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Kalte Füße

Füße sind unsere Fortbewegungsmittel und spielen in unserem Alltag keine große Rolle, solange sie keine Beschwerden machen. Lieblos verschwinden sie morgens in den Socken, abends unter der Bettdecke.

Anatomie

Aber der Fuß ist ein Wunderwerk: Das kompliziert aufgebaute Organ besteht aus 28 Knochen und 33 Gelenken. Aber damit nicht genug: In den Füßen enden auch noch rund 72.000 Nervenbahnen. Durch 27 Muskeln und 36 Bänder werden die Bausteine des Fußgewölbes zu einer stabilen und in sich beweglichen Form verspannt. Zwischen Ferse und Großzehenballen verläuft der Bogen des inneren Längsgewölbes. Die Mittelfußknochen bilden das Quergewölbe. Die gelenkige Verbindung zwischen Unterschenkel und Fuß ist durch das Sprunggelenk gegeben. Es setzt sich zusammen aus dem oberen Sprunggelenk zwischen Schienbein, Wadenbein und Sprungbein und dem unteren Sprunggelenk.

Den Füßen wird oft so gut wie gar keine Pflege gewidmet, und erschöpft sich allenfalls im lackieren der Nägel. Wir sollten aber unseren Füßen mehr Aufmerksamkeit schenken. Sie leisten Tag für Tag Schwerstarbeit. Allein beim Gehen fängt jeder Fuß bis zu 50 mal pro Minute den gesamten Stoß des gesamten Körpergewichts ab. Wussten Sie, dass die Gangstrecke im Leben eines statistischen Durchschnittsbürgers 120.000-120.600 km lang ist ? Das entspricht der viermaligen Umrundung des Erdballs. Aufgrund der vielen Nerven, die in den Füßen enden, gehören die Füße zu den empfindlichsten Körperzonen und können Oberflächen ertasten, Hindernisse und Höhenunterschiede, Kälte und Wärme spüren. Zudem stehen die Fußsohlenreflexbahnen mit den Organen unseres Körpers in direkter Verbindung.

Kalte Füße

Wer ständig unter kalten Füßen leidet, muss auch mit einer höheren Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten rechnen. Nachweisbar stehen kalte Füße mit nachfolgenden Krankheiten in engem Zusammenhang: Chronischer Magen-, Darm- und Bronchialkatarrh, Bronchialasthma, chronischer Schnupfen, Entzündung der Nasennebenhöhlen, Katarrhe des Mittelohres und der Stirnhöhle, Polypen des Nasen-Rachen-Raumes bei Kindern, Migräne, Neuralgien, Ischiasbeschwerden, Muskel- und Gelenkrheumatismus, häufige Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Herzbeschwerden und Unterleibsleiden.

Ursachen für kalte Füße

Liegt unsere mangelnde Aufmerksamkeit gegenüber unseren Füßen daran, dass diese Körperteile am weitesten von unserem Kopf und unserem Herzen entfernt liegen? Tatsache ist, dass sie durch die Entfernung vom Herzen auch als erstes von Durchblutungsstörungen betroffen sind. Auch sind sie kälter als die meisten anderen Körperteile: Ist die Achselhöhle normalerweise 36 bis 37 Grad Celsius warm, bringt es die große Zehe nur auf 31 Grad. Am kältesten sind Nase und Ohrläppchen mit 29 Grad.

Den meisten Menschen sind Füße auch wegen ihres Geruches unangenehm. Die Fußsohlen produzieren besonders viel Schweiß. An der Fußsohle sitzen dreimal so viele Schweißdrüsen wie auf dem Fußrücken. Paradoxerweise sind aber Schweißfüße gleichzeitig kalte Füße, denn durch die Verdunstung der Feuchtigkeit wird dem Fuß ständig Wärme entzogen. Wer ständig kalte Füße hat, sollte das unbedingt von einem Arzt abklären lassen, denn hinter diesem Symptom können sich schwerwiegende Krankheitsursachen verbergen. Kälte- und Schweregefühl können Anzeichen einer arteriellen Durchblutungsstörung sein, die schließlich zu einer arteriellen Verschlußkrankheit führen können.

Bei ansonsten völlig gesunden Menschen entstehen die Kaltfüße durch fortgesetzte Kälteeinwirkung: Bewegungsmangel bei der Arbeit, daheim in der Wohnung oder infolge des kalten Klimas. Dann ist meistens eine unzureichende Bekleidung Ursache für kalte Füße: z.B. zu dünne Socken und Schuhwerk, aber auch regelmäßige Einnahme von Genussgiften wie Nikotin. Der Kaltfuß kann aber auch angeboren sein. In diesem Fall ist den Betroffenen auch dann kalt an den Füßen, wenn sie in einem überheizten Zimmer sitzen.

Was kann man tun ?

Der Unterkühlung der Füße kann man durch richtiges Schuhwerk vorbeugen. Anstatt eines extrem dünnsohligen Schuhes sollte man an Tagen mit nasskalten Wetter besser Schuhe mit feuchtigkeitsabweisenden, dicken Gummisohlen tragen. Sie sollten so groß sein, dass darin auch Wollsocken getragen werden können. Vermeiden sollte man Socken aus Synthetik.

Hydrotherapie (Wasserheilkunde)

Bei der Hydrotherapie ist das Wasser das Behandlungselement. Hier wirken der Wärme- und Kältereiz, indem sie die Blut- und Lymphzirkulation der behandelten Körperteile verändern. Über die Nerven-Reflexbahnen entstehen dabei in anderen Körperregionen analoge Veränderungen. So beeinflußt ein Wadenwickel nicht nur die Temperatur und Zirkulation im Kopf.

a) Kneipp-Güsse: Durch die meist kalten Anwendungen nach Pfarrer Sebastian Kneipp wird der arterielle und venöse Blutaustausch in den feinsten Haargefäßen beschleunigt. Es gibt den Arm-, Oberschenkel-, Knie,- und Unterschenkelguss. Nicht geeignet bei chronisch kalten Füßen.

b) Wannen- und Teilbäder

ba) Schielefußbad
: Fritz Schiele hat dieses Bad erfunden. Dabei wird in einer Spezialfußbadewanne, in der das Wasser nur bis zur Knöchelhöhe reicht und die Temperatur von der Fußsohle her (durch einen Heizstab mit Thermostat gesteuert) im Sinne eines ansteigenden Fußbades steigt. (Temperatur von 35-45 Grad). Hierdurch soll eine drastische Anregung der Blutzirkulation in den Fußsohlen sowie an den dort liegenden Endpunkten der Organreflexzonen bewirken. Nicht geeignet für Diabetiker, da aufgrund gestörter Nervenempfindungen es unbemerkt zu Verbrühungen kommen kann.

bb) Wechselfußbad: drei Minuten lang im Wechsel in einer Fußwanne mit sehr warmen Wasser (ca 45 Grad) und ½ Minute im kalten Wasser in einem anderen Gefäß die Füße tauchen. So kann man die Stoffwechselvorgänge beschleunigen.

c) Fußreflexzonenmassage: Die Reflexzonenmassage am Fuß ist eine Therapieform, die sich im Laufe von vielen Jahren zu einer exakt ausgearbeiteten Spezialmassage entwickelt hat. Sie ist jedoch keine Massage im engeren Sinn, denn sie kann außer einer lokalen intensiven Durchblutung eine Verbesserung sämtlicher Organfunktionen bewirken.

Gesunde warme Füße - Tipps für zu Hause

Ist der Fuß wirklich krank (zum Beispiel in Folge eines Diabetes mellitus), sollte man bei Selbstmaßnahmen besonders vorsichtig sein und zunächst immer einen Arzt zu Rate ziehen. Wenn möglich, sollte man barfuß gehen, ob Sommer oder Winter, über Steine, Sand und Gras. Wem das zu unbequem ist, kann auch Noppensandalen tragen, die die Blutzirkulation fördern. Fußmassageroller, ein Tennisball, den man mit der Fußsohle hin- und her rollt oder ein Bleistift, der mit den Zehen aufgehoben werden kann, haben einen ähnlichen Effekt: Alle Übungen fördern die Durchblutung der Füße– sie werden warm – und massieren zugleich die Fußsohlenreflexzonen. Auch Fußgymnastik ist ideal bei kalten Füßen und sollte täglich durchgeführt werden. Verstärkt wird die Wirkung, wenn vor dem Duschen Füße und Beine mit einem speziellen Handschuh in kreisförmigen Bewegungen zum Körper hin trocken gebürstet werden. Doch Vorsicht bei empfindlicher Haut, sie kann unter Umständen zu stark gereizt werden. Eine wahre Wohltat ist auch ein abendliches Fußbad. Es reinigt, erfrischt und belebt müde Füße. Und wer seine Füße regelmäßig eincremt, wird bald spüren, wie wohl man sich danach fühlt.

Stand 2009

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