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Vorsicht Grippe
Besonders
in den kalten Monaten haben Erkältungs- und Grippeviren Hochsaison. Eine
Erkältung mit Fieber wird im Volksmund oft als Grippe bezeichnet. Doch handelt
es sich um zwei verschiedene Erkrankungen, die von unterschiedlichen Viren
übertragen werden. Während eine Erkältung, ein grippaler Infekt, in der Regel
eher harmlos verläuft, ist die Grippe eine ernstzunehmende Erkrankung, die zu
Folgeerkrankungen wie Herzmuskelerkrankungen führen kann.
Was ist die Grippe?
Die Grippe, auch Influenza genannt, ist eine sehr ansteckende
Infektionskrankheit der Atemwege. Überträger der Grippe sind Viren. Sie greifen
die Schleimhäute der Atemwege an und mindern deren Abwehrkräfte. Typische
Jahreszeit in der die Grippe in Deutschland auftritt ist von November bis April.
An der Grippe kann grundsätzlich jeder erkranken. Besonders gefährdet sind aber
Menschen mit Atemwegserkrankungen, Ältere und Kinder, schwerkranke und
transplantierte Menschen Bei ihnen kann die Grippe tödlich verlaufen. Die
geschädigte Atemwegsschleimhaut ist anfälliger für Bakterien. Lungen- und
Herzmuskelentzündung können die Folge sein.
Die Besonderheit der Grippeviren sind zwei Eiweiße mit ausgeklügelten Aufgaben.
Das eine Einweiß, Hämagglutinin (HA), hat die Fähigkeit, die Zellen der Atemwege
zu erkennen und besitzt den Schlüssel, dort anzudocken. Das andere Eiweiß namens
Neuraminidase (NA) sorgt dafür, dass die schützende Schleimschicht, die
eindringende Fremdkörper abwehrt, zerstört und damit die Abwehrreaktion
ausgeschaltet wird. Das Virus kann nun in die Zelle eindringen und sich dort
vermehren. Um die Zelle wieder zu verlassen, helfen den Viren wieder die
Neuraminidasen. Die Viren breiten sich entlang der Schleimhäute des
Atemwegstraktes aus und suchen sich neue gesunde Schleimhautzellen, um sich zu
vermehren.
Die Viren verbreiten sich über die Luft
Die Grippeerreger sind hartnäckige Viren, die sich über die Luft übertragen.
Durch Niesen oder Husten werden kleinste Tröpfchen mit Erregern in die Luft
ausgestoßen und dort wieder eingeatmet. Aber auch über direkten Kontakt wie
Hände schütteln oder auf Gegenständen wie Türklinken wird das Virus
weitergegeben. Mit der eingeatmeten Luft gelangen die Viren bis in die
Schleimhäute der oberen Luftwege, wo sie sich festsetzen und schnell
vermehren.Influenza-Viren sind sehr ansteckend. Bereits geringe Virusmengen
können eine Infektion auslösen. Die Inkubationszeit ist kurz. Die Zeit von der
Infektion bis zum Auftreten erster Symptome beträgt wenige Stunden bis zu drei
Tagen.
Eine Grippe beginnt sehr plötzlich
Die Grippe fängt plötzlich an. Meist aus völligem Wohlbefinden heraus treten die
Symptome auf. Sehr hohes Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen, heftige
Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, ein allgemeines, starkes
Krankheitsgefühl und Appetitlosigkeit sind typisch für eine Grippe. Da die Viren
sich auf den Schleimhäuten der Atemwege festsetzen, kommt es oft auch zu
trockenem Reizhusten, Halsschmerzen und Heiserkeit. Das Fieber, eine natürliche
Abwehrreaktion des Körpers, kann schon am ersten Tag Werte bis zu 40 Grad
Celsius erreichen. Da die Symptome anfangs einer einfachen Erkältungskrankheit
sehr ähnlich sein können, ist es schwierig eine eindeutige Diagnose abzugeben.
Um eine Grippe eindeutig zu diagnostizieren, macht der Arzt beim Patienten einen
Rachenabstrich oder nimmt Blut ab. Im Labor wird dann untersucht, ob
Grippenviren vorliegen.
Was tun bei einer Grippeerkrankung?
Bei den ersten Symptomen sollte sofort einen Arzt aufgesucht werden. Denn je
früher behandelt wird, desto eher verschwinden die Symptome und weitere
Komplikationen werden vermieden. Behandelt wird mit Neuraminidasehemmern, in
denen die Wirkstoffe Zanamivir oder Oseltamivir enthalten sind. Sie blockieren
das Enzym Neuraminidase, welches das Virus für seine Verbreitung im Körper
benötigt. Es gibt die Medikamente als Tabletten zum Einnehmen oder als Pulver
zur Inhalation. Liegt zusätzlich eine bakterielle Infektion, wird außerdem mit
Antibiotika behandelt. Dieses hat aber gegen die Grippe-Viren keine Auswirkung
und sollte auf gar keinen Fall unbedacht eingenommen werden. Der Patient sollte
auf jeden Fall einige Tage Bettruhe einhalten und sich auch nach der Krankheit
noch körperlich schonen. So lassen sich schwerwiegende Folgeerkrankungen wie
Herzmuskelentzündungen vermeiden. Inhalationen und Gurgeln mit Kamille und
Salzlösungen sind gut für die Atemwege und heiße Getränke lindern Entzündungen
im Rachenraum. Wichtig ist vor allem reichlich zu trinken, da der Körper in
dieser Zeit viel Flüssigkeit verliert, die ihm wieder zugeführt werden muss.
Grippe-Impfung schützt
Der wirksamste Schutz vor einer Grippe ist die Impfung. Der Impfstoff besteht
aus abgeschwächten Influenza-Viren und der Körper bildet nach der Impfung
Antikörper. Infiziert man sich dann später mit dem echten Influenza-Virus,
werden sie von den Antikörpern abgefangen, sofern es sich nicht um veränderte
Grippeviren handelt.
Da sich das Virus jedes Jahr neu verändert, benötigt man jedes Jahr eine neue
Impfung. Der Grippe-Impfstoff wird jährlich neu produziert und den aktuell
auftretenden Virusvarianten angepasst. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
gibt jedes Jahr im Februar eine Empfehlung mit den Virentypen heraus, die im
Impfstoff für die kommende Saison enthalten sein sollen. Mit der Impfung gelingt
es, vor einer Grippe zu schützen oder aber zumindest einen milden,
komplikationslosen Krankheitsverlauf zu erreichen, sofern es sich bei den
Grippeviren um die im Impfstoff enthaltenen oder ähnliche handelt. Taucht ein
neuartiges Virus auf, das im Impfstoff nicht berücksichtigt wurde, sinkt der
Impfschutz deutlich ab. Vor gängigen Erkältungskrankheiten kann die
Grippeimpfung nicht schützen.
Wann sollte geimpft werden und wer?
Der beste Zeitpunkt ist der frühe Herbst, also
vor der
Grippesaison. Der Impfschutz beginnt etwa 14 Tage nach der Impfung und hält etwa
ein Jahr.
Auch wenn der Impfstoff die gleiche Zusammensetzung wie im vergangenen Jahr hat,
ist dennoch eine erneute Impfung ist notwendig, da der Schutz nach einem Jahr
nicht mehr sicher ist.
Laut der ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) sollten sich
folgende Gruppen impfen lassen:
alle
Personen über 60 Jahren, denn die Leistungsfähigkeit ihres Immunsystems
nimmt mit dem Alter ab,
Bewohner von Alten- und Pflegeheimen,
Personen mit erhöhter Gefährdung wie medizinisches Personal und
Pflegepersonal,
Menschen, die mit vielen Menschen in Kontakt kommen,
Personen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Angina pectoris, Asthma,
Diabetes mellitus und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems,
Organtransplantierte, HIV-Infizierte und Leukämiepatienten, deren
Immunsystem bereits geschwächt ist,
Kinder
- eine Impfung ist ab dem sechsten Monat möglich
Weitere Tipps zur Stärkung des
Immunsystems
Eine gesunde und vitaminreiche Ernährung hilft dem Körper, sein Immunsystem
aufzubauen. Besonders die Vitamine A, C und E stärken unsere Abwehr. Sie sind
wichtig für die Bildung von Antikörpern und fördern Zellen, die
krankheitserregende Viren erkennen und vernichten. Auch Zink fördert die Bildung
von Antikörpern.
Nasenspülungen mit Kochsalzlösungen helfen, die Schleimhäute der Nase zu
befeuchten, wodurch sie unempfindlicher gegen Viren und Bakterien werden.
Sauna bereitet den Körper auf Temperaturschwankungen im Winter vor. Der
Kältereiz einer kalten Dusche fördert die Durchblutung von Haut und
Schleimhäuten. Doch sollte vorher mit dem Arzt geklärt werden, ob die Sauna
unbedenklich genutzt werden kann.
Viel Trinken und reichlich frische Luft halten die Schleimhäute ebenfalls
feucht, in denen sich eindringende Viren dann nicht einnisten können.
Außerdem öfter mal eine Ruhepause einlegen. Denn auch ausreichend Schlaf und
weniger Stress wirken sich positiv auf unser Immunsystem aus.
Auf jeden Fall ist der direkte Kontakt zu Menschen zu meiden, die an einer
Grippe erkrankt sind. Die Hände sollten häufig gewaschen werden, denn an
Gegenständen wie z. B. Türklinken können Viren haften. Überhitzte Räume sollten
ebenfalls vermieden werden, denn Wärme fördert das Wachstum von Viren und
Bakterien.
Stand 2009
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