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Selbstmassage

Schon vor über 3000 Jahren wurden Massagetechniken von Indern und später von den Chinesen beschrieben. Massage gilt als eine der ältesten Heilmethoden der Menschheit. Massage ist Medizin für Körper und Seele.

Heilung durch Berührung

Heute ist die Medizinwissenschaft in der Lage, die Zusammenhänge zwischen Berührung und den biochemischen Vorgängen im Körper zu erklären. Bei der Massage werden Rezeptoren angesprochen, die über das Rückenmark Signale an den Thalamus im Gehirn - die Sammelstelle der Sinnessysteme - weiterleiten. Der mit dem Thalamus verbundene Hypothalamus steuert das Hormonsystem und kontrolliert die inneren Organe über das Nervensystem. Sind Organe in ihrer Funktion gestört, hat der Hypothalamus die Möglichkeit, korrigierend einzugreifen. Der Hypothalamus bewirkt über Hormonausschüttung die wichtigsten Regulationsvorgänge des Organismus, wie Wärmeregulation, Wach- und Schlafrhythmus, Blutdruck- und Atemregulation, Sexualfunktionen und die Schweißsekretion. Ebenfalls mit dem Hypothalamus verbunden, ist das Limbische System, das die Funktion des ”emotionalen Gehirns” inne hat. Das Limbische System ist stammesgeschichtlich gesehen die älteste Hirnstruktur der Säugetiere. In ihm sind die Flucht- und Schutzreflexe gespeichert: Angst, Freude, Trauer, Stress haben ihre unwillkürlichen Auswirkung auf den gesamten Organismus. Berührung durch Massage – auch bei der Selbstmassage – beeinflussen über die Sinnesreize der Haut die Stoffwechselfunktionen in unserem Gehirn.

Das uralte Gedächtnis – oder: wider dem Vergessen

Als Säuglinge haben wir Menschen die innere Weisheit, nicht unbewusst, wie man immer wieder glaubt, sondern sehr bewusst, genau die Stellen an unserem Körper zu finden, die uns Wohlbehagen bereiten. Leider verlieren wir im Laufe des Älterwerdens viele dieser natürlichen Fähigkeiten, nicht zuletzt durch eine körperfeindliche Erziehung. Viele von uns werden sich noch an Sätze wie ”das tut man nicht”, ”fass dich da nicht an” und andere berührungsfeindliche Sätze erinnern. Wenn so etwas früh geprägt wird, ist es oftmals ein langer Weg, wieder den Zugang zu sich selbst zu finden.

Berühre Dich selbst

Sicherlich vermittelt die Massage durch einen Therapeuten eine andere Qualität als eine Selbstmassage. Werden wir massiert, sind wir passiv und gelangen in eine Tiefenentspannung. Verspannungen lösen sich, Schmerzen werden gelindert oder verschwinden vollständig. Massage kann auch eine vorbeugende Wirkung haben. Die Selbstmassage führt nicht zu einer Tiefenentspannung, weil wir hierbei aktiv unsere Beschwerden lindern. Dadurch wirkt sie anregend, belebend, durchblutungsfördernd und trotzdem entspannend. Wer sich selbst massiert, kann Verspannungen lösen und Schmerzen lindern.

Bei folgenden Symptomen und Erkrankungen sind Massagen nicht empfohlen:
Herzinfarkt, Tumore, Fieber, Entzündungen, bei Thrombosegefahr, Hauterkrankungen, Herzschwäche, starker Arteriosklerose und bei Geschwüren.

Machen Sie einen Termin mit sich selbst

Um sich auf die Massage einzustimmen, sollte man sich selbst einen Termin geben. Das ist ein kleiner Trick, durch den man sich selbst würdigt und schätzen lernt. Es bedeutet: ich nehme mir Zeit für mich. Dieser Termin sollte genauso eingehalten werden, wie eine Vereinbarung mit anderen. Um die Behaglichkeit zu fördern, sollte der Raum wohltemperiert sein. Meditative Musik unterstützt die Entspannung.

Methoden

Die Akupressur gehört zu den Techniken, die man sehr gut an sich selber anwenden kann. Häufig greifen wir unbewusst bei Erschöpfung mit Daumen und Zeigefinger auf unsere Nasenwurzel und üben einen leichten Druck aus. Danach verspüren wir meistens eine Besserung. Auch Kopfschmerzen können dadurch gelindert werden.

Klopfmassage auf Stirn und Kopf: Wirkung: fördert die Durchblutung, macht wach, lindert Kopfdruck bei Verspannungen.

Ausstreichen der Zwischenrippenbögen (Intercostalräume): Wirkung: Die aktive Atemmuskulatur wird erwärmt, Verspannungen lösen sich; wir erreichen damit eine tiefe, gleichmäßige Atmung, Nacken-Schulter-Muskulatur wird entspannt.

Streichen und Walken des Schulter-Nackenbereiches: Wirkung: Löst verhärtete Muskulatur, fördert die Blutzufuhr zum Gehirn und bringt eine erhöhte Sauerstoffzufuhr. Akute Schmerzzustände im Schulter-Nackenbereich dürfen nur zart und behutsam behandelt werden.

Zwei Tennisbälle in Socken verknotet: Anwendung: sich hinlegen, seinen Kopf in Höhe des Hinterhauptbeins auf die Tennisbälle legen; Wirkung: nach 2-3 Minuten löst sich die Muskelverspannung durch den Druck der Tennisbälle. Maximal eine Viertelstunde platzieren, dann die wirkt „Druckpunktmassage“ revitalisierend und bringt verlorene Konzentrationsfähigkeit zurück. Eine längere Verweildauer bewirkt eine Tiefenentspannung.

Bauchmassage: Massage des Oberbauches, unter den Rippenbögen, lockert das Zwerchfell, dadurch ermöglicht sich eine tiefere Atmung, die oftmals durch verspanntes Zwerchfell eingeschränkt ist. Die mit weicher Hand aber durchaus in die Tiefe gehende Bauchmassage regt die Darmbewegung an, löst Blähungen, fördert die Verdauung. Sie muss im Verlauf des Darmes erfolgen, das heißt im Uhrzeigersinn.

Beine: Kneten-Klopfen-Vibriren-Schütteln: Durch falsches Schuhwerk oder auch bei Überbelastung durch stehende Tätigkeiten und Bewegungsmangel erfolgen oftmals Muskelverspannungen in den Beinen. Die Idealbedingung für unsere Füße ist barfußlaufen im Sand. Der Fuß wird auf eine natürliche Art gewalkt, massiert und die Reflexpunkte auf der Fußsohle werden stimuliert. Da wir uns dieses aber nur selten erlauben können, sollten wir dafür einen Ausgleich finden. Die natürliche Längswölbung eines Fußes kommt durch Spannkraft der Sehnen und Bänder. Das hat den Vorteil, dass die Schwere des Körpers federnd aufgefangen wird und das Körpergewicht nicht nur auf einen Punkt des Fußes lastet. Durch tiefe, mit Finger- und Daumenbeere ausgeführte Streichungen zwischen den Mittelfußknochen und den Zehengrundgliedern werden die Sehnen und Bänder elastisch gehalten.

Stand 2009

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