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Reisevorbereitungen
Die
Sommerzeit ist für Viele der Inbegriff von Urlaub, Reisen und Erholung. Seit dem
Ausbruch der tödlichen Viruserkrankung SARS haben allerdings die meisten
Reisenden Sorge vor einer tödlichen Infektion wie SARS in ihrem Urlaubsland.
Dabei ist SARS nicht die einzige Infektionskrankheit, auf die man vorbereitet
sein sollte. Infektionskrankheiten wie Malaria, Hepatitis A und Tollwut werden
von Urlaubern unterschätzt.
Tollwut
Kaum einer weiß, dass beliebte Reiseziele wie Thailand, Indien und Brasilien,
aber auch einige Mittelmeeranrainerstaaten wie die Türkei zu den Risikogebieten
der Tollwut gehören. Laut WHO kommt es jährlich zu rund 60.000 Erkrankungen
weltweit. Während in Deutschland Tollwut hauptsächlich durch infizierte
Wildtiere übertragen wird, erfolgt die Übertagung in den Risikoländern meist
durch Bisse von streunenden Haustieren, meist Hunden. Die Therapie der Tollwut
sollte möglichst sofort nach dem Biss durch ein tollwutverdächtiges Tier
begonnen werden. Wenn die Krankheit mit den ersten Symptomen ausbricht, ist sie
nicht mehr heilbar. Der tödliche Verlauf der Tollwut-Infektion kann dann nur
noch mit intensivmedizinischen Mitteln (zum Beispiel durch Beatmung)
hinausgezögert werden. Der Fall in den USA im Jahr 2005, wo ein 15-jähriges
Mädchen Tollwut überlebte, ist bisher einzigartig und ungeklärt. Gegen Tollwut
kann man sich aber impfen lassen und besonders Rucksacktouristen sollten daran
denken. Auf jeden Fall sollte nach einem Biss immer umgehend ein Arzt aufgesucht
werden, denn selbst nach einem Biss besteht soviel Zeit, dass nachgeimpft werden
kann, die dann lebensrettend ist. Grundsätzlich sollte man sich von
freilaufenden Tieren fernhalten und diese nicht streicheln. Denn tollwutkranke
Tiere verhalten sich nicht immer auffällig und sie können schon vor Ausbruch der
Krankheit infektiös sein.
Hepatitis A
In Deutschland erkranken jährlich rund 50.000 Menschen an Hepatitis A, davon
wurden ca. 70 Prozent aus südlichen Ländern eingeschleppt. Risikogebiete sind
Mittel- und Südamerika, Südasien, Zentralafrika, der nahe und mittlere Osten,
aber auch die Mittelmeerländer bergen Infektionsrisiken. Übertragen wird
Hepatitis A über verunreinigte Lebensmittel und Wasser, in denen sich
Kotrückstände befinden. Vorsicht ist geboten bei Salaten, rohem Gemüse, Austern,
Muscheln und unabgekochtem Trinkwasser. Die Symptome der Hepatitis A entsprechen
grippeähnlichen Erscheinungen, Übelkeit und Erbrechen. Ebenfalls kann es zu
einer Gelbfärbung der Haut kommen. Gegen Hepatitis A gibt es einen risikoarmen
Impfstoff. Nach zweimaliger Impfung (Auffrischimpfung) besteht ein
Infektionsschutz von 10 Jahren. Empfohlen wird vor allem bei Reisen in
Drittwelt-Länder, sich mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und
Hepatitis B impfen zu lassen.
Mücken als Krankheitsüberträger
Wer in
tropische Länder reist, wird häufig von Stechmücken gequält. Und ausgerechnet
Mücken sind Überträger von gleich mehreren Infektionskrankheiten. Die wohl
bekannteste Mücke „Anopheles“ überträgt die gefährliche
Malaria tropicans. Typisch für diese Mücke ist: Sie sticht nur ab Einbruch
der Dämmerung und während der Nacht. Ein Malariarisiko besteht vor allem in
Ländern Ostasiens, Afrikas, Indien, Mittel- und Südamerika. Aber nicht nur die
Malaria tropicans wird durch Mücken übertragen. Andere, harmlosere Malariaformen
bringen im Schnitt 1.000 Urlauber jährlich mit nach Deutschland, ohne die
Symptome sofort zu erkennen. Grippeähnlich machen sie sich bemerkbar und
verursachen Fieber verbunden mit Kopf- und Gelenkschmerzen, Durchfall und
Leibschmerzen.
Schutz vor Malaria bietet eine Chemoprophylaxe in Tablettenform. Die Einnahme
erfolgt vor, während und nach der Reise. Es gibt aber auch Mittel, die erst ein
oder zwei Tage vor der Reise in ein gefährdetes Gebiet genommen wird. Außerdem
gibt es sogenannte Stand-by-Mittel für den Notfall. Diese sollten nur
eingenommen werden, wenn kein Arzt innerhalb von 24 Stunden erreichbar ist. Da
ein Stand-by-Mittel höher dosiert wird als die vorsorgliche Einnahme von
Antimalariamitteln, kann es unter Umständen auch zu stärkeren Nebenwirkungen
kommen. Reisemediziner informieren, welches Mittel in welcher Dosierung
eingenommen werden soll. Neben der Chemoprophylaxe sollten aber auch immer
mückenabweisenden Mittel, langärmelige Kleidung / Hosen und ein Moskitonetz für
die Nacht im Gepäck sein.
Eine andere Vertreterin unter den Blutsaugern ist die Aede-Mücke:
Sie überträgt zwei Infektionskrankheiten: das Dengue-Fieber und das
Gelbfieber.
Dengue-Fieber kommt in mehr als 100 tropischen und
subtropischen Ländern außerhalb Europas vor. Vor allem Mittel- und Südamerika,
Teile Afrikas, Indien und Indonesien. Aber auch in beliebten Reisezielen wie
Thailand, der Dominikanischen Republik und Australien ist die Krankheit auf dem
Vormarsch. Die Aede-Mücke sticht vorwiegend tagsüber und am frühen Abend. Der
Ausbruch der Krankheit erfolgt rund fünf bis acht Tage nach dem Mückenstich auf
und verläuft wie ein grippaler Infekt. Da ein Impfstoff noch in Entwicklung ist,
kann man sich nur durch Mückenabwehrmittel und hautbedeckende Kleidung schützen.
Das Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die zu Beginn mit
grippeähnlichen Erscheinungen auftritt. Im weiteren Verlauf kommt es zu Fieber,
inneren Blutungen, Gelbsucht und Nierenschäden. Die häufig tödlich verlaufende
Krankheit tritt vorwiegend in Mittel- und Südamerika und in Afrika südlich der
Sahara auf. Gegen Gelbfieber gibt es eine Impfung, die in vielen Ländern mit
Risikogebieten auch zu den Einreisebestimmungen gehört. Diese Impfung ist
eine Lebendimpfung, die in der Regel aber gut verträglich ist. Es kann zwischen
dem vierten und siebten Tag nach Impfung zu einem Gefühl kommen als wäre eine
Grippe im Anmarsch. Meistens vergeht das aber nach ein paar Stunden wieder. Der
Impfschutz besteht zehn Jahre.
Nicht zu vergessen: Die Reiseapotheke
Eine Reiseapotheke darf nie fehlen. Sie hat den Vorteil, dass für die "erste"
Hilfe alles Wichtige griffbereit ist. Gerade in Ländern Afrikas, Mittel- und
Südamerikas und Asiens kann nicht für eine hohe Qualität der Medikamente
garantiert werden, da sie nicht immer ordnungsgemäß gelagert worden sind.
Was gehört in die Reiseapotheke?
Verbandsmaterial
Pflaster
Mückenschutzmittel (Repellent)
Creme
gegen Insektenstiche
Medikamente gegen Durchfall
Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen
Schmerzmittel
Desinfektionsmittel
Eventuell Tabletten zur Entkeimung des Wassers
Hygienetipps
Grundsätzlich sollte es vermieden werden Leitungswasser zu trinken. Mit Hilfe
von Filtersystemen
können aus dem Wasser Bakterien, Parasiten und Wurmeier herausgefiltert werden.
Allein durch Abkochen
des Wassers können Bakterien und z.B. das Hepatitis A Virus abgetötet werden.
Bedenkenlos kann frischgekochter Tee oder Kaffee getrunken werden, auch
Instantgetränke, wenn abgekochtes Wasser verwendet wurde. Ebenso unbedenklich
sind Getränke aus geschlossenen Behältern wie Dosen und Flaschen. Bei
Nahrungsmitteln sollte immer möglichst gekochtes Gemüse, frisch geschältes Obst
(am besten selbst geschält) und durchgebratenes Fleisch gegessen werden.
Vorsicht vor rohem Fleisch und Fisch, Muscheln, Salaten, Milchprodukten,
Speiseeis und Eiswürfeln in Getränken.
Nach der Reise
Auch wer wieder zu Hause ist, sollte seinen Körper noch eine zeitlang
beobachten, denn einige Krankheiten treten erst später auf. Bei ungewöhnlichen
Symptomen sollte sofort der Arzt aufgesucht werden. Gerade bei plötzlichem
Fieber, Durchfall und Hautveränderungen sollte immer an die Möglichkeit einer
mitgebrachten Infektionskrankheit gedacht werden. Beim Arzt sollte auf jeden
Fall erwähnt werden, aus welchem Urlaubsland man zurückgekehrt ist, auch wenn
diese Reise schon einige Wochen oder gar Monate zurückliegt. Das macht es dem
Arzt leichter, der Krankheit auf die Spur zu kommen.
Wo können Sie sich informieren?
Umfassende Informationen erhalten Sie in den Gesundheitsämtern, bei
Reisemedizinern und in Reiseapotheken. Zum Beispiel ob und welche Impfungen
benötigt werden und welche Medikamente für das spezifische Reiseziel mitgenommen
werden sollten.
Stand 2009
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