusammenhang mit dem Übergewicht
gesehen werden, ist lang. Sie reicht von Herz-Kreislauf-Problemen, hohem
Blutdruck, Arthrose und Arthritis, Diabetes, Gicht, Gallensteine,
Arterienverkalkung, Schlaf-Apnoe-Syndrom über verschiedene Krebsformen bis hin
zu den damit zusammenhängenden psychischen und sozialen Konflikten. Oftmals ist
das Übergewicht nur ein Mosaikstein, der erschwerend zu anderen Komponenten wie
Rauchen oder Veranlagung für weitere Erkrankungen hinzu kommt. Auf jeden Fall
muss der Körper bei massiv erhöhtem Körpergewicht immer Mehrarbeit leisten: das
Herz hat mehr Masse zu versorgen, die Gelenke müssen ein Mehr an Gewicht tragen.
Über die Jahre gesehen bleibt dies nicht ohne Folgen. Zumal häufig ein
persönliches Unwohlsein hinzukommt.
Diäten ja oder nein?
Es gibt viele Diätformen, die längst überholt sind. Nicht nur die sogenannte
Null- Diät ist, laut Experten, ungeeignet für die heimische
Frühjahrsentschlackung mit dem ersehnten Langzeiterfolg. Radikal-Diäten,
die im Frühjahr die für den Bikini benötigte Traumfigur in möglichst kurzer Zeit
herbeizaubern sollen, bringen tatsächlich einen schnellen aber leider nur
kurzfristigen Effekt. Denn die ersten verlorenen Pfunde sind Wasser, welches dem
Körper entzogen wird. Danach greift der Körper seine Eiweißdepots an und
verringert somit seine Muskelmasse. Die Fettpölsterchen existieren aber
weiterhin. Da die meisten Diäten einseitig und geschmacklich wenig reizvoll
sind, gibt sich der Proband mit dem Erreichten schnell zufrieden und nimmt seine
alten Essgewohnheiten langsam wieder auf. Mit dem Erfolg, dass der Körper -
durch die erlittene Unterversorgung während der Radikal-Diät in Alarm versetzt -
sich nun eifrig um das Anlegen neuer Fettdepots bemüht. Der klassische
JoJo-Effekt greift und Frustration macht sich breit.
Wer die häufig einseitigen Blitzdiäten dennoch länger durchhält, läuft Gefahr
Mangelerscheinungen zu erleiden: Leistungsabfall,
Konzentrations- und Stoffwechselstörungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen
können die Folge sein. Außerdem: Menschen mit der Veranlagung zu Gicht, müssen
vermehrt mit Gichtanfällen rechnen. Bei Frauen die unter einem schwachen
Kreislauf leiden, wurden häufiger Migräneanfälle beobachtet. Von Crash-Diäten
ist also dringend abzuraten!
Und Vorsicht: bei Mädchen und jungen Frauen können sich in gescheiterten
Crash-Diäten erste Anzeichen von psychosomatischen Essstörung
ankündigen. Dazu zählt die Magersucht (Anorexia nervosa) und die Ess-Brech-Sucht
(Bulimia nervosa). Der Anteil der Betroffenen liegt z.Zt. zwischen fünf und zehn
Prozent, Tendenz steigend! Der Beginn einer Essstörung liegt meist etwa zwischen
dem 14. und 25. Lebensjahr. Hier wird dringend ärztliche und psychologische
Hilfe benötigt!
Wie erreicht man ein gesundes Wohlfühl-Gewicht?
Dafür ist nicht nur die Kalorienzufuhr entscheidend, sondern auch der Verbrauch
von Kalorien. Dieser ist abhängig von Alter, Geschlecht und Körpergewicht. Als
Durchschnittswert gilt ca. 24 kcal pro Tag und kg Körpergewicht. Ein 70 kg
schwerer Mann hat also einen Grundumsatz von ca. 1680 Kalorien,
die er zur Aufrechterhaltung aller wichtigen Lebensfunktionen sowie der
Körpertemperatur benötigt. Alles, was darüber hinausgeht, bezeichnet man als
Arbeitsumsatz und ist somit bestimmt durch die tatsächlichen
Aktivitäten: ein achtstündiger Bürojob mit abschließendem gemütlichem
Fernsehabend oder ein Profisportler? Für den Durchschnitt gilt als Arbeitsumsatz
ein Drittel des Gesamtumsatzes Ein Blick in die Kalorientabelle gibt schnell und
ernüchternd Aufschluss darüber, wie viel wirklich an Kalorien verbraucht wird:
Kalorientabelle (Quelle: Barmenia, Wuppertal)
In 30 Minuten verlieren Sie:
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Was tun für einen
langfristigen
Erfolg?
Ernährungsumstellung ist das Zauberwort. Der einfache Grundsatz lautet: Gesunde
Ernährung bestehen aus fettarmer, kohlenhydratreicher, ausgewogener Mischkost
mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Nicht zu vergessen dabei: die regelmäßige,
moderate sportliche Betätigung. Einerseits werde durch Sport Kalorien in Form
von Fett verbrannt, andererseits entwickelt sich ein neues Körpergefühl, das für
die Motivation und für das Selbstbewusstsein sehr wichtig ist.
Abgestimmt auf die Wünsche und Möglichkeiten können
Ernährungs- oder Diätexperten einen individuellen Speiseplan
aufstellen. Der Erfolg einer Ernährungsumstellung hängt auch von der gesamten
persönlichen Situation ab. Akute Probleme am Arbeitsplatz oder
Partnerschaftsprobleme spielen beim Gelingen einer grundsätzlichen
Ernährungsumstellung eine große Rolle. Sie können eine Herausforderung
darstellen oder aber die Kräfte des Betroffenen zunächst überfordern. Dann
lieber ehrlich mit sich selbst und etwas später unter anderen „Vorzeichen“
einsetzen!
Für Menschen, die abnehmen wollen, gilt: Fett macht fett und: Alkohol
meiden!
Nach
neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist vor allem das Fett für
überflüssige Pfunde verantwortlich. Von den anderen großen Lebensmittelgruppen
Kohlenhydrate und Eiweiß legt der Körper nur Depots an, wenn sie in sehr großen
Mengen aufgenommen werden. Das heißt also: grundsätzlich sind alle Lebensmittel
in Maßen erlaubt, die Zusammenstellung spielt aber eine wichtige Rolle. So kann
die Ernährung – laut Experten - eher „kohlenhydratliberal“ sein, d. h. viel
Brot, aber nicht mit fetter Leberwurst. Gerne auch die vielgeliebten Spaghetti,
aber keine schweren Sahnesaucen dazu! Mit der Zufuhr von ca. 60 Gramm Fett pro
Tag lassen sich bescheidene, aber langanhaltende Erfolge beim Abnehmen
verbuchen. Im Durchschnitt nimmt jeder Deutsche allerdings das Doppelte zu sich!
Fettarme Kost muss nicht geschmacklos sein. So kann der Speiseplan zum Beispiel
wie folgt aussehen: reichlich frisches Obst und Gemüse (750 Gramm pro Tag),
regelmäßige Fischmahlzeiten (ein- bis zweimal pro Woche) und wenig fettarmes
Fleisch (einmal pro Woche). Dazu sollte viel Flüssigkeit getrunken werden.
Allerdings keine zuckerhaltigen Säfte oder alkoholischen Getränke, sondern Tee,
Mineralwasser oder Gemüsesäfte ergänzen eine ausgewogene und schmackhafte
Ernährung, die das Abnehmen leichter macht.
Schwergewichte müssen geduldiger
sein...
Schwer übergewichtige Menschen (BMI von >35) müssen eine langjährige
Ernährungsumstellung in Kauf nehmen. Die sollte aber nur in Absprache mit dem
Hausarzt geschehen. Wichtig ist auch, dass der Betroffene sein Körpergefühl
wieder aufwerten kann. Das heißt also: er muss sich mental auf neue Genüsse
einstellen lernen, damit er kein Gefühl des Defizits erfährt und aus Frust in
alte Eßgewohnheiten zurückfällt. Als motivierende Unterstützung und um
Rückschläge besser zu verkraften und dennoch langfristig "am Ball" zu bleiben,
kann eine Gruppe mit Gleichgesinnten sehr hilfreich sein.
Kleine Tricks, z.B. ein Foto aus der „dicksten“ Zeit auf den Kühlschrank kleben,
erinnern immer wieder an das große Ziel.
Vor Etikettenschwindel wird gewarnt!
Bei einigen
vermeintlich kalorienreduzierten Lebensmitteln wird zum Beispiel der
Haushaltszucker nur durch andere Zuckerarten ersetzt. Studien haben bewiesen,
dass gerade diese so genannten „Light“ Nahrungsmittel regelrechten Heißhunger
provozieren. Bei der Auswahl von Diät-Produkten sollte also darauf geachtet
werden, dass sie kalorienfreien Süßstoff enthalten, wie z.B. Aspartam oder
Saccharin. Aber Kalorien stecken nicht nur im Zucker, viele Produkte haben auch
einen hohen Anteil von verstecken Fetten, die vermieden werden sollten.
Sport, aber welcher?
Zum
Abnehmen sind Ausdauersportarten am besten geeignet. Denn nach
20 Minuten Belastung beginnt der Körper, Energie aus Fettpolstern zu verbrennen.
Dabei zählt Laufen zur effektivsten Sportart, um kontinuierlich abzunehmen. Für
sehr stark Übergewichtige bieten Schwimmen oder Radfahren die besten
Einstiegsmöglichkeiten, denn hierbei werden ihre Gelenke nicht unnötig mit dem
(noch) vorhandenen Gewicht belastet.
Gesundheit und Genuss?
Bewusste
Ernährung ist heute längst nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern soll auch
wieder zu einem bewussten und vor allem genussvollerem Essen führen. So gibt es
in Deutschland seit den 1990iger Jahren eine „Slow Food Bewegung“, die
„regionale kulinarische Kulturen...bewahren ...“ und gleichzeitig die Sinne für
naturschonende Produktion und somit gesündere Lebensmittel schärfen will. Die
Verbindung von Genuss, Lebenslust und Gesundheit könnte auf diesem Wege glücken
und für den Einzelnen einen Ausbruch aus dem ewigen Kreislauf von Diäten und
frustrierenden Misserfolgen bedeuten.
Stand 2009
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