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Myome
Ein Myom
ist in der Regel ein gutartiger Tumor, der sich in der Muskelschicht der
Gebärmutter bildet. Oftmals wird ein Myom ganz zufällig bei einer Untersuchung
festgestellt. Je nach Wachstumsgeschwindigkeit, Größe und Lage kann ein Myom
über Jahre hinweg beschwerdefrei bleiben. Etwa bei jeder dritten Frau treten
Myome im Laufe ihres Lebens auf.
Wodurch entstehen Myome?
Die eigentliche Ursache für die Entstehung ist nicht bekannt. Die
Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Wachstumsenergie frei wird, die
normalerweise für die Schwangerschaft bereitgestellt ist. Das Wachstum der Myome
ist an die Funktion der Eierstöcke gebunden und ist somit vom Östrogenhaushalt
abhängig. Das ist der Grund, warum bei jungen Mädchen vor der ersten
Regelblutung oder bei Frauen nach der Menopause keine Myome auftreten können.
Welche Auswirkungen können Myome haben?
Je nach Sitz und Größe des Myoms können Fehlgeburten durch Myome verursacht
werden. Durch den Hormoneinfluss in der Schwangerschaft wachsen bereits
existierende Myome im Allgemeinen schneller. In ungünstigen Fällen kann es zu
einer Ablösung der Plazenta führen oder zu einer vorzeitigen Wehentätigkeit.
Auch bei einem problemlosen Schwangerschaftsverlauf kann durch die Lage des
Myoms ein Kaiserschnitt erforderlich werden. Die Größe eines Myoms reicht von
wenigen Zentimetern im Durchmesser bis hin zu einer Größe, die den ganzen
Bauchraum ausfüllen kann. Dementsprechend sind die Beschwerden, die allein durch
die mechanische Verdrängung und durch den Druck auf andere Organe entstehen
können. Zu den häufigsten Beschwerden zählen vor allem starke, lang anhaltende
Blutungen und Blutungen außerhalb der Regel, die zu Anämie (Verlust roter
Blutkörperchen) und einhergehend zur körperlichen Erschöpfung führen können.
Symptome:
Druckgefühl im Unterleib und Schmerzen außerhalb der Menstruation
Häufiger Harn- oder Stuhldrang
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Nierenschmerzen
Kreuz-
und Ischiasschmerzen
Diagnostik
Wer unter derartigen Beschwerden leidet, sollte sich einer Untersuchung beim
Gynäkologen unterziehen, denn mögliche Komplikationen könnten lebensbedrohlich
sein. Mit Hilfe der [Vaginal]-Ultraschalluntersuchung werden Lage und Größe
eines und manchmal auch mehrerer Myome dokumentiert. Liegen keine Beschwerden
vor, reicht eine regelmäßige Kontrolle im Abstand von ca. sechs Monaten aus. Bei
starken Blutungen und Druckschmerzen im Unterbauch ist es sinnvoll, weitere
Untersuchungen durchführen zu lassen:
Eine
Laboruntersuchung
gibt Aufschluss über eine eventuell bestehende
Anämie durch
Eisenmangel, die durch starke Blutungen entstehen kann.
Bei
Frauen - vor allem nach Eintreten der Menopause - kann eine Untersuchung des
Hormonspiegels sinnvoll sein, da Hormone das Wachstum der Myome beeinflussen
können.
Bei
Nierenschmerzen
erfolgt eine Ultraschalluntersuchung oder ein sogenanntes Pyelogramm, d.h.
mit Hilfe eines Kontrastmittels werden die ableitenden Harnwege dargestellt.
Den
vollkommenen Aufschluss über die Beschaffenheit der Geschwulst gibt es
allerdings nur durch eine Gewebeuntersuchung (Histologie), die erst nach
einem operativen Eingriff möglich ist.
Können Myome bösartig sein?
In sehr seltenen Fällen wachsen Myome auffallend schnell und verändern sich
stark, was ein Hinweis auf eine Entartung sein kann. Bei großen Myomen besteht
das Risiko einer Minderversorgung des Gewebes mit Blut. Das absterbende Gewebe
(Nekrose) führt zu Vereiterungen in der Gebärmutter und letztendlich zur
Vergiftung des Körpers. Gleiches gilt für Myome, die auf einem Stiel sitzen.
Kommt es zu einer Drehung des Myoms, kann ebenfalls die Blutversorgung
abklemmen, was zu heftigsten Schmerzen führen kann.
Wann muss operiert werden?
Heute wird versucht, bei einer nötigen Operation die Gebärmutter zu erhalten.
Dafür sprechen psychologische Gründe oder wenn noch ein Kinderwunsch besteht. In
diesem Fall wird man versuchen, die Myome nur abzutragen oder auszuschälen und
die Gebärmutter zu erhalten (Myomenuklation). Doch bei der
Therapieentscheidung spielen viele Faktoren eine Rolle, wie das Alter der
Patientin, ob ein Kinderwunsch besteht, Symptomatik sowie Lage und Größe der
Myome. So kann z.B. ein großes Myom symptomlos bleiben und muss nicht operiert
werden (auch nicht vor einer Schwangerschaft), während ein kleines Myom mit
ungünstiger Lage schwere Symptome verursachen kann und operiert werden muss. Bei
extrem ungünstiger Lage der Myome kann gegebenenfalls nur eine Hysterektomie
(Entfernung der Gebärmutter) zum Erfolg führen, was allerdings auf Grund guter
diagnostischer Möglichkeiten heute zunehmend seltener erforderlich wird.
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