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Müdigkeit

Müde, schlapp, erschöpft - wer sich so fühlt, tut sich schwer in unserer aktiven und leistungsorientierten Gesellschaft. Müdigkeit ist oftmals ein Zeichen dafür, dass die Energieversorgung nicht stimmt, der Stoffwechsel an irgendeiner Stelle gestört ist. Müdigkeit hindert einen daran, normal zu leben, zu arbeiten, sich um sich selbst oder um seine sozialen Kontakte zu kümmern. Doch nicht jede Müdigkeit ist als "Mangel" zu sehen. Manchmal brauchen Körper und Seele einfach eine Auszeit und haben sich Ruhe, Entspannung und Schlaf verdient. Auch ist nicht jede Müdigkeit gleich ein Symptom für eine Erkrankung. Manchmal reicht es schon aus, etwas gesünder zu leben, auf Ernährung und Bewegung zu achten und seine Schlafgewohnheiten zu überprüfen. Lässt die Müdigkeit auf Dauer aber nicht nach, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Müdigkeit durch körperliche Ursachen

Kreislaufschwäche
: niedriger Blutdruck verursacht eine morgendliche Antriebsschwäche und eine chronische Müdigkeit. Darum sollte ein Mindestmaß an körperlicher Betätigung nicht fehlen (Gymnastik, Spaziergänge); zu viel bzw. zu langer Schlaf – auch tagsüber - sollte vermieden werden.

Hormonstörungen: Die Schilddrüse produziert ein Hormon, dass für den Energiehaushalt unbedingt notwendig ist: das Thyroxin. Wer unter einer Schilddrüsenunterfunktion leidet, wirkt auffallend ruhig, ist insgesamt verlangsamt und fühlt sich ständig müde. So auch bei ernährungsbedingtem Jodmangel: zu wenig Thyroxin wird gebildet und man fühlt sich schlapp und antriebsarm.

Vitamin- / Eisenmangel: Unausgewogene Ernährung führt zu Vitamin- und Eisenmangel. Eisenmangel kann zudem auch durch Blutverlust entstehen, oder nach Operationen. Eisen ist notwendig, damit sich Sauerstoff an den roten Blutkörperchen bindet, um so an die Zellen unseres Körpers zu gelangen. Eisenmangel verursacht also eine schlechte Sauerstoffversorgung des Körpers. Eisen kommt vermehrt vor in: Fleisch, Innereien, Getreide, Hülsenfrüchten, Spinat, Fenchel, Grünkohl, Möhren und Pfifferlingen.

... durch andere Faktoren:

Medikamente: Viele Arzneimittel können als unerwünschte Nebenwirkung auch Müdigkeit hervorrufen, was in der Regel auf dem Beipackzettel angegeben wird. Müdigkeit als unspezifisches aber frühes Symptom entsteht auch, wenn Medikamente nur teilweise abgebaut bzw. ausschieden werden, weil Darmflora, Leber oder Niere durch Krankheit geschädigt sind. Der Grund: die Wirkstoffkonzentration im Blut erhöht sich ständig und die körperliche Reaktion entspricht einer „Überdosierung“.

... durch seelische Ursachen

In den Wechseljahren ist Östrogenmangel häufig Ursache für Depressionen, Gefühle allgemeiner Schwäche oder Antriebsschwäche. Darüber sollte mit dem Arzt gesprochen werden. Oftmals helfen pflanzliche Arzneimittel (z.B. Johanniskraut), das Wohlbefinden wieder zu steigern.

Depressionen: Erschöpfungszustände, verbunden mit einer depressiven Stimmungslage. Ursache: negativ-emotionale Erlebnisse (reaktive Depression), bei Schock oder Trauer. Oder: ohne erkennbaren Faktoren oder Anlässe (endogene Depression), die heute medikamentös sehr gut zu behandeln ist.

Müdigkeit und Umweltfaktoren:

Giftstoffe (PCB, Formaldehyd etc.) werden, ähnlich wie eingedrungene Krankheitserreger, durch die Abwehrzellen des Immunsystems bekämpft und das verbraucht Energie. Auch die Leber wird in Mitleidenschaft gezogen, denn sie arbeitet ständig an der Entgiftung unseres Körpers. Das gilt auch für Schimmelpilze. Tipp: Wohnräume regelmäßig lüften und trocken halten. Verschwinden die Symptome nicht, sollte man vom Arzt eine Blutuntersuchung auf Schadstoffbelastung durchführen lassen. Um herauszufinden, ob und welche Wohnräume belastet sind, sollte eine Raumluftmessung durchgeführt werden. Umwelthygieniker sind darauf spezialisiert und können Schadstoffe und Schimmelpilzsporen messtechnisch nachweisen.

Elektrosmog: Zunehmend werden neben Schadstoffüberprüfungen auch Untersuchungen auf elektromagnetische Felder im Lebens- und Schlafraum durchgeführt. In den USA belegen Studien den Einfluss elektromagnetischer Felder auf das Immunsystem. Empfehlenswert ist es, so wenig elektrische Geräte (Radiowecker, Heizkissen, Fernseher etc) wie möglich im Schlafraum zu benutzen. Baubiologische Untersuchungen geben Aufschluss, wo sich solche Störfelder befinden. Hinweis: Wer seine Wohnung auf Schadstoffe oder Elektrosmog durchmessen lassen will, muss das selbst bezahlen. Das kann sich leicht auf Kosten von bis zu 500 Euro.

... durch gestörten Schlaf

Tipps für einen erholsamen Schlaf: immer für eine gute Belüftung sorgen und nach Möglichkeit bei geöffnetem Fenster schlafen. Pflanzen aus dem Schlafraum entfernen. Die Matratze überprüfen: wer an Gewicht zugenommen hat, braucht wahrscheinlich eine Neue. Je nach Qualität der Matratze sollte spätestens nach zehn Jahre geprüft werden, ob sie ersetzt werden sollte.

Behandlungsmethoden gegen Müdigkeit

Eigenbluttherapie mit Ozon: Dem Patienten wird Blut abgenommen, es wird mit Ozon versetzt und wieder infundiert. Ziel ist es, eine höhere Sauerstoffsättigung des Blutes zu erreichen. Durch das vermehrte Sauerstoffangebot bekommt der Körper mehr Energie und selbst Entzündungsprozesse heilen schneller. Einen längerfristigen Effekt (bis zu einem Jahr) hat die Behandlung nach einer Kur von zwölf Anwendungen.

Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie: hat einen ähnlichen Effekt. Unter Belastungs- und Ruhephasen wird zwei Stunden lang ein Sauerstoffgemisch über die Nase zugeführt. Empfohlen wird eine tägliche Behandlung über einen Monat.

Bestimmte Ätherische Öle und Aromen haben einen altbekannten Effekt: sie machen munter und sind eine preiswerte Lösung. z.B.: Wer morgens schlecht in die Gänge kommt, sollte einmal kurz an einer Rosmarinflasche riechen. Danach ein Duschgel verwenden, dass mit 10 Tropfen Rosmarin, 7 Tropfen Limette (pro 100 ml) versetzt ist. Die Müdigkeit verfliegt.

Wer am Abend etwas vor hat und müde ist, sollte es mal versuchen mit: 3 Tropfen Rosmarin, 3 Tropfen Ingwer, 3 Tropfen Wachholder, 1 Tropfen Pfefferminz. Es wirkt am besten, wenn es langsam in einer Duftlampe verdampft.

Und für erholsamen und entspannenden Schlaf folgende Mischung für die Duftlampe: 5 Tropfen Zeder, 1 Tropfen Rose, 7 Tropfen Lavendel oder 1 Tropfen Sandelholz, 1 Tropfen Jasmin, 4 Tropfen Bergamotte.

Viel Bewegung an frischer Luft: regelmäßige Spaziergänge an frischer Luft bewirken auf einfache Weise, dass die körperliche Kondition steigt und Müdigkeit wie weggeblasen ist.

Stand 2009
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