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Lebenselixier Wasser

Wasser ist einer der wichtigsten Stoffe für den Organismus und das Lebenselixier der Evolution schlechthin. Alles Leben entwickelte sich aus dem Wasser, so auch der Mensch. Tatsache ist, dass er nicht nur aus dem Urmeer kommt, sondern auch dass sein Organismus zu etwa zwei Dritteln aus Wasser besteht. Kaum vorstellbare Mengen durchströmen seinen Körper. In nur 24 Stunden fließen etwa 2000 Liter durch die Nieren und 1400 Liter durch das menschliche Gehirn. Die Funktionen, die das Wasser dabei erfüllt, sind vielfältig. Es dient als Baustoff, Lösungs-, Transport- und Kühlmittel. Ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist daher eine wichtige Vorraussetzung für das Funktionieren des gesamten menschlichen Organismus. Dies sieht man auch daran, dass der Mensch zwar längere Zeit ohne feste Nahrung überleben kann, ohne Wasser jedoch nur wenige Tage.

Obwohl jeder weiß, wie wichtig eine regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme für den Körper ist, halten viele Menschen an falschen Trinkgewohnheiten fest. Doch eine unzureichende Wasseraufnahme stört den Wasserhaushalt empfindlich und führt schnell zur Beeinträchtigung verschiedener Körperfunktionen mit langfristig ernstzunehmenden gesundheitlichen Folgen.

Aufgaben des Wassers

Wasser ist Lösungs- und Transportmittel: Es sorgt dafür, dass zum Einen Mineralstoffe und Spurenelemente an jede einzelne Zelle des Körpers gelangen und zum Anderen, dass Abbau- und Giftstoffe des Körpers zum Beispiel über die Nieren wieder eliminiert werden. Da viele Stoffwechselendprodukte nur ausgeschieden werden können, wenn sie im Wasser gelöst sind, benötigt der Körper ausreichend viel Flüssigkeit.

Wasser erhält den „osmotischen Druck“: Innerhalb und außerhalb der Zellen liegen lebenswichtige Mineralstoffe und Spurenelemente in unterschiedlicher Konzentration vor. Osmotischer Druck bedeutet, dass diese Stoffe durch die halbdurchlässigen Zellmembranen nur dann gelangen, wenn auf einer Seite der Zelle (innen) eine geringe Stoffkonzentration vorliegt als auf der anderen (außen). Liegen aufgrund von Wassermangel hohe Stoffkonzentrationen auf beiden Seiten der Zellen vor, versagt das System: Es kann zu Reizweiterleitungsstörungen im Nervensystem kommen und zum Beispiel Muskelkrämpfe sind die Folge.

Wasser reguliert die Körpertemperatur: Vor allem das Schwitzen trägt dazu bei, die Körperkerntemperatur um 37°C zu erhalten, sogar unabhängig davon, wie kalt oder warm es außerhalb des Körpers ist. Denn nur so kann der menschliche Organismus reibungslos funktionieren. Könnte zum Beispiel der Körper die anfallende Wärme (z.B. durch Fieber) nicht abgeben, stiege die Temperatur leicht auf über 41°C, was zum tödlichen Hitzschlag führen kann.

Der Wasserhaushalt des Menschen

Der Wasseranteil des Menschen variiert je nach Alter, Geschlecht, und Körperfettanteil. Im Säuglingsalter liegt der Wasseranteil mit 75 Prozent am Höchsten und sinkt dann mit zunehmendem Alter auf einen Durchschnittswert von zirka 53 Prozent. Bei Frauen liegt der Anteil noch niedriger, da ihr Fettanteil höher ist als bei Männern. Rund drei Viertel der Gesamtmenge des Wassers ist in den Zellen eingeschlossen. Organe zum Beispiel haben einen unterschiedlich hohen Wasseranteil und reagieren entsprechend empfindlich auf einen Wassermangel: Gehirn und Muskeln zum Beispiel bestehen zu 75 Prozent aus Wasser, die Leber zu 69 Prozent. Außerhalb der Zellen fließt das restliche Viertel des Gesamtwasserhaushaltes zum Beispiel in den Blut- und Lymphgefäßen.

Wasserverlust ist normal

Pro Tag werden etwa 2,5 bis drei Liter des Körperwassers ausgeschieden. Dies geschieht über die Lunge in Form von Wasserdampf beim Sprechen und Atmen, über die Nieren in Form von Urin und über die Haut in Form von Schweiß. Auch über den Darm wird Wasser ausgeschieden.

Auf den Ausgleich kommt es an


Damit der Wasserhaushalt im Gleichgewicht bleibt, muss das ausgeschiedene Wasser wieder ersetzt werden. Dieses Gleichgewicht wird „Wasserbilanz“ genannt. Bei erhöhter Ausscheidung, zum Beispiel durch Schwitzen, muss zum Ausgleich auch mehr Flüssigkeit als sonst aufgenommen werden. Geschieht dies nicht, ist also die Wasserbilanz negativ, entsteht ein Flüssigkeitsdefizit, auch Dehydratation genannt. Ein Wasserverlust von bis zu 20 Prozent kann zum Verdurstungstod führen.

Folgen des Wassermangels

Jede chemische Reaktion im menschlichen Körper, einschließlich der Energiegewinnung, findet im Umfeld von Wasser statt. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass Blut, Muskeln und andere Organe genügend Wasser enthalten, um optimal funktionieren zu können. Kurzfristige Abweichungen sind unvermeidbar und schadlos, denn darauf sind die Nieren eingerichtet. Andauernder Flüssigkeitsmangel durch zu wenig trinken ist jedoch schädlich!

Gesundheitsrisiko „Wassermangel“

Schon leichte Wasserdefizite (ab ein Liter) führen zu erheblichen Einbrüchen in Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Schlappheit, Müdigkeit und Kopfschmerzen sind die ersten Alarmzeichen. Auch Konzentrationsmangel, Gedächtnisstörungen, Verdauungsbeschwerden und Schmerzzustände jeglicher Art können auf einem Wassermangel im Körper beruhen. Entsteht ein regelrechter "Wassernotstand", werden nur noch die wichtigsten Organe (das Gehirn hat Vorrang) optimal mit Wasser versorgt und andere dadurch minderversorgt. Typische Erscheinungen bei Wassermangel sind:

Wer Durst hat, trinkt zu spät...

Durst ist ein spätes Signal des Körpers auf den Flüssigkeitsbedarf. Dann hat eine Dehydratation und ein daraus resultierender Leistungseinbruch bereits stattgefunden. Wer erst trinkt, wenn der Durst kommt, reagiert zu spät. Außerdem ist Durst ein individuelles und kein verlässliches Zeichen. In bestimmten Situation, zum Beispiel bei Stress, wird das Durstgefühl unterdrückt. Auch lässt im Alter das Durstgefühl nach, so dass dies nicht als Maßstab für ausreichende Wasserzufuhr gelten kann. Wer jedoch ständig unter Durst leidet, obwohl er bereits große Mengen trinkt, sollte sich vom Arzt untersuchen lassen, denn hier kann die Ursache eine Diabeteserkrankung sein.

Auf die richtige Menge kommt es an

Damit der Organismus nicht austrocknet und damit alle Schadstoffe ausgeschieden werden können, muss ein erwachsener Mensch mindestens 1,5 bis zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei körperlicher Anstrengung, sei es durch Sport oder körperliche Arbeit in Beruf und Haushalt, sowie bei warmem Wetter muss entsprechend erheblich mehr getrunken werden. Auch fiebrige Erkrankungen oder ein starkes individuelles Schwitzverhalten können zu großen Flüssigkeitsverlusten führen, die es auszugleichen gilt. Wie viel Flüssigkeit durch das Trinken aufgenommen werden muss, ist auch von der Ernährung abhängig. Salz und Eiweiß sorgen dafür, dass im Gehirn ein Hormon produziert wird, dass die Gefäße verengt, den Blutdruck erhöht und so zu einer geringeren Nierendurchblutung und –filtration führt. Das bedeutet: je mehr Fleisch und Käse (beides ist sehr eiweißreich) oder Salz konsumiert wird, desto mehr sollte getrunken werden.

Im Gegensatz dazu, nehmen Vegetarier bereits durch den Verzehr wasserreicher Nahrung wie Obst und Gemüse viel Flüssigkeit zu sich. Dementsprechend reicht den Vegetariern eine zusätzliche Wasseraufnahme von 1 bis 1,5 Litern pro Tag, während Fleischesser über zwei Liter benötigen.

Welche Getränke sind NICHT geeignet?

Am besten gleichen den täglichen Flüssigkeitsbedarf aus: pures oder aufgesprudeltes Wasser, Saftschorlen, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees.

Trinken: Wie oft? Und wann?

Ernährungswissenschaftler empfehlen über den Tag verteilt zu trinken. Und zwar alle ein bis zwei Stunden ein bis zwei Gläser, um dem Körper regelmäßig Flüssigkeit zuzuführen. Selbstverständlich sollte bei einer vermehrten Flüssigkeitsausscheidung durch Schwitzen oder bei einer Aufnahme von Salz, Eiweiß oder Koffein mehr getrunken werden. Trinkgewohnheiten, wie tagsüber entstandene Flüssigkeitsverluste erst am Abend aufzufüllen, führen nicht zum Ziel. Denn: Der Organismus kann große Flüssigkeitsmengen nicht auf einmal aufnehmen.

Hinzu kommt: Vor, während und unmittelbar nach größeren Mahlzeiten stört das Trinken die Verdauung, denn durch die aufgenommene Flüssigkeit werden im Magen die Magensäure und die Verdauungsenzyme verdünnt. Deshalb ist es ratsam, eine halbe Stunde vor der Mahlzeit und eine Stunde danach nichts zu trinken. Wer sein Essen nicht ohne Getränk zu sich nehmen möchte, kann an einer kleinen Menge (etwa 50 ml) Wasser nippen.

Stand 2009

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