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Gedächtnistraining
VERGESSLICHKEIT – ein Trick des
Gehirns
Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche sind Zustände, die jeder kennt. Im
Alltag ist es ganz normal, dass man unwichtige Dinge schnell vergisst. Und das
ist auch gut so. Heutzutage ist der Mensch einer ständigen Reizüberflutung
ausgesetzt, vor dem sich das Gehirn schützen muss. In Bruchteilen von Sekunden
entscheidet es zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen. Denn würde der
Mensch (bzw. sein Gehirn) alles, was im Laufe eines Tages auf ihn einströmt und
wahrnimmt sich auch merken müssen, würde er in einem Chaos von Informationen
förmlich “ertrinken”. Vergessen ist also ein Überbelastungsschutz des Gehirns.
Das GEHIRN – zentrale Schaltstelle unseres Lebens
Das Gehirn eines Menschen wiegt etwa drei Pfund und es besteht aus 100
Milliarden Nervenzellen, 100 Billionen Schalt- und Kontaktstellen, die sich
ständig erneuern. In ihnen ist alles gespeichert, was unser Überleben sichert
und es kommen von Geburt an ständig neue wichtige Informationen hinzu, die
gespeichert werden müssen.
DAS GEDÄCHTNIS – Speicherplatz aller Informationen
Deshalb benutzt das menschliche Gehirn einen Trick: Das Gedächtnis ist in drei
Stadien unterteilt, das
Ultrakurzzeitgedächtnis, das
Kurzzeitgedächtnis
und das Langzeitgedächtnis.
Informationen, die auf Dauer gespeichert werden sollen, müssen über die beiden
Vorstufen ins Langzeitgedächtnis gelangen. Das können sie nur, wenn sie sinnvoll
verknüpft und eventuell mehrmals wiederholt werden. Aber sobald etwas in das
Langzeitgedächtnis aufgenommen ist, wird es nie wieder vergessen. Deshalb
könnten gerade ältere Menschen wahre Genies sein – denn ihr Gehirn hat
schließlich sehr viel Zeit damit verbracht, Informationen zu sammeln und zu
verknüpfen. Ungerechtfertigter Weise wird gerade das Älterwerden oft mit dem
Gedanken an Vergesslichkeit und nachlassende Konzentration verbunden. Dabei
verliert ein gesundes Gehirn maximal fünf Prozent an Substanz, was aber auf die
Gedächtnisleistung keinen Effekt haben muss.
Konzentrationsfähigkeit
Auch die Konzentrationsfähigkeit hat eine Filterfunktion für Informationen.
Beispiele dafür kennt jeder: Themen, für die man sich interessiert, fallen einem
überall auf, während andere Dinge gar nicht wahrgenommen werden. So zieht ein
kleiner Artikel über das eigene Hobby in einer Zeitung wohl mehr Aufmerksamkeit
auf sich als die womöglich mehrere Seiten einnehmende Berichterstattung eines
aktuellen Ereignisses. So ist es auch verständlich, dass die
Konzentrationsfähigkeit in dem Maße abnimmt, wie auch die Leistung der
Sinnesorgane nachlässt. Darin liegt das Hauptproblem im Alter.
Hirnleistungsstörungen im Alter - DEMENZ
Der Begriff Demenz
kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie “weg vom Verstand” (Dementia:
de = weg; mens = Verstand). Er bezeichnet keine konkrete Krankheit, sondern ein
Merkmal verschiedener Krankheiten bzw. die Störung oder Schädigung von
Nervenzellen. Es wird in primäre und sekundäre Demenzformen unterschieden. Die
primären Formen treten am häufigsten auf und machen 90 Prozent aller
Demenzfälle bei über 65igjährigen aus. Es liegen neurodegenerative (Verlust von
Nervenzellen) oder vaskuläre (gefäßbedingte) Veränderungen vor. Diese
Entwicklung kann bereits unbemerkt und schleichend im Alter des jungen
Erwachsenen beginnen. Bei der Alzheimer-Krankheit degenerieren die Nervenzellen
des Gehirns ohne äußerlich erkennbare Ursache. Mit zunehmendem Alter treten
häufig Mischformen der vaskulären und neuodegenerativen Demenzen auf. Zu den
primären Demenzen zählt auch das Parkinson-Syndrom, wobei die Beschwerden auch
auf den jahrelangen Medikamenteneinfluss zurückzuführen sein könnte.
Sekundäre Demenzformen
können durch z.B. Fehl- oder Mangelernährung entstehen und lassen sich gut
behandeln oder sogar heilen, weil ihre Ursache meistens bekannt ist. Weitere
Ursachen sind Gefäß- oder Stoffwechselerkrankungen aber auch Alkohol-, Drogen-
oder Medikamentenmissbrauch.
Außerdem
können Demenzen durch Viruserkrankungen ausgelöst werden, wie bei
Creutzfeldt-Jakob, HIV, Syphilis oder durch Vitamin B 12-Mangel,
Schilddrüsenerkrankungen und die seltene, erbliche neurodegenerative
Chorea-Huntington-Erkrankung.
Alzheimer
Die wohl bekannteste Form und die größte Sorge vieler Menschen ist die Demenz
vom Alzheimertyp. Mittlerweile sind fast eine Million Menschen davon betroffen
und tatsächlich nimmt die Häufigkeit des Auftretens mit dem Alter zu. Alzheimer
beginnt aber mindestens zehn bis 15 Jahre vor dem Auftreten erster Symptome.
Sehr frühe Anzeichen
sind: Eine kaum merkbare Vergesslichkeit, zunehmende Reizbarkeit, die mit so
unspezifischen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schwindelgefühl einhergeht. Der
Betroffene spürt, dass etwas nicht stimmt – äußerlich ist aber nichts zu
erkennen. Darum sind ungewöhnlich erscheinende Reaktionen wie Aggressionen oder
Weinerlichkeit nicht selten, ebenso wie eine stetige Veränderung der
Persönlichkeitsstruktur. Ganz langsam und unaufhaltsam führt Alzheimer zu einem
vollkommenen geistigen und körperlichen Verfall. Verwirrtheit tritt auf, die
räumliche oder zeitliche Orientierung geht verloren, enge Verwandte werden nicht
mehr erkannt. Wenn die ersten erkennbaren Symptome auftreten, vergehen meist
sechs bis acht Jahre bis körperliche Ausfallserscheinungen schließlich zum Tod
führen.
Die Ursache für Alzheimer ist nicht bekannt. Was aber bei aller Zerstörung des
Gehirns immer erhalten bleibt, sind die Gefühle des Alzheimerpatienten. Selbst
wenn er Zusammenhänge nicht mehr bewusst wahrnehmen kann, fühlt er alles, was um
ihn herum geschieht. Seine
emotionale Intelligenz ist bis zu seinem Tode vorhanden!
Behandlung von Alzheimer
Trotz aufwendiger Forschung gibt es bislang noch kein Mittel, das die Krankheit
heilt. Man kann jedoch mittlerweile die Begleitbeschwerden lindern und die
Symptome der Krankheit abschwächen. Eine symptomatische medikamentöse Therapie
und die psychologische Betreuung des Patienten ist von großem Nutzen. Dieser
erlebt die Erkrankung gerade zu Beginn auf sehr schmerzvolle Weise: Er erkennt
das seine geistigen Fähigkeiten nachlassen, kann aber nichts dagegen tun.
Wann Gedächtnistraining?
Demenzpatienten
– und im Anfangsstadium auch Alzheimerpatienten – hilft häufig ein individuelles
Wahrnehmungs- und Kommunikationstraining (Gedächtnistraining).
Es geht dabei nicht um Wissenszuwachs, sondern um die Stabilisierung vorhandener
Hirnleistungsfunktionen, um die seelische Belastung zu reduzieren. Vorhandene
Informationen aus dem Altgedächtnis – also Erfahrungen und Erinnerungen – werden
bewusst angesprochen (erinnert) und weiterentwickelt. Auf dieser Basis werden
sie in das Alltagsleben eingebunden (Steigerung der Alltagskompetenz) und
sollten ständig geübt werden. Eigenständigkeit und seelische Stabilität werden
so für lange Zeit aufrechterhalten.
Wann GEHIRNJOGGING ?
Grundsätzlich gilt: Das Gehirn muss ständig gefordert, also “trainiert”, werden.
Das beginnt schon mit der täglichen Kommunikation mit Mitmenschen, Freunden und
Verwandten. Weitreichende Effekte erzielen die Bereitschaft zur
Auseinandersetzung mit ungewohnten und neuen Situationen des Lebens. Wer jedoch
speziell seine Merk- und Konzentrationsfähigkeit trainieren will – und geistig
gesund ist, dem hilft ein so genanntes
Gehirnjogging. Die
Belastbarkeit des Gehirns wird erhalten und bis zu einem bestimmten Grad sogar
gesteigert. Untersuchungen ergaben, dass sich die Merkfähigkeit bei ständigem
Training verdoppelt. Dabei wird das Gehirn zum Beispiel durch ein kurzes
morgendliches Training (z.B. Kombinationsaufgaben lösen) für die Anforderungen
des Alltags in Schwung gebracht. Erst durch kontinuierliches Üben wird die
geistige Leistungsfähigkeit auf dem hohem Niveau gehalten. Gehirnjogging kann
bei mangelnder geistiger Auslastung den Ausgleich schaffen, um bis ins hohe
Alter dem geistigen Abbau vorzubeugen.
Nach neuesten Studien spielt auch moderater Ausgleichssport für die geistige
Fitness eine wichtige Rolle. Radfahren, Walken oder Joggen fördern das räumliche
Orientierungsvermögen, und versorgen das Gehirn mit dem notwendigen Sauerstoff.
Wichtig dabei, den Sport angemessen der gesamten Konstitution zu betreiben und
die Strecken öfters zu verändern, um das Gehirn immer wieder aufs Neue
herauszufordern.
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