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Fitness – Gesund und Fit durch Sport
Nur die
wenigsten Menschen können sich - wie Stars und Prominente - einen persönlichen
Trainer leisten, der ihnen ein individuell zugeschnittenes Fitnessprogramm
bietet. Der Normalsterbliche ist meist sein eigener Coach. Keine ganz leichte
Aufgabe! Gerade für Neueinsteiger in Sachen Sport ist es häufig schwer zu
erkennen: was ist gesund, was ist zu viel? Wie viel Herausforderung muss sein,
damit Leistungssteigerung und Erfolg spürbar und sichtbar werden? Und wie geht
man mit Misserfolgen, Leistungseinbrüchen und Schmerz um?
Die goldene Regel für den Freizeitsportler könnte lauten: Ideal ist die
subjektive Unterforderung. Das heißt: Beim Training immer ein klein wenig unter
dem absolut Möglichen bleiben. Nicht auf Biegen und Brechen über die persönliche
Grenze hinausgehen. Wenn sich Schmerzen bemerkbar machen, sollte man nicht
abrupt mit dem Training aufhören, sondern höchstens kurz pausieren und die
Anforderung wieder bis zur Schmerzfreiheit reduzieren. Dann kann das Training
wieder langsam erhöht werden.
Angepasste Leistungssteigerung
Effektives und gesundes Training kann es nur geben, wenn es mit der Physiologie,
mit den Körperfunktionen, übereinstimmt. Wer ohne Rücksicht auf seinem Körper
Leistung abverlangt, riskiert gesundheitliche Schäden. Die verschiedenen Systeme
des Körpers wie Stoffwechsel, Herz-Kreislauf oder Knochen, Knorpel und Gelenke
passen sich unterschiedlich schnell an die Herausforderung durch die
Trainingsbelastung an.
Sportmediziner raten daher, sich auf die unterschiedlichen
Anpassungsgeschwindigkeiten der einzelnen Systeme einzustellen. Als erstes
verändert sich der Stoffwechsel – bereits nach etwa sechs Tagen. Nach 14 Tagen
passen sich dann Herz und Kreislauf der geforderten Leistung an. Muskulatur und
Sehnen reagieren erst nach zwei bis vier Wochen. Und zum Schluss - nach etwa
drei bis vier Monaten – sind Knochen und Knorpel fit für die neuen
Herausforderungen. Das bedeutet, dass das Herz häufig schon mehr leisten könnte,
als die Knochen vertragen. Als Maß der Belastung gilt aber die
Leistungsfähigkeit von Knochen und Knorpel, um eine Überforderung des
Bewegungsapparates zu vermeiden. Wer sich mindestens drei bis vier Stunden pro
Woche zusätzlich bewegt, bringt Herz, Kreislauf und Stoffwechsel in Schwung. Der
Körper braucht zusätzliche Kalorien und Nährstoffe. Deshalb ist eine ausgewogene
und gesunde Ernährung wichtig, die die Veränderung im Körper ergänzt.
Herzschlag als Trainingsmaß
Die modernen Pulsmessgeräte machen es möglich: Während des Laufens oder Walkens
lässt sich der Herzschlag kontrollieren. Als maximale Herzfrequenz gelten 225
Schläge pro Minute minus Alter bei Frauen, 220 bei Männer. Sie gilt als
Grundlage für eine Trainingsempfehlung. Anfänger sollten allerdings zunächst in
einem Bereich von 50 bis 60 Prozent dieser maximalen Herzfrequenz trainieren.
Für eine 35jährige Frau bedeutet das etwa 95 bis 110 Schläge pro Minute. Der
optimale Belastungspuls liegt in der Regel bei 180 Schlägen minus Lebensalter.
Unabhängig von dieser Faustregel sind Lebensalter, mögliche Grunderkrankungen
oder Übergewicht weitere entscheidende Faktoren für das individuelle
Trainingspensum. Daher kann für Neu- und Wiedereinsteiger ab 35 Jahren ein
Vorsorgecheck beim Hausarzt oder Internisten, möglichst mit dem Zusatz
Sportmedizin sinnvoll sein. In einem Belastungs-EKG lassen sich mögliche
Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkennen, orthopädische Probleme können
diagnostizieret werden. Der Arzt kann dementsprechend das Maß der Belastung
veranschlagen und auch eine passende Sportart vorschlagen.
Laufen ohne Schnaufen
Wem die Zahlenspiele zu viel sind, für den gibt es schließlich eine ganz
einfache Grundregel: Wer sich während des Laufens oder Walkens noch locker mit
seinem Partner unterhalten kann, ist im „grünen“ Bereich. Der Körper wird mit
Sicherheit nicht überlastet.
Nicht nur fit, sondern auch schlank
Wenn es auch darum geht abzunehmen, gilt es weitere Spielregeln des Körpers zu
berücksichtigen. Entscheidend für den Abbau von Fettdepots im Körper ist der
Stoffwechsel. Unterschieden wird zwischen dem Zucker- und dem Fettstoffwechsel,
worüber Energie für unsere Muskulatur geliefert wird. Weil sich die meisten
Menschen im Alltag eher zu wenig bewegen, werden nur die schnell verfügbaren
Zuckerdepots angegriffen. Das unerwünschte Fett bleibt unangetastet! Gerade die
Fette aber sind es, die Probleme bereiten. Sowohl als Pölsterchen an Bauch und
Hüften, wie auch als Fettsäuren im Blut. Um diese Depots anzugreifen, sind
mindestens 20 bis 30 Minuten moderate Bewegung pro Tag notwendig. Aber Achtung:
diese wenig intensive Bewegung sollte im so genannten aeroben Bereich, also mit
ausreichend Sauerstoff stattfinden! Denn Fette werden vom Körper nur in Energie
umgewandelt, wenn er ausreichend Sauerstoff zur Verfügung hat. Das
Trainingspensum muss also ohne Atemnot absolviert werden. Denn nur wenn der
Körper genügend Sauerstoff hat, kann über den Stoffwechsel den Fettpolstern zu
Leibe gerückt werden und der Kreislauf wird nicht überfordert.
Andernfalls gerät der Körper in den anaeroben Bereich. Hier wird Energie ohne
Sauerstoff gewonnen. Dazu werden schnell verfügbare Zuckerdepots genutzt und es
entsteht als Abfallprodukt Laktat (Milchsäure). Die Folge: es kommt rasch
schnell zu Ermüdung, anstatt zu stetiger Leistungssteigerung. Um Herz und
Kreislauf zu trainieren und Fettpolster zu verlieren, ist nur ein dauerhaftes,
moderates und angepasstes Training auf lange Sicht erfolgversprechend. Dabei
werden auch behutsam die Muskeln aufgebaut, die nicht nur als Stütze für unseren
Knochenbau fungieren, sondern auch als regelrechte Fettverbrenner. Eine größere
Muskelmasse erhöht neuesten amerikanischen Studien zufolge automatisch den
Grundumsatz des Körpers, da selbst im Schlaf weiter Energie verbraucht wird.
Ernährung langfristig umstellen
Um Pfunde zu verlieren und fit zu werden, reicht Sport allein nicht aus. Auch
die Ernährung muss auf den Prüfstand. Empfohlen wird eine gesunden Vitalküche,
die schmeckt. Denn Lebensfreude und Genuss erhöhen die Aussicht auf Erfolg. Den
Löwenanteil dieser Küche machen Gemüse, Salate und Obst aus. Ergänzt werden
diese Fitmacher durch Meeresfisch, fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch,
Vollkornprodukte, Nüsse und hochwertige Pflanzenöle in Maßen. Anderthalb Liter
Mineralwasser oder Kräuter- oder Früchtetee pro Tag sorgen für einen
ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt. Alkohol und Kaffee sind in kleinen Dosen
als bewusster Genuss akzeptabel. Rauchen sollte dagegen absolut tabu sein.
Stand 2009
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