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Masern – Keine harmlose Kinderkrankheit!
Masern sind eine hoch ansteckende Virusinfektion, die hauptsächlich im
Kindesalter auftritt. Auffällig ist ein typischer Hautausschlag und eine
Beteiligung der oberen Luftwege. Masern gehören zu den am leichtesten
übertragbaren Krankheiten. Zwar erkranken Kinder und Kleinkinder am häufigsten
an Masern, doch auch ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene können erkranken.
Wie bei vielen anderen so genannten „Kinderkrankheiten“ auch, erkranken
Erwachsene seltener, aber dann treten häufiger Komplikationen auf. Seit 2001
gehören die Masern zu den meldepflichtigen Krankheiten, das heißt: wenn ein
Maserfall auftritt, muss dieser beim Gesundheitsamt angezeigt werden.
Masern verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion und Keime in der Luft, etwa wenn
Viren beim Husten, Niesen oder Sprechen aus Nase, Hals und Mund durch die Luft
geschleudert werden. Sie kann auch über lange Strecken in der Luft, eine so
genannte fliegende Infektion, übertragen werden. Eine indirekte Infektion über
nicht infizierte Menschen oder über Gegenstände ist kaum möglich. Rund zwei bis
vier Tage, bevor der typische Masernausschlag auftritt ist die Erkrankung
ansteckend. Erst wenn der Ausschlag verschwunden ist oder nach dem Ausschlag
eine leichte Abschuppung der Haut sichtbar wird, sind Erkrankte nicht mehr
ansteckend. Nach einer Masernerkrankung ist man lebenslang gegen eine weitere
Masernerkrankung immun. Eine ursächliche Behandlung von Masern nicht möglich.
Die Erkrankten werden so lange isoliert, bis der Hautausschlag verschwunden ist.
Sie müssen sich schonen und Bettruhe halten und bekommen unter Umständen Fieber
senkende Medikamente.
Warum sind Masern so gefährlich?
Masern sind alles andere als harmlos, denn die Erkrankung kann mit erheblichen
Komplikationen einhergehen. In etwa 20 Prozent der Masernerkrankungen kommt es
zu leichteren Komplikationen wie etwa Mittelohr- oder Lungenentzündung. Weil das
Immunsystem durch die Masernerkrankung geschwächt ist, wird der Körper
anfälliger für solche zusätzlichen bakteriellen Infektionen. Statistisch gesehen
tritt in 0,1 Prozent aller Fälle eine Entzündung des Gehirns (Encephalitis) auf,
die oft zu Behinderungen oder zum Tode führen kann. In etwa 20 bis 25 Prozent
dieser Fälle verläuft die Encephalitis tödlich. Bei weiteren 30 bis 40 Prozent
der Fälle ist mit bleibenden Schäden wie geistige und körperliche Behinderung zu
rechen. Eine sehr seltene Spätkomplikation kann noch mehrere Jahre nach einer
Masernerkrankung auftreten: eine tödlich verlaufende Gehirnentzündung, die so
genannte SSPE (subakute sklerosierende Panencephalitis). Pro eine Million
Masernerkrankungen ist mit einem bis fünf Fälle von SSPE zu rechnen. Eine sehr
seltene Masernform, so genannte „schwarze Masern“, verläuft sehr rasch, aber
häufig tödlich. Bei diesen Masern tritt blutender Ausschlag auf,
Schleimhautblutungen und lang anhaltendes hohes Fieber mit Krämpfen.
Woran erkennt man eine Masernerkrankung?
Die ersten Krankheitszeichen sind normalerweise neun bis zwölf Tage nach der
Ansteckung zu bemerken (Inkubationszeit). Sie sind untypisch und ähneln einer
Erkältung oder einem grippalen Infekt mit Fieber, Schnupfen, trockenem Husten
und Halsschmerzen sowie eine Bindehautentzündung mit Lichtempfindlichkeit. Auf
der Mundschleimhaut bilden sich kleine punktförmige weiße Flecken, die so
genannten Koplik-Flecken. Nach einem kurzen fieberfreien Intervall steigt das
Fieber nach drei bis fünf Tagen auf über 39 Grad Celsius an, und es bildet sich
ein roter, kleinfleckiger Hautausschlag auf. Nach und nach bilden die Fleckchen
größere Flächen. Der Ausschlag beginnt meist hinter den Ohren und breitet sich
innerhalb von ein bis zwei Tagen auf das Gesicht, den Bauch und Rücken und dann
auf Arme und Beine aus. Nach rund fünf Tagen sollte der Ausschlag zurückgegangen
sein. Ohne Komplikationen verbessert sich der Zustand nach etwa einer Woche
deutlich. Treten dann aber starke Kopfschmerzen, Nackensteife sowie Erbrechen
oder Berührungsempfindlichkeit auf, sind das mögliche Anzeichen einer
Hirnhautentzündung. Dann können die Masern auch das Gehirn befallen haben. Bei
ersten Anzeichen einer Masernerkrankung sollte man in jedem Fall zum Kinderarzt
gehen, damit eine sichere Diagnose gestellt und die Erkrankung weiter beobachtet
werden kann. Ursächlich behandelbar sind Masern nicht. Wichtig ist, dass
Patienten genügend Flüssigkeit zu sich nehmen und gegebenenfalls Fieber senkende
Maßnahmen ergriffen werden.
Wie
kann man sich vor Masern schützen?
Der einzige zuverlässige Schutz gegen Masern ist die Impfung. Dadurch erhält man
wie bei einer überstandenen Masernerkrankung eine lebenslange Immunität. Die
meisten Experten empfehlen eine Masernimpfung, weil die Folgen einer
Masernerkrankung sehr viel gefährlicher sein können, als mögliche Komplikationen
nach einer Impfung. Die ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in
Berlin (STIKO) empfiehlt eine zweifache Masernimpfung mit einem
Kombinationsimpfstoff , der zugleich auch vor Mumps und Röteln schützt
(MMR-Impfung). Die erste MMR-Impfung sollte ab dem zwölften Lebensmonat
erfolgen, denn vorher können noch im Blut vorhandene mütterliche Antikörper den
Impferfolg gefährden. Die notwendige zweite MMR-Impfung kann frühestens vier
Wochen nach der ersten Impfung durchgeführt werden, sie sollte aber spätestens
ein Jahr nach der ersten Impfung erfolgt sein. Eine MMR-Impfung kann in jedem
Alter nachgeholt werden, um sich vor Masern, oder Mumps und Röteln zu schützen.
Bis zum vollendeten 17. Lebensjahr werden die Kosten für die Impfung in der
Regel von den Krankenkassen übernommen. Nach der Impfung kommt es in rund 10 bis
20 Prozent der Fälle in den ersten drei Tagen zu leichten Reaktionen an der
Impfstelle wie Rötung, Schwellung und leichte Schmerzen oder nach fünf bis zehn
Tagen zu leichtem Fieber. Rund drei bis fünf Prozent der geimpften Personen
entwickeln eine abgeschwächten Form der Masern. Vor einer Impfung sollte auf
jeden Fall abgeklärt werden, ob die zu impfende Person gegen einen Inhaltsstoff
des Impfserum allergisch ist.
Es gibt jedoch auch Expertenmeinungen gegen eine Masernimpfung. Eltern oder
Betroffene sollten sich deshalb mit dem behandelnden Arzt über das Pro & Contra
der Impfung beraten und sich über die Empfehlungen der Impfkommission
informieren.
Stand 2009
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