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Verfahren der Schönheitschirurgie
Traumfigur durch Liposuktion
(Fettabsaugung)?
Die Fettabsaugung, medizinisch Liposuktion genannt, ist mit fast 18.000
Eingriffen Jahr eine der häufigste Schönheitsoperationen in Deutschland
(aktuelle Statistik der Gesellschaft für Ästetische Chirurgie Deutschland).
Standardverfahren ist die so genannte Tumeszenz-Liposuktion.
Dabei wird das Gewebe je nach Körperregion mit bis zu sechs Litern
Kochsalzlösung, gemischt mit Schmerz- und blutstillenden Mitteln, „aufgepumpt“.
Die Fettzellen weichen auf und lassen sich aus dem Bindegewebe leichter lösten.
Nach einer festgelegten Einwirkzeit werden die Fettzellen mit einer Saugkanüle
mechanisch gelockert, abgeschert und abgesaugt. Ziel ist es, den Bindegewebsraum
so zu entleeren, dass dessen Gerüststrukturen nicht zu sehr in Mitleidenschaft
gezogen wird. Problem bei dieser Methode ist es, dass die Saugkanülen recht groß
sind und die Scherbewegungen bei unsachgemäßer Handhabung das umliegende Gewebe
schädigen können. Das kann dazu führen, dass dauerhaft Dellen und blaue Flecke
zurückbleiben oder durch Verletzungen der Nerven es zu Taubheitsgefühlen kommt.
Auch ist die Methode aufgrund der hohen Dosis an Betäubungs- und blutstillenden
Mitteln sehr kreislaufbelastend.
Ein schonenderes Verfahren ist die Wasserstrahl-Liposuktion
(kurz WAL). Dabei wird das Gewebe ebenfalls mit dem
Kochsalz-Medikamentencocktail unterspritzt, aber nicht in so großer Menge. Die
verwendeten Saugkanülen sind feiner und haben die Besonderheit, dass sie einen
pulsierenden Wasserstrahl abgeben. Dieser löst die Fettzellen aus dem
Bindegewebe. Fettzellen und Flüssigkeit werden im gleichen Arbeitsschritt durch
einen parallelen Kanal sofort wieder abgesaugt. Damit wird die
Medikamentenbelastung reduziert und die Risiken des Eingriffs werden gesenkt. Da
das Gewebe nicht mit großen Flüssigkeitsmengen „aufgepumpt“ wird, kann der
Chirurg das kosmetische Ergebnis schneller kontrollieren. Diese Methode ist noch
relativ neu, Langzeitergebnisse gibt es nicht.
Im Trend liegt auch die VASER-Ultraschallliposuktion. Dieses
Verfahren untergliedert sich in drei Arbeitsschritte: Millilitergenau wird das
Kochsalzgemisch unter die Haut gespritzt. Dann kommt eine Ultraschallsonde zum
Einsatz. Sie lässt die Fettzellen buchstäblich platzen und belastet kaum die
Bindegewebsstruktur. Allerdings muss der Operateur sehr präzise und schnell
arbeiten, denn der Ultraschall heizt das Gewebe auf und es kann zu Verbrennungen
kommen. Zum Schluss wird das Fett und die eingebrachte Flüssigkeit abgesaugt.
Auch hier liegen noch keine Langzeitergebnisse vor.
Was man vorher wissen sollte!
Einmal abgesaugtes Fettgewebe wächst nicht nach. Besonders schlanke Menschen
sollten das berücksichtigen. Wer mit dem Ergebnis unzufrieden ist und eine
Nachkorrektur anstrebt, muss wissen, dass einmal entstandene Narbengebilde unter
der Haut nicht mehr zu entfernen sind. Bei schwergewichtigen Personen können
unschöne Hautlappen zurückbleiben. Komplikationen entstehen meist durch
unregelmäßiges oder zu dichtes Absaugen der Unterhaut. Nach der Operation kommt
es häufig zu einer geringen Nachblutung und damit zu Blutergüssen. Selten sind
Störungen des Lymphabflusses mit Auftreten von Lymphfisteln zu beobachten.
Häufige leichte Komplikationen sind Unterkorrekturen, Asymmetrie, Beulen,
Stufenbildung und Überpigmentierung der Haut. Schwerwiegende Komplikationen sind
Dellen, Furchen und Überkorrekturen.
Gesundheitliche Risiken:
Wird sachgemäß gearbeitet, wird das Risiko als gering eingestuft. Ernsthafte
Komplikationen wie Fettembolien, Thrombosen, Infektionen und Stichverletzungen
an Organstrukturen (z.B. Darm) werden selten beobachtet, können aber
lebensgefährlich sein. Ein weiteres wichtiges Kriterium für die
Risikoeinschätzung ist die Menge des abzusaugenden Fettes: Vier Liter sind
anerkannte Höchstmenge bei einem Eingriff. Alles, was darüber hinausgeht, kann
zu erheblichen Kreislaufbelastungen führen.
Per Implantat zum Wunschbusen - Augmentation – die Brustvergrößerung
Jährlich
lassen sich rund 6.000 Frauen in Deutschland die Brust vergrößern (aktuelle
Statistik der Gesellschaft für Ästetische Chirurgie Deutschland). Durch ein
Implantat unter oder über dem Brustmuskel erhält die Brust eine neue Größe und
Form. Zu kleine oder unterschiedlich große Brüste lassen sich ebenso korrigieren
wie Gewebeveränderungen aufgrund von Schwangerschaft, Gewichtsabnahme oder
Alter.
Narben - unerwünscht
Es gibt drei bewährte Zugangswege:
Über
einen Schnitt in der Achselhöhle wird das Implantat unter die Brustdrüse
oder unter den Brustmuskel geschoben. Nicht alle – und dann nur kleine
Implantate - eignen sich für diese Methode. Vorteil ist, dass die Brust
narbenfrei bleibt und der kleine Schnitt unter der Achselhöhle kaum sichtbar
ist.
Implantate mit geringem Volumen können auch durch einen halbkreisförmigen
Einschnitt am unteren Warzenhofrand eingebracht werden. Die Narbe ist kaum
sichtbar, beeinflusst aber über Monate hinweg die Sensibilität der
Brustwarze. Trotz dieser Schnittmethode wird das zentrale Milchgangssystem
geschont, so dass die Stillfähigkeit erhalten bleibt.
Am
häufigsten wird das Implantat über die natürliche Hautfalte
unterhalb der Brust eingelegt. Der Schnitt ist technisch einfach
und bietet die besten Voraussetzungen auch wenn größere Kissen verwendet
werden. Blutstillung und die Platzierung des Implantats über oder unter den
Brustmuskel ist wesentlich einfacher. Eine kleine Narbe ist später durch die
natürliche Falte unterhalb des Busens kaum zu sehen.
Die
Entscheidung für Schnittführung und Lage des Implantats auf oder unter dem
Brustmuskel hängt von vielen Faktoren ab: Der Beschaffenheit des Brustgewebes,
der Form und Größe der Brust, dem Durchmesser des Warzenhofes sowie der
gewünschten Implantatgröße ab. Operiert wird meist in Vollnarkose. Häufig werden
Implantate, die auf dem Brustmuskel gelegt werden, auch unter örtlicher
Betäubung operiert.
Auf den Inhalt kommt es an -
Implantate
Die Qualität und Sicherheit der Implantate hat sich heute enorm verbessert. In
Deutschland sind doppelwandige Silikonkissen mit Silikongelfüllung die erste
Wahl, weil sie das beste Formgefühl vermitteln. Silikon gilt als das
verträglichste und sicherste Füllmaterial. Benutzt werden heute
Kohäsiv-Gel-Implantate, deren Molekülstruktur so aufgebaut ist, dass
sie „in sich selbst binden“. Das heißt: sie können weder auslaufen noch sich im
Körper verteilen. Zur Verbesserung Gewebeverträglichkeit ist die äußere Hülle
aufgeraut. Alternativ werden Implantate mit einer Füllung aus
Kochsalzlösung verwendet. Bei ihnen genügt ein kleinerer Schnitt, da
die Kissen erst nach dem Einsetzen in die Brust gefüllt werden. Vorteil ist,
dass ein Austreten der Flüssigkeit nicht zu Unverträglichkeiten führt. Ein
unangenehmer Nebeneffekt kann aber sein, dass die Füllflüssigkeit verdunstet und
das Implantat dadurch schrumpft. Probleme entstehen zudem durch Faltenbildung
des Implantats. Und: Kochsalzimplantate können gluckern und fühlen sich häufig
unnatürlich künstlich an. Andere
Füllmaterialien wie Hydrogel oder Sojaöl haben
sich nicht bewährt und zum Teil erhebliche gesundheitliche Probleme verursacht.
Sie wurden weitgehend vom Markt genommen.
Gesundheitliche Risiken: Hauptrisiko bei Brustimplantaten ist
langfristig die Bildung einer Kapselfibrose, eine Implantatverhärtung, bei der
der Körper als Reaktion auf den Fremdkörper eine Schicht Bindegewebe (Kapsel) um
das Brustkissen bildet. Dadurch kann sich das Brustkissen deformieren und nach
außen abzeichnen. Schrumpft die Kapsel gar, kann das Kissen verrutschen, was mit
Schmerzen verbunden ist. Das Risiko einer Kapselfibrose wird bei einer absolut
sorgfältigen Operation mit Platzierung des Implantats unter den Muskel auf etwa
fünf Prozent angesetzt. Die häufigsten Komplikationen stellen Nachblutungen und
Blutergüsse nach der Operation dar. Da ein Bluterguss die Wundheilung
verschlechtert, ist meist eine erneute Operation zum Auswaschen der Blutreste
erforderlich. Wie bei allen Operationen besteht auch hier Infektionsrisiko.
Lassen sich bakterielle Entzündungen in der Implantattasche oder dem Brustgewebe
nicht mit Antibiotika kurieren, muss die Implantattasche gespült werden.
Entwickelt sich ein Abszess, müssen die Implantate sofort entfernt werden.
Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko sollten immer bedenken, dass Implantate
eine aussagekräftige Mammografie verhindern können.
Der „Schnitt“ zur Schönheit - Facelifting
Über 1.000 Deutsche (aktuelle
Statistik der Gesellschaft für Ästetische Chirurgie Deutschland) lassen sich
jährlich per Skalpell verjüngen. Der Erfolg einer Gesichtskorrektur hängt im
Wesentlichen von der OP Technik und den individuellen anatomischen Gegebenheiten
ab. Wunschgesichter lassen sich allerdings nicht zaubern. Die zahlreichen
Verfahren unterscheiden sich hinsichtlich Schnittlänge, Schnittführung sowie der
Bearbeitung der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Auch die Ausdehnung des
Operationsbereichs auf Stirn, Gesicht und Hals ist variabel. Meist wird unter
einem normalen Facelift lediglich eine Straffung der Haut an
Wangen und Halspartie verstanden. Von dieser Operationsmethode haben sich die
plastischen Chirurgen in der Regel abgewandt. Wesentlich effektiver ist das
große Facelifting (SMAS, Abkürzung für: superfizielles
muskuloaponeurotisches System) oder die weniger invasive Form, das
MIDI-Lifting (minimal invasiv – deep intensiv). Bei diesen Operationen
werden die darunter liegenden Strukturen wie Fettgewebe und / oder Muskulatur
weiträumig gelöst und gestrafft und nur die überschüssige Haut wird anschließend
entfernt. Die Schnittführung erfolgt von oberhalb der Schläfe, um das Ohr herum
bis an den Hinterkopf. Ein solcher Eingriff wird häufig nur noch in leichter
Narkose (Dämmerschlaf) durchgeführt und mit lokalen Betäubungsmitteln
schmerzfrei gehalten.
Was sollte man wissen?
Blutergüsse, Schwellungen und Nachblutungen sind möglich. Da ein starker
Bluterguss die Heilung verzögert, wird er meist durch eine weitere OP entfernt.
Bei Rauchern können Durchblutungsstörungen der Haut auftreten und die
Narbenbildung verschlechtern. Das gleiche gilt auch für bakterielle Infektionen.
Durch ein großes Facelifting kommt es anfänglich zu einem Spannungsgefühl vor
den Ohren oder an der Stirn. Vereinzelt kann es durch die Hautspannung zu
Haarausfall im Schläfenbereich kommen. Im schlimmsten Fall können Gesichtsnerven
geschädigt werden, die über Monate oder sogar dauerhaft zur Lähmung der
betroffenen Gesichtshälfte führen.
Minilifts, Softlifts, Biolifts werden in jüngster Zeit sehr
angepriesen und suggerieren, dass mit relativ geringem Aufwand ein lang
andauernder Effekt erzielt werden könne. Je nach Lokalisation (Stirn, Kopf,
Hals) werden mehrere kleine Hautschnitte durchgeführt. Das Muskelgewebe wird
dabei, im Gegensatz zum großen Facelifting, nicht präpariert. Der Effekt hält
aber oft nur wenige Wochen bis Monate an. Fachleute warnen hier vor einer
übersteigerten Erwartungshaltung.
Im Trend - Facelifting ohne Skalpell
Narbenfreie Faceliftings lassen sich heute mit Eigenfettbehandlungen
durchführen. Dazu werden Fettzellen aus der Hüft-, Bauch- oder Po-Region
entnommen, präpariert und unter die Gesichtshaut gespritzt und unterfüttert. Es
heißt, dass sich mit der Zeit kleine Blutgefäße bilden, die die Fettzellen mit
Nährstoffen versorgen und sie in straffes Bindegewebe „verwandeln“. Unerwünschte
Wirkungen sind bislang nicht bekannt. Zur Vorbeugung von Infektionen werden
meist Antibiotika verordnet. Langzeitergebnisse liegen nicht vor.
Augenlid – Korrektur
Steigende Nachfrage besteht auch im Bereich der Augenlidkorrekturen. Jährlich
unterziehen sich Tausende von Frauen und Männer einer Lidstraffung. Ziel ist es,
erschlafftes Bindegewebe und überschüssige Fettpölsterchen im Bereich der Ober-
und/ oder Unterlider so zu entfernen, dass der Blick nicht mehr müde erscheint.
Operiert wird in Lokalanästhesie oder im Dämmerschlaf.
Bei der
Oberlidplastik wird parallel zur Lidfalte geschnitten, beim Unterlid parallel
zur Lidkante. Es wird Fettgewebe und schlaffes Bindegewebe entfernt und zum
Schluss erst der Hautüberschuss korrigiert. Die Narbe bleibt jeweils in der
natürlichen Augenfalte bzw. unter den Wimpern versteckt. Risiken einer
Lidplastik: Trotz aller Sorgfalt kann während des Eingriffs die
Hornhaut des Auges verletzt werden. Infektionen, Blutungen und Blutergüsse im
Auge können das Sehvermögen dauerhaft schädigen, bis hin zur Erblindung. Solche
Nebenwirkungen sind allerdings sehr selten. Bei Wundheilungsstörungen kann das
Narbengewebe unschön verhärten oder gar schrumpfen, was zu Spannungsgefühlen und
Bewegungseinschränkungen des Auges führen kann. Generell ist die Gefahr von
Komplikationen bei einer Unterlidplastik um ein mehrfaches höher. Die häufigste
Komplikation ist dabei ein Absinken der Unterlider oder gar eine Auswärtskehrung
des Lidrandes.
Wichtig zu wissen bei allen
schönheitschirurgischen Behandlungen:
Die
gesetzlichen Krankenkassen zahlen schönheits-chirurgische Eingriffe nur, wenn
diese gesundheitlich notwenig sind (etwa nach Krebserkrankungen o.ä.). In allen
anderen Fällen müssen sie aus eigener Tasche bezahlt werden. Das gilt ebenso bei
eventuell notwenigen Folgebehandlungen oder auch bei der Beseitigung bzw.
Behandlung von Tätowierungen.
Stand 2009
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