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Krampfadern
Staut sich
auf Grund mangelnder Bewegung das Blut in den Beinen, verlieren die Venen an
äußerem Halt und es kommt zu einer Überdehnung und Ausbuchtung der Venen. Die
Überdehnung führt dazu, dass die Venenklappen nicht mehr richtig schließen
können und somit der Rücktransport des venösen Blutes gestört wird. Es bilden
sich Krampfadern.
Symptome bei Krampfadern
Erste
Anzeichen von Krampfadern sind Schwere, Müdigkeits- und
Spannungsgefühl in den Beinen. Diese Symptome bessern sich meist im
Liegen und bei Bewegung. Auch nächtliche Fuß- und Wadenkrämpfe können auftreten.
Durch einen
langdauernden Blutstau
in den Venen werden die Gefäße immer durchlässiger und Flüssigkeit, Eiweiße und
Blutpigmente werden in das umliegende Gewebe abgepresst.
Die Folge
sind zunächst abendliche, dann ständige Wasseransammlungen in den Beinen
(Ödeme), vor allem in der Knöchelgegend, die bläulichen, oberflächlich gelegenen
Krampfadern unter der Haut führen zudem zu kosmetischen Beeinträchtigungen. Der
Blutstau führt langfristig auch zu einer schlechteren Versorgung des Gewebes.
Endstadium ist die Entstehung von "offenen" Beinen (Ulcus
cruris). Jahrelang bestehende Krampfadern können zu dauerhaften,
teilweise erheblichen Komplikationen führen: z.B. einer
Beinvenenthrombose. Zudem ist mit zunehmendem Alter einer
Verschlimmerung der Symptome zu befürchten, besonders wenn Krampfadern
unbehandelt bleiben. So bildet sich eine bereits eingetretene Verhärtung
der Venenwand (Phlebosklerose) auch nach der Beseitigung von
oberflächlichen Krampfadern nicht mehr zurück.
Aus diesem
Grund sollte eine möglichst frühzeitige Behandlung der Krampfadern erfolgen. Die
Behandlung erfolgt zunächst über das Anlegen von Kompressionsstrümpfen oder
-verbänden, dann über eine Verödung mit Hilfe von Spritzen oder durch die
chirurgische Entfernung der Krampfadern.
Die modernen Verfahren der Venenbehandlung – Verödung und Operation
Verödung (Sklerosierung) von
Krampfadern:
Die „Verödung“ oder „Sklerosierung“
ist eine Behandlungsform, die sich besonders für
kleinere
Krampfadern eignet, wenn diese nicht durch den Rückstau aus
größeren Krampfadern entstanden sind. Sie ist ebenfalls geeignet, wenn die sie
verursachenden größeren Krampfadern vorher durch eine Operation beseitigt worden
sind. Insbesondere eignet sich die Verödung bei netzförmigen
retikulären
Krampfadern und bei
Besenreisern. Bei der Verödung wird unter lokaler Betäubung ein
Verödungsmittel mit einer sehr feien Nadel in die erkrankte Vene eingespritzt.
Dieses Mittel löst eine für den Patienten nicht spürbare Entzündungsreaktion an
der Veneninnenwand aus. Anhand der nachfolgenden Kompression mittels
Gummistrumpf oder Bandagierung wird ein Verkleben der Venenwände erzielt. Die
Venenwände verwachsen, das Gefäß verschließt sich und der krankhafte
Blutdurchfluss wird so verhindert. Innerhalb von mehreren Wochen heilt die
verödete Krampfader als nicht spürbarer Narbenstrang ab und wird vom Körper
abgebaut. Nach der Verödung wird reichlich Bewegung empfohlen, um den Blutstrom
in den verbliebenen Venen anzuregen. Leichter Schmerz und Schwellungen sind ein
bis zwei Tage nach der Behandlung möglich. Ebenso sind Nebenwirkungen möglich,
jedoch eher selten (allergische Reaktionen, Hautgeschwüre, bei
Bindegewebsschwäche eine Schwellneigung etc.). Bei der Verödung von Krampfadern
treten nach fünf Jahren bei etwa zehn Prozent und nach zehn Jahren bei etwa 20
Prozent aller Patienten erneut Krampfadern auf.
Transkutane Lasertechnik (von aussen) wird bei
Besenreisern als rein kosmetische Behandlung durchgeführt, bei der kleine Gefäße
oberflächlich verödet werden.
Neuere Methoden der Verödung
Schaumverödung – Venen durch Schaum
verschließen:
Die
Schaumverödung ist eine relativ neue Methode, die wesentlich effizienter ist als
die gängigen Spritzentechniken mit Flüssigkeit. Hierbei wird anstatt einer
Flüssigkeit ein speziell präparierter Schaum in die Venen hineingespritzt. Das
Verfahren wird unter Ultraschall-Überwachung durchgeführt und kann bei
Wiederbildung von Krampfadern probelmlos wiederholt werden, was bei den anderen
neueren Verödungstechniken nicht immer der Fall ist. Zwei bis sechs Wochen nach
der Behandlung muß ein Kompressionsstrumpf getragen werden, Bewegung ist
hilfreich.
VNUS-Closure – Radiowellentherapie:
Ein
Verfahren zur Entfernung von Stammvenen. Die Operation findet unter örtlicher
Betäubung statt. Die Stammvene wird zuerst unterhalb des Kniegelenks punktiert
und dann ein Elektrodenkatheter bis zur Leiste eingeführt. Die Elektroden
erzeugen Energie im Radiowellenbereich, die dazu führt dass sich ein narbiger
Strang bildet, der sich im Laufe der Zeit zurückbildet. Diese Verfahren eignet
sich nur für relativ gerade verlaufende Venen.
Endoluminale Lasertechnik (von
innen):
Bei der
endoluminalen Laserbehandlung wird die Krampfader von innen verödet. Ein
verdünntes Betäubungsmittel, rund in die Vene eingespritzt, macht die Behandlung
fast schmerzlos. Über eine dünne Nadel wird eine dünne Glasfaser (0,2 mm) in die
Vene eingeführt. Die Faser transportiert die Laserenergie, die in der Vene eine
Temperatur von 60 bis 70 Grad Celsius erzeugt. Der Laserstrahl wird dann langsam
zurückgezogen. Dabei verschließt sich die Krampfader Stück für Stück von innen
und zieht sich zusammen. Die verschlossene Vene baut der Körper in den folgenden
Monaten ab. Der Patient bekommt für drei Tage einen Kompressionsverband,
anschließend sollte zwei Wochen lang ein Kompressionsstrumpf getragen werden.
Operationsmethoden
Krossektomie (Unterbindung der
Venen):
Bei älteren Patienten, bei denen die
Risiken einer Narkose zu hoch sind, kann zur Behandlung von
Stammkrampfadern eine Unterbindung der betroffenen Vene (=Krossektomie)
erfolgen. Bei diesem Verfahren wird die Krampfader unter örtlicher Betäubung an
ihrer Eintrittsstelle in das tiefe System durchtrennt, wodurch das Zurückströmen
des Blutes verhindert wird. Um das Auftreten neuer Krampfadern zu verhindern,
werden auch in die bestehende Krampfader einmündende Seitenäste durchtrennt und
unterbunden. Anschließend müssen ebenfalls für einige Zeit Kompressionsstrümpfe
getragen werden.
Miniphlebektomie: Ein mini-chirurgisches Verfahren zur
Entfernung kleiner und mittelgrosser Krampfadern. Bei diesem Eingriff werden
punktförmige bis 3 mm lange Schnitte angelegt und die erkrankten Venen mit einem
Häkchen herausgezogen bzw. durchtrennt (Häkelverfahren), dabei sind die
Hautstiche oft so klein, dass sie nicht genäht werden müssen und fast narbenlos
von selbst verheilen. Bei kleineren varikösen Seitenästen ist die Häkchenmethode
die Methode der Wahl. Sie wird ausschließlich in lokaler Betäubung und ambulant
durchgeführt. Auch bei diesem Verfahren bleiben die anderen Gewebe am Bein so
gut wie unberührt
Venen- Stripping: Die Strippingoperation ist eine schonungsvolle
Möglichkeit,
lange
gerade gestreckte Krampfadernanteile (sog. Stammvarizen, z.B.
von der Leiste bis unterhalb des Kniegelenkes oder von der Kniekehle bis zum
Außenknöchel) in einem Stück zu entfernen. Ihr Ursprungsort liegt meist in ihrem
Mündungsgebiet, also im Bereich der Leiste oder Kniekehle, wo ein erster Schnitt
durchgeführt und der Venenstamm gesucht wird. Hier wird nun eine spezielle
Sonde, der Stripper, eingeführt und über einen zweiten Schnitt am Unterschenkel
wieder hinausgeleitet. Der gesamte Varizenstamm kann nun mit Hilfe dieser Sonde
herausgezogen werden. Um Blutungen aus den Seitenästen zu vermeiden, werden
diese vor dem Stripping über kleine Hauteinstiche entfernt. Ebenfalls vor dem
Stripping werden die Verbindungsvenen zwischen Tiefe und Oberfläche unterbunden.
Das Stripping ist eine minimal-invasie OP, die mit wenigen Schnitten auskommt.
Das umliegende Gewebe wie Haut, Nerven und Lymphgefäße wird dadurch kaum in
Mitleidenschaft gezogen. Aus diesem Grund ist heutzutage auch nur noch selten
eine Vollnarkose nötig. Fast immer genügt eine Teilanästhesienarkose, damit
lässt sich die Operation sogar ambulant durchführen. Das “Stripping” dauert in
der Regel etwa eine halbe Stunde. Nach der Operation kann der Patient mit einem
festen Verband aufstehen und herumlaufen. Allerdings tritt bei etwa 40 Prozent
aller Patienten, die sich einer Krampfader-Operation ein Wiederauftreten der
Venen auf, dann muß erneut operiert werden.
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